Auf in den Widerstand! Warum Sniper Elite Resistance mein Splinter-Cell-Herz erobert hat
Special
Lukas Schmid durfte auf der Gamescom bereits Sniper Elite Resistance anspielen. Als Fan von Splinter Cell fällt sein erster Eindruck sehr positiv aus.
Mit Besuchen auf Messen geht einher, dass man regelmäßig mit Spielen und Marken konfrontiert wird, die man nicht auf dem Schirm hatte beziehungsweise mit denen man sich ansonsten auch niemals auseinandergesetzt hätte. Können halt nicht zu jedem Thema spontan die absoluten Kenner eingeflogen werden.
So ging es mir jetzt auf der Gamescom mit Sniper Elite: Resistance, meinem ersten Kontakt mit der Reihe überhaupt. Und nun frage ich mich: Warum, verdammt, habe ich die Dinger noch nie gespielt? Die sind ja genau meins!
Also, ich weiß schon, warum, weil ich Sniper-Gameplay in der Theorie maximal unspannend finde, fast genauso uninteressant wie Spiele, die im Zweiten Weltkrieg angesiedelt sind. Also nicht die besten Voraussetzungen sollte man meinen - stimmt aber halt nicht!
Stealthen wie damals
Ich bin nämlich ein geschädigtes Splinter-Cell-Kind, soll heißen: Die ersten drei Splinter Cells habe ich gesuchtet und was weiß ich wie oft gespielt, bevor mich die Reihe durch unpassende Veränderungen zuerst in Double Agent ein bisschen und dann mit Conviction endgültig verloren hat.
Der Stealth, den die Spiele boten, finde ich bis heute unerreicht und kein anderer Schleichtitel hat dieses Gefühl von damals für mich reproduzieren können.
... dachte ich, aber offenbar lag das eben nur daran, dass ich noch nie Sniper Elite gespielt habe! Leise vorgehen, um Ecken spähen, Gegnerrouten studieren und gnadenlos bestraft werden, wenn man einen kleinen Fehler macht: So kenne ich das, so mag ich das! Gut, die Demo war ganz besonders fies, denn anders als im fertigen Spiel enthielt diese keine Checkpoints und keine Speicherfunktion, weswegen ich satte siebenmal draufging und den kompletten Level immer wieder neu starten musste und ihn vor Ablauf meiner Zeit mit dem Titel dennoch nicht abschließen konnte. Aber ich war trotzdem nicht frustriert, sondern wäre am liebsten noch ein paar Stunden sitzengeblieben und hätte es weiter versucht. So muss das!
Mühsam, aber stetig schleicht sich das Sniper-Hörnchen
Schon zu schnelles Gehen kann einen aufmerksamen Nazi-Soldaten auf einen aufmerksam machen, weswegen man wirklich durchgehend behutsam und leise vorgehen sollte, wahlweise auch geduckt oder gar auf dem Boden liegend, um weniger Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Ja, man ist ein Sniper, und entsprechend kann man sich das Leben leichter machen, wenn man Feinde aus der Ferne erledigt. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass das der Fokus wäre. Ausgelegt scheint mir die Erfahrung darauf zu sein, wenn möglich gar nicht erst in die Situation zu kommen, Gegner ausschalten zu müssen.
Neben Scharfschützengewehr, Pistole und normalen Gewehr hat Protagonist und Widerstandskämpfer Harry Hawker auch noch einige andere Helferlein in petto, dem Setting entsprechend aber herrlich simple Dinge. So kann man Granaten werfen, mit Flaschen für Ablenkung sorgen und sich mit Bandagen heilen - und natürlich pfeifen, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Die Macht des Glaubens
Als nettes Umgebungsfeature schallte in der Demo in regelmäßigen Abständen eine Kirchenglocke donnernd durchs Dörfchen, was Harry ein Zeitfenster gibt, in dem er auch mal loslaufen oder Feinde ohne Rücksicht auf Verluste niederballern kann. Eine coole Idee!
Mir ist bewusst, dass Kenner der diversen Vorgänger all das bestimmt schon zur Genüge kennen, für mich als Neuankömmling fühlte sich meine Zeit mit dem Spiel aber im allerbesten Sinne nach altbackenem Stealth an. Keine Kinkerlitzchen, hoher Anspruch, und das Spiel traut einem zu, dass man sich auch mal die Zeit nimmt und einfach nur wartet, bis die Luft rein ist und denkt nicht, dass es einen ständig mit Action beschallen muss. Im Messestress neigt man dann leider trotzdem zur Hektik, weswegen ich einige wirklich dumme Fehler machte, aber mei, das ist nun mal so.
