Jobs in der Spielebranche: JUNIOR 3D ARTIST – Gila Röhrig

Special Ahmet Iscitürk

Im Rahmen unserer großen Special-Reihe "Jobs in der Spielebranche" sprechen wir mit Gila Röhrig, Junior 3D Artist bei RABCAT.

Der Artikel ist Teil unserer großen Übersicht Jobs in der Spielebranche. Eine Übersicht über alle Artikel findet ihr hier.

JUNIOR 3D ARTIST – Gila Röhrig

Cynamite: Was genau macht ein Junior 3D-Artist? Alles, was ihm der Senior 3D-Artist befiehlt?

Jobs in der Spielebranche: JUNIOR 3D ARTIST – Gila Röhrig Gila Röhrig: Fast alles, vorausgesetzt es hat mit der Arbeit zutun! Ein Senior Artist ist Senior, weil er eine Menge Wissen und Erfahrung in seinem Bereich gesammelt hat. Wenn man schlau ist, folgt man also den Ratschlägen, so gestaltet sich die tägliche Arbeit leichter. Idealerweise folgt man jedoch auch den Befehlen der Lead-Artists, denn die stehen hierarchisch ebenso über den Juniors, sowohl in ihrer Position, als auch bezüglich des KnowHow…

Ein Senior Artist übernimmt auch eine gewisse Tutorfunktion für den Junior.

Im Regelfall hat das also nicht immer etwas mit Befehlen zu tun, sondern man profitiert vom Wissen des Anderen. Wenn man die Ratschläge des Seniors oder Leads als Befehle empfindet, wird man früher oder später vermutlich Probleme bekommen. Die Senior Artists bei Rabcat machen einen verdammt guten Job und geben mir eigentlich nie das Gefühl persönlicher Überlegenheit. Gegenseitiger Respekt hat schließlich auch etwas mit Professionalität zu tun.

Letztendlich profitiere ich ja mehr von der „Fürsorge“ der Anderen, als sie davon mir übergestellt zu sein. Damit das Kind Bier holen kann muß man ihm ja auch erstmal das Laufen beibringen, daß kann harte Arbeit sein! Das Wissen der Seniors und Leads ist für mich eigentlich unbezahlbar, während sie vorrangig Arbeit mit mir haben ;)

Ein Junior 3D-Artist übernimmt also, nach und nach, die gleichen Aufgaben wie ein Senior 3D-Artist. Nur sind sie dem Können angepasst und somit erst einmal leichter zu bewältigen. Man sollte ja möglichst mit seinen Projekten wachsen und nicht daran verzweifeln.

Außerdem muss man mit etwas weniger Druck und Verantwortung umgehen. Obwohl man eine möglichst hohe Qualität in der Vorgegeben Zeit erzielen möchte(und sollte) macht man einfach noch Fehler, die der Senior oder jeweilige Lead, dann erkennt und aufzeigt.

Cynamite: Oft sehen alte 2D-Spiele hübscher aus, als nicht ganz so alte 3D-Spiele. Warum?

Gila Röhrig: 2D-Spiele besitzen mit Sicherheit ihr eigenes Flair. Falls dass mit hübscher aussehen gemeint ist… Ob ein 3D-Spiel hübsch oder weniger hübsch aussieht, hängt von diversen Faktoren, wie eben auch den Ressourcen ab. Generell glaube ich aber, daß der Spieler mit einer ganz anderen Erwartung an ein 3D-Spiel herangeht, als an ein 2D-Spiel.
2D-Spiele haben oft keinen Anspruch an Fotorealismus, sie sind grafisch abstrakt, dass macht sicher einiges einfacher! Je realistischer etwas aussehen soll, desto weniger Fehler kann man sich bei der Darstellung erlauben. Wenn bei einem 2D-Spiel das Design stimmt, kann bezüglich des Looks nicht mehr viel schief gehen. Beim 3D-Spiel wird der Look ja auch noch von der Engine, bzw. von den zur Verfügung stehenden Ressourcen beeinflusst.

Eine Dimension weniger schont die Ressourcen natürlich. Bei der Entwicklung von 3D-Spielen ist es eine eigene Herausforderung eine möglichst realistische, detailreiche Darstellung zu erzielen, aber dafür zu sorgen dass das Spiel auch spielbar bleibt (bezüglich der Rechenpower), also da zu sparen wo es irgendwie möglich ist. Das ist sicher eine Gratwanderung die nicht jeder beherrscht.

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