Call of Duty 4: Review des Über-Shooters

Test Andreas Szedlak

Das Gründer-Team der CoD-Reihe ist zurück und plant nicht weniger als die Rückeroberung des Genre-Throns!

Call of Duty 4 (Xbox 360) Call of Duty 4 (Xbox 360) Gefangen sein ist echt doof. Man kriegt alles vordiktiert, kann nicht machen, wonach einem ist. Als hätte man eine dicke Eisenkette am Fußgelenk, die keinen Schritt nach links oder rechts erlaubt. So in etwa muss sich Entwickler Infinity Ward gefühlt haben, nachdem man die ersten beiden Teile der Weltkriegsreihe Call of Duty fertiggestellt hatte. Zwar sahnte das Premierenstück ohne Ende Preise ab, doch schon dem Nachfolger merkte man die fehlende Inspiration deutlich an. Die Entwickler waren gefangen im Szenario Zweiter Weltkrieg und konnten ihren Ideen keinen freien Lauf lassen.

Konsequenterweise überließ man den nächsten Weltkriegs-Shooter den Kollegen von Treyarch und konzentrierte sich frühzeitig auf Call of Duty 4, was der Serie neues Leben einhauchen sollte. Um den Atem aufzufrischen, gurgelten die Macher mit einer Mixtur aus mitreißender Terroristenstory und modernem Militärequipment. Ob es sich nun wieder lohnt, seine Nase tiefer in die CoD-Reihe zu stecken?

Atomschock

Call of Duty 4 (Xbox 360) Quelle: PC Games Call of Duty 4 (Xbox 360) Wie sehr eine ausgeklügelte Geschichte den Spieler fesseln kann, haben wir erst kürzlich beim Sensations-Shooter BioShock gesehen. Während hier eine Welt erschaffen wurde, geht es in Call of Duty 4 genau um das Gegenteil. Top-Terrorist Al-Asad droht mit einem vernichtenden Nuklearschlag. Um die Apokalypse abzuwenden, stürzen Sie sich abwechselnd als US-Marine sowie als britischer S.A.S.-Soldat ins Kampfgeschehen im Nahen und Mittleren Osten. Die regelmäßigen Charakterwechsel finden also auch im vierten CoD-Teil ihre Fortsetzung. Vorteil: mehr Abwechslung. Nachteil: mangelnde Identifikation mit dem Helden.

Ansonsten ist der Begriff Mangel dem Spiel fast so fern wie Erotikstar Jesse Jane von einem echten Höhepunkt … Ups, da haben wir wohl zu oft in unserer Schwesterzeitschrift PC Action geblättert ... Obwohl Höhepunkt ein gutes Stichwort ist: In den rund zehn Spielstunden geben sich unzählige beeindruckende Highlights die Klinke in die Hand. Nehmen wir zum Beispiel mal unseren Freund, den Kampfhubschrauber: In der einen Szene durchlöchert er mit seinen Heli-Kollegen ein Terroristenversteck. Ein anderes Mal transportiert er uns im Tiefflug an die staubige arabische Front – gejagt von unzähligen Flugabwehrraketen. Klar, dass wir dem motorisierten Kameraden helfen und die Landezone per Granatwerfer säubern. Mit drei Worten: Explosionen im Sekundentakt.

Doch der Stahlsoldat mit dem Rotorhelm kann auch zur Bedrohung werden. Etwa dann, wenn er in Tschernobyl mit Vollgas auf uns arme Würstchen zurast und uns dabei seine MG-Geschosse zu Hunderten um die Ohren jagt. Was macht man in so einer Situation? Genau, das Scharfschützengewehr anlegen, durchs Zielfernrohr schauen und dem Piloten eine Kugel zwischen die Augen spritzen. Wenn im Anschluss der abgestürzte Heli auf uns zuschlittert und erst in Spuckweite zum Erliegen kommt, gehört natürlich auch ein wenig Glück dazu – oder eine perfekte Inszenierung!

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