Review: Team Fortress 2

Test Jochen Gebauer

Counter-Strike (dt.) meets Die Unglaublichen. Team Fortress 2 sieht aus wie ein Kinderfilm und spielt sich wie ein Hardcore-Shooter.

Review: Team Fortress 2 Den Duke wird’s freuen: Nach zehn Jahren Entwicklung, mehreren Design-Änderungen und etlichen "Nein, nein, es ist nicht tot"-Meldungen ist "Team Fortress 2" tatsächlich fertig und lässt "Duke Nukem Forever" einsam seine Bahnen ziehen im Nirwana der nie erschienenen Ego-Shooter. Was natürlich die Frage aufwirft, ob die an eine geologische Epoche grenzende Entwicklungszeit der munteren Multiplayer-Ballerei geschadet oder genutzt hat.

Auf den ersten Blick jedenfalls gefällt das neue Design. Der comichafte Stil hebt sich wohltuend vom inzwischen allgegenwärtigen Weltkriegs-Allerlei ab und sorgt für den ein oder anderen Lacher. Etwa, wenn der resolute Medic in einer ruhigen Minute ein Geigenliedchen auf seiner chirurgischen Knochensäge anstimmt.

Hinter dem naiv drolligen Äußeren verbirgt sich allerdings ein ernst zu nehmendes Spiel, das ganz und gar nicht in Kinderhände gehört. Und zwar nicht nur deshalb, weil es die süßen Comicfiguren alle paar Minuten in ihre blutigen Einzelteile zerlegt. Spielerisch ist "Team Fortress 2" zudem einer der herausforderndsten Shooter der letzten Jahre: Etliche Klassen wollen gemeistert werden, und ohne eingespieltes Teamwork geht wirklich gar nichts.

Klasse Klassen

Review: Team Fortress 2 Aber der Reihe nach: Vor jeder Runde auf den sechs mitgelieferten Maps wählen Sie eine von neun Klassen. Vom Heavy, der ohne seine Gatlin-Gun nicht ins Bett geht, über den pfeilschnellen Scout bis hin zum heimtückischen Spion ist für jede Spielweise eine passende Figur vorhanden. Die will allerdings auch entsprechend eingesetzt werden. Wer etwa einen Spion spielt, der muss sich zunächst als feindliche Klasse verkleiden und unerkannt hinter die gegnerischen Linien schlüpfen. Dort macht der Schnüffler nicht viele Kills – aber wichtige. Spione eignen sich zum Beispiel hervorragend dazu, feindliche Sniper auszuschalten; oder den nervigen Medic, der dauernd seine Kameraden heilt.
Apropos Medic: Wenn der nicht gerade auf seiner Säge klimpert, ist er eine der wichtigsten und interessantesten Klassen des Spiels. Mit seiner Medigun dürfen Sie nämlich verbündete Spieler heilen – einfach draufschießen. Ebenso ist es möglich, den Strahl der Medigun auf einen einzigen Begleiter zu konzentrieren. Ein aus allen Rohren feuernder Heavy beispielsweise, der vor einem aus allen Strahlen heilenden Medic in die Schlacht zieht, ist kaum kleinzukriegen. Ähnlich tödlich ist ein Sniper, dem ein freundlicher Ingenieur einen Geschützturm zur Seite gestellt hat.

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