Die Geschichte der Konsolenhersteller: Nintendo (Teil 2)

Special Patric Roos

Im zweiten Teil unseres Specials befassen wir uns mit dem Mega-Erfolg der Generation Wii.

Dieser Artikel ist Teil unseres großen Specials "Die Geschichte der Konsolenhersteller". Alle Infos und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier.

Zum ersten Teil der Nintendo-History gelangen Sie hier.

Vorreiter und Innovator

Berühren erlaubt: Mit dem Nintendo DS erreicht die Company neue Zielgruppen. Berühren erlaubt: Mit dem Nintendo DS erreicht die Company neue Zielgruppen. Wenn man die Geschichte liest, klingt das ein wenig so, als wäre zumindest der Erfolg Nintendo in den Schoß gefallen, aber alle Entscheidungen wurden mit viel Bedacht und analytischem Weitblick getroffen. Vom Grundsatz "Lege das Glück in die Hände des Himmels", was der Name Nintendo übersetzt bedeutet, kann also keine Rede sein. Vielmehr bestimmte der Gedanke, Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten, stets die Philosophie. Dieser Anspruch forderte mehr als einmal das Unternehmen zu mutigen Schritten. Ein Beweis dafür ist der Eintritt in den Markt mit elektronischen Spielen, mit denen man zunächst zu Beginn der 70er-Jahre das traditionelle Spielkartengeschäft ergänzte und damit eine völlig neue Form der Unterhaltung in Japan einführt. Mit der Entwicklung und Veröffentlichung des NES geht Nintendo auf Grund des Zusammenbruchs des Marktes ein weiteres Wagnis ein und bringt sich dadurch für die nächsten 15 Jahre in eine exzellente Position. Durch das risikoreiche Abenteuer mit dem tragbaren Game Boy setzt sich Nintendo selbst ein Denkmal. Dank leicht zugänglicher und massenkompatibler Spielkonzepte wie "Tetris" erreicht der Konzern neue Zielgruppen, und der Firmenname wird zum Synonym für die gesamte Videospielindustrie.

Nintendo DS: kleiner großer Held Nintendo DS: kleiner großer Held Auf dem Höhepunkt des Erfolges, Anfang der 90er-Jahre, ruht sich Nintendo auf den Lorbeeren aus. Die Notwendigkeit, mutige Entscheidungen zu treffen, um den Erfolg des Konzerns auch in der Zukunft zu sichern, wird nicht erkannt. Mit aufkommender Arroganz reitet sich der Hersteller in eine handfeste Krise. Dank der eigenen Firmenpolitik, rote Zahlen stets zu vermeiden und Konsolen grundsätzlich nicht zu subventionieren, bleibt das Unternehmen aber profitabel und kann einen dauerhaften Schaden abwenden. Trotzdem zwingt die Marktsituation Nintendo zur Rückbesinnung auf alte Tugenden. "Scheitern als Chance" scheint das Motto des cleveren Firmen-Präsidenten Saturo Iwata zu sein, der eine ebenso couragierte wie nahe liegende Strategie verfolgt. Statt sich mit Microsoft und Sony um die Hardcore-Gamer zu streiten, konzentriert man sich darauf, das Spielen wieder leichter zugänglich zu machen, auch um Nicht-Spieler für das Hobby zu begeistern. Paradoxerweise wird jetzt das ehemals ungeliebte familienfreundliche Image plötzlich zum entscheidenden Vorteil im Kampf um die Vormachtstellung im Wohnzimmer.

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