Gothic 3 wissentlich trotz schwerer Bugs zu veröffentlichen, ist eine Frechheit. Richtig dreist wird es, unliebsame Berichterstattung durch Drohanrufe und Zensur verhindern zu wollen.
Gothic 3: Der kritische Test von PC PowerPlay führt zu Drohanrufen durch Publisher Jowood.
Redaktion PC PowerPlay, Donnerstag, 21. September 2006, 14:55 Uhr. Der Anrufer ist sauer, stinksauer. Wir hätten sein Spiel »kaputtgemacht«, beschimpft er uns. Er werde alles unternehmen, damit unser Heft die Druckerei nicht verlässt und nicht an die Kioske kommt. Er werde uns sämtliche Anzeigen entziehen, das werde auch sein Vertriebspartner machen. Und er werde sämtliche Firmen in der Spielebranche dazu bringen, das gleiche zu tun. Unseren Einwand, er würde das Spiel durch eine verfrühte Veröffentlich selber kaputtmachen, will er gar nicht mehr hören: Er legt auf.
Der Anrufer ist der Marketing Director der Jowood Productions Software AG. Da unser Heft noch nicht am Kiosk ist, kennt er zwar nicht den Inhalt, wohl aber die Titelseite: Einige unserer Abonnenten haben ihr Heft bereits bekommen und die Covertexte online gestellt, die sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreiten. Unter anderen im Gothic-Fanforum Worldofgothic.de, das später noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Unser Titeltext, um den es beim Telefonat geht: »Im Test durchgefallen: Warum Gothic 3 eine Riesenenttäuschung ist!« Und weiter: »Bug-Skandal: Wir decken die Fehler auf – und sagen, wie es weitergeht«.
