Yonder: The Cloud Catcher Chronicles: Eine Prise Zelda und ein Hauch Stardew Valley

Special Kristina Pilny
Yonder: The Cloud Catcher Chronicles: Das gewaltfreie Abenteuer in der Vorschau (1)
Quelle: PC Games

In der bunten und idyllischen Welt von Yonder: The Cloud Catcher Chronicles spielen wir eine kleine 3D-Figur, die sich auf die Suche nach ihrer eigenen Geschichte macht. Dabei landen wir auf einer Insel, helfen Mensch und Tier, bebauen Land und erforschen jeden Winkel - und das alles ohne direkte Gewalt.

Dunkelhäutig, schlank und mit rosafarbenen Augen? Oder doch lieber ein käsiger Teint mit dickem Wanst und Topfschnitt? Unseren kleinen 3D-Helden dürfen wir in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles ganz nach unseren eigenen Vorstellungen formen. Das Entwicklerteam Prideful Sloth nimmt uns in diesem Indie-Abenteuerspiel mit in eine atmosphärisch gestaltete Welt, in der wir eine Menge eigener Entscheidungen treffen müssen. Wir arbeiten Hand in Hand mit unseren Mitmenschen, bebauen Land und bekämpfen die allerorts lauernde Düsternis.

Schicksalhafte Schifffahrt

Von den eigenen Eltern fortgeschickt. Zugegeben - unsere Reise in die zauberhafte Welt könnte romantischer beginnen. Dabei hatten sie es eigentlich nur gut gemeint, denn in der Heimat hat eine dunkle Bedrohung schon weite Teile des Landes eingenommen. Auf hoher See kommen wir mit ein paar Seeleuten ins Gespräch, bevor das Schiff ganz plötzlich in unzählige Teile zerschellt. Nach dem Unglück finden wir uns auf Gemea wieder, einer wundervollen Märcheninsel mit acht einzigartigen Gegenden. Keine Sorge, unser Miniheld und alle anderen Schiffbrüchigen sind wohlauf - wenn auch überall auf Gemea verstreut. Nun treffen wir auf den mystischen Katzenengel Aaerie, die uns sogleich unsere Hauptaufgabe auf der Insel näherbringt: Die violette Düsternis besiegen, die sich wie ein Schleier über Teile der Landschaft legt unese für jeden unzugänglich macht. Das schränkt die Einwohner Gemeas massiv in ihrem Leben ein und stimmt sie unglücklich. Das Bekämpfen der dunklen Barrieren erfordert eine unterschiedliche Anzahl eingesetzter Geister. Hat man zu wenige der kleinen Helfer, so ist die Düsternis nicht zu entfernen, und das Innenleben einer Höhle muss beispielsweise erstmal unerforscht bleiben.
Weckt Abenteuerlust: Nach der Ankunft auf Gemea lassen wir unseren Blick in die Ferne schweifen. Und ja, da kann man überall hin! Quelle: PC Games Weckt Abenteuerlust: Nach der Ankunft auf Gemea lassen wir unseren Blick in die Ferne schweifen. Und ja, da kann man überall hin!

Ungetrübte Idylle

Die Furcht vor der Düsternis nehmen wir den Inselbewohnern aber nicht ganz ab. Während das Meer rauscht und die Wellen sanft über die kleinen Felsen am Ufer plätschern, kreisen Möwen in der Luft. Eines kann Yonder: The Cloud Catcher Noch versperrt die Düsternis (links im Bild) den weiteren Weg durch die Felsschlucht im Grasland. Quelle: PC Games Noch versperrt die Düsternis (links im Bild) den weiteren Weg durch die Felsschlucht im Grasland. Chronicles ausgesprochen gut: Uns bei all den idyllischen Eindrücken entspannen lassen. Und es gibt wirklich keinen Ort auf Gemea, bei dem wir auch nur einen Hauch von Unbehagen verspüren könnten. Um auf der gefahrenlosen Insel nicht die Orientierung zu verlieren, können wir jederzeit den Kompass benutzen. Er steht uns von Anfang an jederzeit zur Verfügung und weist uns die Richtung zur jeweils aktuellen Quest. Auf einer Minimap im Bildschirmeck sehen wir kleine Icons, die uns wichtige Personen, Aufgaben oder Orte anzeigen. Rufen wir sie auf, so können wir uns einen Überblick über die gesamte Insel verschaffen, auf der wir alle vier Jahres- und verschiedene Tageszeiten erleben dürfen.

Auf Kuschelkurs

Während wir über verschiedenste Gefilde marschieren um die Düsternis zu beseitigen oder auch mal süße Babykatzen sammeln, begegnen uns die ungewöhnlichsten Tiere. So kommt es, dass uns hier ein mit Blumen bewachsenes Schweinchen anquiekt oder da ein Bison mit Hirschgeweih nach einer Leckerei bettelt. Füttern wir diese Wesen, zeigen sie uns ihre Zuneigung und laufen uns hinterher - manche lassen sich sogar adoptieren. Sobald wir eine neue Spezies entdecken, ist Tierforscherin Kari nicht weit. Sie hilft uns mit Informationen, die Wesen besser kennenzulernen. In der Pflanzenkunde müssen wir uns hingegen selbst unterrichten. In den unterschiedlichen Gebieten finden wir immer wieder nützliches Gewächs und andere Rohstoffe. Wir können Holz hacken, Stein hauen, sammeln, angeln, anpflanzen und ernten. Viele dieser Ressourcen benötigen wir, um später einmal einen Hof anzulegen.

Unendliche Geschichten

Neben einer Fülle von nützlichem Material sind auch menschliche Charaktere häufig anzutreffen. Manche in Dörfern, andere irgendwo draußen in der Wildnis. Die einen witzig, die anderen eher ruhiger, aber keiner wirklich böse. Die Menschen teilen sich in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles über einfache Laute mit - ähnlich wie in Yooka Laylee. Und alle eint der Wunsch, Die kleine Babykatze sollte nicht länger im Regen sitzen müssen. Gut, dass wir sie aufnehmen können. Quelle: PC Games Die kleine Babykatze sollte nicht länger im Regen sitzen müssen. Gut, dass wir sie aufnehmen können. uns möglichst viel für sie erledigen zu lassen. Kein Problem: Außer lila Schleier zu entfernen oder maunzende Babykatzen zu sammeln, hat man ja sonst nicht viel zu tun. Also besorgen wir Saft, schneiden Gras und kaufen beim Händler das, wofür sich so manche Figur zu fein ist. Dabei stellt sich eines ganz klar heraus: Sind wir für einfache Nebenquests nicht zu haben, werden wir an diesem immerwährenden Dauerlauf wohl keine Freude haben. Trotzdem erhalten wir auch Aufträge, die unseren Ehrgeiz wecken oder uns ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Und an lustigen Gags mangelt es Yonder: The Cloud Catcher Chronicles keineswegs: In einigen Schatztruhen der Einöde Gemeas finden wir zum Beispiel Shampoos, mit denen wir die Haarpracht unseres kleinen Abenteurers neu einfärben können.

Crafting-Genuss

In den Truhen und zertrümmerbaren Kisten (ja, es gibt sie auch in diesem Spiel!) finden wir aber auch allerhand Nützliches. Beispielsweise seltene Gegenstände, die wir zum Vollenden einer lange verfolgten Quest benötigen. All diese Items lassen sich bequem im Rucksack verstauen, den unser Miniheld stets bei sich trägt. Öffnet man diesen, so kann man auch auf ein Glossar mit den verschiedenen Tieren oder seine gefundenen Geister zurückgreifen. Im Feld "Herstellen" basteln wir einzelne Objekte zu wertvollen Gegenständen zusammen. Ist die Rucksackkapazität erreicht, so besteht die Möglichkeit, einige Gegenstände in großen Truhen an unseren angelegten Höfen zu lagern.
Nachtbaustelle: In Yonder steht uns frei, wann wir was tun. Hier bauen wir gerade ein Gehege. Quelle: PC Games Nachtbaustelle: In Yonder steht uns frei, wann wir was tun. Hier bauen wir gerade ein Gehege.

Kreativität in Grenzen

Um einen solchen Hof zu bauen, benötigen wir erst einmal natürlich Rohstoffe. Haben wir alles besorgt, geht's auch schon los. Ein Raster zeigt uns die bebaubare Fläche an und hilft uns somit, Futterkrippen und Unterstände zu platzieren. Hierbei dürfen wir uns allerdings nicht sonderlich kreativ ausleben - es gibt für jedes Bauobjektart nur ein Produkt. Tiere können wir entweder einquartieren, indem wir ihre Freundschaft gewinnen, oder Fallen aufstellen, die sie fangen. Haben wir es geschafft, ein Tier auf unserer Farm unterzubringen, müssen wir natürlich für dessen Wohlergehen sorgen. Wir können die Fabelwesen selbst pflegen oder Landarbeiter anheuern, auf unserem Hof zu arbeiten. Pflanzensamen dürfen wir auf speziellen Plätzen aussähen, die überall auf Gemea zu finden sind.

Heute back ich, morgen brau' ich...

Um unsere Fähigkeiten weiter auszubauen, können wir uns auch einer Gilde anschließen. Vom Bastler bis hin zum Trankbrauer ist eine große Auswahl handwerklicher Tätigkeiten vertreten. In jedem Ort treffen wir einen Händler an, bei dem wir gesammelte oder hergestellte Gegenstände gegen anderes Nützliches eintauschen dürfen. Eine direkte Bezahlung durch Geld gibt es in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles nicht. Auch eine Art Mentor, der uns etwas über die jeweilige Gilde erzählt, ist immer vor Ort. Wirklich unterschiedlich verhalten sich die Persönlichkeiten in den Gemeinschaften jedoch nicht. Nur wenige Figuren der Gilde bleiben uns durch ihren Wiedererkennungswert im Gedächtnis - die meisten anzutreffenden Charaktere ähneln stark denen anderer Gilden. Immer mit dabei: Der bunte Schirm. Es macht unglaublich viel Freude, mit ihm von Gebirgsgipfeln in Täler hinunter zu segeln. Dabei kann unserem Helden nichts passieren. Quelle: PC Games Immer mit dabei: Der bunte Schirm. Es macht unglaublich viel Freude, mit ihm von Gebirgsgipfeln in Täler hinunter zu segeln. Dabei kann unserem Helden nichts passieren.


Ein bleibender Eindruck

Eine weitere große Gemeinsamkeit, die fast alle Charaktere in diesem Indie-Abenteuer miteinander teilen, ist das hohe Maß an Friedfertigkeit. Die Stimmung ist stets harmonisch, nie wuterfüllt oder aggressiv. Ob einem die extreme Idylle zu Kopfe steigt, oder genau das richtige Klima für ein Abenteuerspiel bietet - das muss letzten Endes jeder selbst entscheiden. Außerdem müssen Interessierte wissen, dass sie eher ein Wellnessurlaub ohne konkretes Ziel als eine actiongeladene Mission auf Gemea erwartet. Zu Kaufen gibt's Yonder: The Cloud Catcher Chronicles derzeit für 22,99 Euro auf Steam und im Playstation Store bezahlt ihr einen Euro mehr.

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