Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Sony bringt den zweiten Teil des laberlastigen Science-Fiction-RPGs nach Deutschland.
M anchmal treffen Publisher Entscheidungen, die für die meisten Zocker nur schwer nachzuvollziehen sind. Wir haben hier ein Musterbeispiel: Als Namco vor gut zwei Jahren "Xenosaga Episode I: Der Wille zur Macht" in Japan und in den USA veröffentlichte, war die RPG-Welt begeistert. Das Zukunftsabenteuer um Cyborgs und böse Aliens trumpfte mit einer ebenso verschachtelten wie erwachsenen Story auf. Daneben mit einem tollen Kampfsystem und komplexer Charakterentwicklung. Man hatte es mit einer Art "Final Fantasy X" im Weltraum zu tun. Dummerweise endete die spannende Geschichte nach gut 50 Stunden Spielzeit abrupt. Entwickler Monolith hatte von Anfang an geplant, die Sci-Fi-Saga auf mehrere Spiele zu verteilen. Das japanische Team setzt sich unter anderem aus ehemaligen Square-Enix-Mitarbeitern zusammen.
Vor etwa einem halben Jahr erschien in Übersee endlich der heiß ersehnte Nachfolger. Er machte exakt dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hatte. Löblich, dass nun auch PAL-Phantasten in den Sternenkrieg ziehen dürfen. Warum Europa-Publisher Sony allerdings auf die Veröffentlichung des Erstlings verzichtet, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Immerhin spendiert man uns eine Bonus-DVD, auf der die Geschehnisse des Erstlings erzählt werden (siehe Info-Kasten)
Sternenoper
Genau wie "Xenosaga I" setzt auch "Jenseits von Gut & Böse" auf den bewährten Mix aus minutenlangen Cutscenes und knackigen, rundenbasierten Kämpfen. Bei den Fights dürft ihr eure Hiebe neuerdings auf drei gegnerische Trefferzonen verteilen. Dies verlangt euren grauen Zellen vor allem in den mitunter extrem kniffligen Bossduellen strategische Höchstleistungen ab.
Schade: Die ehemals extrem freie Charakterentwicklung wird auf ein Minimum an Möglichkeiten zurückgeschraubt. Auch haben die Macher aus unerfindlichen Gründen auf den Einsatz von Geld verzichtet, so dass Ihr begehrte Items oftmals nur bei eliminierten Gegnern findet. ?GÄ
