Massenentlassungen bei Xbox sind wohl auf 80-Milliarden-Dollar KI-Offensive bei Microsoft zurückzuführen

News Lukas Egner
Massenentlassungen bei Xbox sind wohl auf 80-Milliarden-Dollar KI-Offensive bei Microsoft zurückzuführen
Quelle: Microsoft

Seit Anfang des Jahres sind bei Microsoft über 15.000 Mitarbeiter entlassen worden, viele davon aus der Xbox-Sparte. Ein neuer Bericht nennt jetzt die groß angelegte KI-Offensive von Microsoft als Grund für die Massenentlassungen.

Seit mehreren Jahren geht ein Geist um in der Videospiel-Industrie. Der Geist der Entlassungen. Nachdem viele Spielepublisher und -entwickler während der Corona-Pandemie vor allem auf grenzenloses Wachstum gesetzt haben, werden sie nun von der Realität eingeholt und müssen viele ihrer Mitarbeiter wieder entlassen. Besonders hart hat es dabei die Xbox-Sparte von Microsoft getroffen. Doch nicht etwa zu wenig Gewinn oder Einsparungen sind der Grund für die Entlassungen. Nein, vielmehr will Microsoft noch mehr Geld für eine riesige KI-Offensive freischaufeln.

Kündigungswelle bei Xbox: Was steckt dahinter?

Schon seit 2023 hört man bei Xbox immer wieder von Kündigungswellen. So wurden etwa 2023 die Entwickler des für den "Game of the Year"-Award nominierten Rhythmus-Spiels Hi-Fi-Rush gekündigt und das Studio geschlossen. Eine weitere Schockmeldung folgte dann vor wenigen Tagen: Von den Massenentlassungen von fast 9000 Angestellten bei Microsoft trifft es die Xbox-Sparte besonders hart.

Viele Spiele wie etwa Perfect Dark, Forza Motorsport oder das neue MMORPG der Fallout-Macher wurden komplett eingestellt. Ganze Spielestudios wie "The Initiative" wurden geschlossen. Und die Zukunft der Marke Xbox ist ungewiss. Doch sucht man nach Gründen, wird man nur schwer fündig. Eigentlich spricht alles dafür, mehr Menschen einzustellen, statt zu entlassen.

Denn Microsoft geht es so gut wie selten: Nicht nur hat man gerade Apple in Sachen Marktkapitalisierung überholt, auch steht man in einem Wettkampf mit Nvidia um die Krone des "wertvollsten Unternehmens der Welt". Microsoft fuhr im laufenden Geschäftsjahr zweistellige Milliarden-Gewinne ein. Und trotzdem schockiert der Konzern aus Redmond mit Massenentlassungen. Warum?

Microsoft will nicht in Menschen, sondern in KI investieren!

Laut einem Bericht der Seattle Times möchte Microsoft mehr Geld in KI-Infrastruktur und -Technologien investieren und nimmt zur Finanzierung dieser Bemühungen verschiedene Kürzungen in vielen Organisationen und Abteilungen vor. Besonders davon betroffen ist wohl die Xbox-Sparte. Demnach wolle man zwar nicht direkt die Mitarbeiter durch KI ersetzen, allerdings bräuchte man für den Aufbau neuer KI-Technologien so viel Geld, dass man in anderen, weniger wichtigen oder weniger wirtschaftlichen Bereichen, kürzen muss.

So will der Konzern im nächsten Jahr ganze 80 Milliarden US-Dollar in neue KI-Bemühungen stecken, um mit der Konkurrenz von OpenAI, Meta oder Google mithalten zu können. Diese Strategie ist bei den Aktionären von Microsoft wohl sehr beliebt. Dass damit tausende Menschen ihren Job und teilweise ihre Existenz verlieren, scheint in Kauf genommen zu werden.

Auch Xbox-Chef Phil Spencer scheint den Kurs von Microsoft hinzunehmen. Er kommentierte die erneute Kündigungswelle damit, dass trotz der Entlassungen die "Xbox-Marke, Hardware und das Spiele-Lineup noch nie stärker waren". Der Chef mit dem Millionengehalt blickt also positiv in die Zukunft. Wie es um die Xbox tatsächlich steht, wird aber von Tag zu Tag mehr zum Ratespiel. Zumindest scheint Sony einer ihrer populärsten Playstation-Exklusivtitel jetzt auch auf die Xbox zu bringen und damit zumindest für etwas Trost in angespannten Zeiten zu sorgen.

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