XCOM 2: War of the Chosen stundenlang gespielt - Alle Neuerungen des Add-ons in der Vorschau mit Gameplay-Videos
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PC Games spielt XCOM 2: War of the Chosen! Die Vorschau zum Gameplay des Add-ons kommt mit vielen Minuten neuen Video-Szenen daher und erklärt alle Neuerungen des Add-ons zum aktuell besten Rundentaktik-Spiel auf dem Markt. Liefert Firaxis nach XCOM: Enemy Within wieder eine Top-Erweiterung ab?
Wir haben XCOM 2: War of the Chosen gespielt, stundenlang. Für unsere Vorschau durften wir dabei viele Minuten neuer Gameplay-Videos aufnehmen. Das hat sich gelohnt: Ins große Add-on zum Taktik-Schwergewicht packt Firaxis so viele Neuerungen, man könnte die Erweiterung fast schon XCOM 3 nennen.
XCOM 2: War of the Chosen Hands-on Preview mit Gameplay-Videos
Quelle: PC Games
Ein erfolgreicher Angriff auf einen der Lost-Mutanten gewährt eine Bonus-Attacke - auch mehrmals. Nahkampf-Moves, Psi-Skills und Granaten beenden die Kombo.
Manche bekommen nie genug. Während so einige XCOM 2-Spieler bereits in der Originalkampagne auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad über Frust und Quicksave-Orgien fluchten, installierten andere nach dem Ironman-Durchgang auf dem höchsten Härtegrad mit nur einem Speicherstand seelenruhig die Fan-Modifikation Long War 2. Die verlängert den Feldzug und verschiebt die Chancen im Kampf XCOM-Sondereinsatztruppe gegen Alien-Invasoren noch mehr Richtung der außerirdischen Computergegner.
Wem das immer noch nicht herausfordernd genug war, für den hat Entwickler Firaxis jetzt auch wieder offiziell neues Taktik-Futter: XCOM 2: War of the Chosen (WotC) stockt das Gegnerarsenal weiter auf und quält die Spieler unter anderem mit drei quasi unsterblichen Super-Aliens. Immerhin: Neue Verbündete, überarbeitete RPG-Elemente und sinnvolle Gameplay-Verbesserungen sorgen dafür, dass PC-Kommandeure im Guerilla-Kampf nicht gänzlich chancenlos sind.
XCOM 2-Add-on im Gameplay-Check: Unvermutete Vorlage
Nach drei kleineren XCOM 2-DLCs und dem Season Pass ist War of the Chosen ein richtiges, großes Add-on für XCOM 2, das genauso in die bestehende Kampagne integriert wird wie Enemy Within beim Vorgänger. Allerdings kostet die neue Erweiterung mehr; XCOM 2: War of the Chosen wird zum Preis von 40 Euro verkauft. An die Seite des brandgefährlichen Avatar-Projekts der Aliens aus dem Hauptspiel rückt jetzt die Bedrohung durch drei Auserwählte, sogenannte Chosen. Diese Krieger machen Jagd auf eure XCOM-Soldaten und die fliegende Basis Avenger. Zu diesem Zweck tauchen sie allenthalben in Haupt- wie Zufallsmissionen auf und greifen eure Einheiten zusätzlich zu den gewöhnlichen Schergen des Advent-Regimes an. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von Säuberungstruppen mit Flammenwerfern und neuen Psi-Priestern, die Gegner schon mal eine Runde lang in Stasis versetzen, während ihre Kollegen die restlichen Menschen zerschreddern.
Laut Firaxis-Designer Jake Solomon hat sich XCOM 2: War of the Chosen den ein oder anderen Trick bei einem anderen Spiel abgeguckt - dem Action-Adventure Mittelerde: Mordors Schatten aus dem Jahr 2014! Dessen Nemesis-System weist dann auch tatsächlich so einige Parallelen zu der Art und Weise auf, wie die Chosen in den zwei gespielten Missionen unserer Vorab-Betaversion auftreten. Das fängt bei den fein säuberlich aufgelisteten Stärken und Schwächen wie "Immun gegen Explosivschaden" an, reicht über die Mitteilungsfreude der stark personalisierten Widersacher inklusive Erinnerungsvermögen ("Damals hast du mich besiegt, aber jetzt werde ich blutige Rache nehmen!") und hört noch lange nicht auf bei den prozedural generierten neuen Traits und Skills, die ein Auserwählter aus einer Auseinandersetzung mit dem XCOM-Team davonträgt.
Quelle: PC Games
Die Meuchelmörderin setzt auf Unsichtbarkeit und Blendgranaten, um aus dem Hinterhalt anzugreifen und Gegenangriffe zu verzögern. Immun gegen Overwatch-Schüsse.
Die Chosen agieren auch auf der Weltkarte selbstständig. Zu Beginn sammeln sie Informationen und verschleppen dazu etwa betäubte Soldaten. Anschließend starten sie Sabotageaktionen, die wie die Dark Events in XCOM 2 Nachteile für euch mit sich bringen. Wer die Chosen nicht dingfest macht, indem er sie in ihrer Heimatbasis zum Kampf stellt, dessen Avenger wird früher oder später vom Himmel geschossen - es folgt eine Verteidigungsmission gegen den mächtigsten der drei Chosen und seine Schergen. Siegeschancen: gering!
Bei den Chosen gilt wie bei den Orks aus Mordors Schatten: Der Tod ist unter Umständen erst der Anfang, die Fieslinge kehren immer wieder zurück und beharken euch so lange, bis ihr ihre Heimatbasis ausfindig macht und sie dort ein für alle Mal zur Strecke bringt. Anders als die Orks im Nemesis-System von Monoliths Action-Adventure werden die Chosen anschließend aber nicht durch Untergebene ersetzt, so weit gehen die Parallelen dann doch nicht. Allerdings sackt ihr beim das Ableben eines "Unsterblichen" dessen einzigartige Waffe wie Scharfschützengewehr oder Katana ein, mit der ihr einen eurer siegreichen (und sogleich viel mächtigeren) Soldaten ausrüsten dürft.
XCOM 2: WotC-Klassen - Neue Revoluzzer gesucht
Bis es soweit ist, vergehen laut Firaxis aber unter Umständen viele Stunden; wann ihr euch mit den Chosen auseinandersetzt, bleibt in der nicht-linearen Kampagne eure Entscheidung. Bis dahin verfolgen die Auserwählten ihre eigenen Pläne; während der Countdown zum Avatar-Projekt aus dem Hauptspiel heruntertickt, nehmen die Chosen Geiseln und quetschen sie nach Informationen aus. Wer nach einem Angriff der Super-Aliens betäubte Verbündete nicht rechtzeitig versorgt, sieht die Soldaten nicht wieder - es sei denn, ihr startet mit Hilfe der neuen Rebellengruppen einen Rettungsversuch.
Quelle: PC Games
Advent-Soldaten tragen jetzt auch Flammenwerfer; beim Exitus explodieren die Tanks auf dem Rücken.
Skirmisher, Reaper und Templer lauten die Namen der Fraktionen, auf die ihr im Spielverlauf trefft. Diese Reste des menschlichen Widerstand schließen sich euch nach und nach an. Dadurch erhaltet ihr auf der Weltkarte im Strategiemodus einen zusätzlichen Stützpunkt, an dem ihr rasten und so die Ressource Informationen beschaffen könnt. Außerdem erhaltet ihr die Möglichkeit, den Rebellen Befehle zu geben und koordinierte Guerilla-Aktionen zu starten. Die werden nicht auf den Taktik-Maps ausgespielt und finden ausschließlich in Textfenstern statt. Ihr stellt lediglich einen oder zwei Soldaten für ein paar Tage ab; bei deren Rückkehr hagelt es Belohnungen. So vergrößert ihr auch euren Einfluss auf die Rebellen; je mehr dieser neuen Ressource ihr hortet, umso mehr Befehle dürft ihr geben. Die kommen als Spielkarten daher und verschaffen XCOM wirtschaftliche und andere passive Boni.
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Am wichtigsten ist aber die personelle Verstärkung, die eine Kontaktaufnahme mit den Splittergruppen der Résistance mit sich bringt. Denn die drei neuen Soldatenklassen von XCOM 2: War of the Chosen spielen sich wunderbar eigenständig und abwechslungsreich! Rebellentruppen sind deutlich seltener als die typischen XCOM-Rookies, sie punkten mit Qualität statt Quantität. So stehen bei den meisten Levelaufstiegen von Templern & Co. gleich drei statt zwei Fähigkeiten zur Wahl und einige davon sind extrem mächtig geraten. Der Skirmisher überwindet etwa von Beginn an mit dem Greifhaken große Distanzen, ohne dass ihn dies eine Aktion kostet. Entfernte Feinde fängt er gar wie mit einem Lasso ein und erledigt sie im Nahkampf. Die Reaper können dafür auf höheren Charakterstufen mit dem Scharfschützengewehr die Panzerung von Gegnern knacken und haben im Schleichmodus stets eine Chance, bei Angriffen nicht entdeckt zu werden. Templer sammeln dagegen mit zunehmender Dauer einer Mission Psi-Energie, die sie gegen Ende zu fast schon unaufhaltsamen Erzmagiern macht.
Quelle: PC Games
In XCOM 2: War of the Chosen gibt es einen neuen Fotomodus, mit dem ihr Bilder von Buddy-Duos, verstorbenen Soldaten oder erfolgreich zurückgekehrten Einsatz-Teams macht.
Doch während sich eure hochstufigen Truppen mit dem Add-on noch mehr als in XCOM 2 von verzichtbarem Kanonenfutter zu stylischen Superhelden entwickeln, legen natürlich auch die KI-Gegner ordentlich zu in Sachen Gefährlichkeit. Der Warlock, eine Art Psi-Hexer, agiert wie der Totenbeschwörer aus dem Diablo 3-DLC und ruft ganze Geisterscharen herbei. Einmal besiegt, explodieren die auch noch, am liebsten natürlich in der Nähe eurer Soldaten. Eieiei, wer seine Taktikspiele gerne etwas härter mag, der kann sich bei War of the Chosen wahrlich nicht über einen zu laschen Schwierigkeitsgrad beschweren! XCOM 2-Veteranen wird aber dennoch empfohlen, gleich auf der Commander- oder sogar Legenden-Stufe anzufangen. Erst recht wenn sie sich vorher schon durch Long War 2 gequält haben!
Nacht der lebenden Toten
Im Vergleich mit dem dicken Lebenspunkte-Konto der Chosen wirken die anderen groß angekündigten Neuzugänge des Add-ons regelrecht kümmerlich: Die Lost sind mutierte Menschen und leben in verlassenen Städten, einer der neuen Kartenvarianten von War of the Chosen. Die ausgemergelten Wesen haben anfangs lächerliche vier Hitpoints, treten aber in rauen Mengen auf. Je mehr Züge ihr für den Abschluss einer Mission braucht und je lauter ihr dabei vorgeht (Stichwort: Explosionen), umso mehr Lost-Schwärme greifen eure Soldaten an. Irgendwann genügen auch die kostenlosen Bonus-Angriffe auf die Quasi-Zombies nach erfolgreichen Treffern nicht mehr, um der Übermacht Herr zu werden.
Dieser bewusst gewählte Wechsel aus großen Schlachten gegen anstürmende Lost-Horden und taktisch knifflige Bosskämpfe mit Beteiligung der Chosen macht beim XCOM 2-Add-on den großen Reiz aus. Dazu kommen viele kleine Verbesserungen, die das Spielerlebnis subtil verändern, ohne sich aufzudrängen. Vor allem die Art, wie der Spieler neue Technologien erforscht, wird in War of the Chosen stark verändert. So kann es jetzt zufallsbasiert zu einem wissenschaftlichen Durchbruch kommen. Dadurch wird eine neue, ansonsten unzugängliche Technologie verfügbar - aber nur, wenn ihr sofort alles andere links liegen lasst. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert Neuerung Nummer zwei: Bei jeder Forschung besteht eine Chance, dass eure Wissenschaftler anschließend inspiriert werden, eine bestimmte andere Technik besonders schnell zu erforschen. Das sorgt für knifflige Entscheidungen im Labor!
Das neue Buddy-System belohnt derweil verständige Soldaten-Paare. In XCOM 2: War of the Chosen bildet ihr Feuerteams, die von der physischen Nähe ihrer Mitglieder auf dem Schlachtfeld profitieren. Von denen lässt sich sogar ein schickes Foto schießen - genau wie von verstorbenen Recken und der erfolgreich von einer Mission heimgekehrten XCOM-Truppe. Allerdings muss die Chemie zwischen den beiden Soldaten stimmen; eine neue Kompatibilitätsanzeige gibt darüber Auskunft, wer sich mit wem besonders gut versteht.
Quelle: PC Games
Der Psi-Priester stellt einen der neuen Gegnertypen von War of the Chosen dar. Er versetzt Soldaten zum Beispiel in Stasis.
Im Kampf können Buddys dank der neuen Teamwork-Fähigkeit ihrem Partner einen Zug schenken: Der Begünstigte darf dann einmal zusätzlich laufen und schießen, während sein Kollege eine Runde lang aussetzt. Aber Achtung: Gerät ein Buddy unter Feuer oder stirbt, läuft sein Kollege unter Umständen Amok oder entwickelt negative Eigenschaften. Ein Beispiel: Charaktere mit Zwangsstörung laden zu Beginn jeder Runde ihre Waffe nach, wenn das Magazin nicht voll ist.
Von der neuen Zielvorschau im Gefecht, welche die Wahl der Deckung stark erleichtert, über neue, die Atmosphäre fördernde Funksignale eines Rebellensenders in der Basis und Propagandanachrichten der Advent-Regierung bis hin zur XP-Leiste über dem Kopf jedes Soldaten, dank der man endlich gezielt bestimmte Soldaten im Rang hochzüchten kann: War of the Chosen runderneuert XCOM 2 und ist damit wohl ein Pflichtkauf für alle Fans des Hauptspiels.
XCOM 2: War of the Chosen wird parallel für PC, PS4 und Xbox One veröffentlicht, der Releasetermin ist am 29. August 2017. Über den Preis schweigt Publisher 2K Games noch.
