WoW Midnight: Blizzard spricht über Raids, Addons und Housing

Special Philipp Sattler
WoW Midnight: Blizzard spricht über Raids, Addons und Housing
Quelle: Blizzard

Ion Hazzikostas gibt neue Einblicke in WoW Patch 12.1, Midnight Season 1, Housing, Tiefen, Raids, Loot und Classic.

In WoW herrscht zwar niemals Stillstand, aber es gibt immer mal wieder ruhige Phasen, wie wir sie derzeit erleben. Der aktuelle Patch neigt sich dem Ende entgegen und am Horizont wartet das nächste Update mit neuen Inhalten auf uns.

Im Hause Blizzard wird derweil natürlich fleißig an eben jenen Inhalten gearbeitet und geschraubt. Da der Plan aber steht, können sich die führenden Köpfe etwas herausnehmen und sich ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen - dem Geben von Interviews.

Genau das hat Game Director Ion Hazzikostas nun getan und dabei einen Einblick in die Zukunft von WoW (jetzt kaufen ) Midnight aber auch Classic gegeben. Er sprach über die Tiefen als neue Endgame-Säule, die weiteren Einschränkungen von Addons und dass Housing weiterhin rein optional bleiben muss.

Aber auch die mangelnde Qualität der vergangenen Updates war ein Thema, genau wie die Zukunft der Raids. Denn deren Struktur steht komplett auf dem Prüfstand, wie sich bereits im aktuellen Patch mit dem neuen "Mythic-Flex-Boss" zeigt. Eventuell sehen wir in diesem Bereich also größere Änderungen.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Punkte des Interviews von WoW Game Director Ion Hazzikostas mit Psybear für euch zusammengefasst. Am Ende findet ihr dann das gesamte Interview in Videoform.

Midnight Season 1: Allgemeine Bilanz

  • Blizzard ist mit Season 1 von Midnight insgesamt sehr zufrieden. Laut Ion Hazzikostas seien Feedback, Beteiligung und Stimmung in der Community sehr positiv.
  • Mythic Plus sei deutlich besser gestartet als noch in The War Within. Die Dungeons wurden bewusst zugänglicher gestaltet, damit Spieler nicht direkt zu Beginn der Season frustriert werden.
  • Für sehr starke Mythic-Plus-Spieler mussten nachträglich neue Ziele geschaffen werden. Dazu gehört unter anderem der neue Top-1-Prozent-Titel.
  • Die Aufteilung auf mehrere kleinere Raids kam gut an. Blizzard sieht darin mehr Flexibilität für Gilden und Pugs sowie mehr Abwechslung beim wöchentlichen Raid-Alltag.
  • Tiefen laufen laut Blizzard weiterhin sehr gut. Das System wurde aus The War Within übernommen, in Midnight weiter verbessert und soll noch ausgebaut werden.

Tiefen, Beutejagd und Solo-Spieler

  • Tiefen sind jetzt ein fester Bestandteil des WoW-Endgames. Was ursprünglich eher als Experiment gedacht war, soll dauerhaft Teil des Spiels bleiben.
  • Blizzard hat ein eigenes Tiefen-Team aufgebaut. Dieses Team soll sich langfristig um die Weiterentwicklung des Systems kümmern.
  • Das Team hat aus The War Within wichtige Lektionen für Tiefen gelernt. Dazu gehören die ideale Länge, das Tuning und die Erkenntnis, dass Unterwasser-Abschnitte bei Spielern nicht gut ankommen.
  • Mit dem Beutejagd-System will Blizzard Solo- und Outdoor-Spielern mehr Ziele geben. Es soll der offenen Welt mehr Tiefe verleihen und Spielern außerhalb von Raids, Dungeons und PvP mehr Beschäftigung bieten.
  • Hazzikostas betont, dass Solo-Spieler lange unterversorgt waren. Tiefen und Beutejagd sind direkte Antworten darauf, dass viele Spieler nach der Levelphase und der Kampagne früher keine langfristigen Ziele mehr hatten.

Housing und Sammelmotivation

  • Housing soll ausdrücklich kein Pflichtsystem sein. Blizzard will Spieler nicht über Player Power oder andere spielerische Vorteile dazu zwingen.
  • Housing ist laut Hazzikostas ein Fundament für die Zukunft. Das System soll über Jahre weiter wachsen und neue Tiefe bekommen.
  • Blizzard akzeptiert, dass nicht alle Spieler sofort Zeit für Housing haben. Wer gerade mit Raids, Mythisch-Plus, Tiefen oder anderen Inhalten beschäftigt ist, soll Housing später in Ruhe ausprobieren können.
  • Kosmetische Belohnungen und Selbstausdruck bleiben ein wichtiger Motivationsfaktor. Housing passt laut Blizzard genau in diese langfristige Sammel- und Ausdrucks-Kategorie.

Raids, Mythic-Struktur und Sporenfall

  • Blizzard sieht die Raid-Struktur als eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Das Grundmodell mit flexiblen Normal/Heroic-Raids und festen 20 Spielern auf Mythisch wurde seit Warlords of Draenor kaum verändert.
  • Raids müssen sich heute stärker gegen Mythic Plus und Tiefen behaupten. Deshalb experimentiert Blizzard mit Belohnungen, Struktur und mehreren kleineren Raids.
  • Sporenfall war ein bewusstes Experiment. Der Boss bot unter anderem flexible Raidgrößen auf Mythisch, Bonusrolls und wiederholbare Belohnungen.
  • Die Ergebnisse von Sporenfall bewertet Blizzard positiv. Hazzikostas sagt, das Experiment sei erfolgreich gewesen und liefere wertvolle Daten für künftige Raid-Entscheidungen.
  • Flexible Mythic-Bosse könnten künftig häufiger vorkommen. Eine komplett flexible Mythic-Raidstruktur sieht Blizzard aber nicht automatisch als Zukunft.
  • Feste Mythic-Raidgrößen haben aus Sicht von Blizzard weiterhin Vorteile. Sie helfen beim Tuning schwerer Bosse und verhindern, dass Gruppen ständig Spieler wegen optimaler Gruppengrößen austauschen.
  • Auch starre Mythic-Lockouts könnten irgendwann überprüft werden. Hazzikostas nennt spätere Lockerungen nach Abschluss der Ruhmeshalle als mögliche Option, kündigt aber nichts Konkretes an.

Addons, Bossdesign und Race to World First

  • Blizzard spricht nicht von "keinen Addons", sondern von "entschärften Addons". Addons bleiben ein wichtiger Teil von WoW, sollen aber Kämpfe nicht mehr in problematischem Maße lösen.
  • Die Addon-Umstellung ist laut Hazzikostas noch nicht perfekt. Blizzard sei aber grundsätzlich zufrieden mit der Richtung.
  • Mit Patch 12.1 soll es einen größeren Umbau bei Buffs und Debuffs geben. Dadurch sollen viele Addon-Schlupflöcher geschlossen werden, während Addon-Entwickler in anderen Bereichen klarere Grundlagen bekommen.
  • Während des Race to World First hat Blizzard nicht jeden Workaround sofort geschlossen. Zu schnelle Hotfixes hätten bei vielen normalen Spielern Lua-Fehler und kaputte Addons verursacht.
  • Bossdesign muss nach den Addon-Änderungen neu kalibriert werden. Blizzard muss wieder genauer lernen, welche Mechaniken ohne starke Addon-Hilfe fair, lesbar und schwer genug sind.
  • Die härtesten Mythic-Endbosse werden anfangs bewusst für die besten Gilden der Welt getunt. Danach sollen sie schrittweise generft werden, damit auch Ruhmeshallen- und Cutting-Edge-Gilden realistische Chancen haben.
  • Blizzard will Mechaniken künftig klarer darstellen. Visuelle Telegraphs und Effekte sollen eindeutiger werden, damit Spieler wichtige Informationen besser aus dem Spiel selbst erkennen.

Patch-Kadenz, Qualität und technische Probleme

  • Blizzard hält grundsätzlich an der schnelleren Patch-Kadenz fest. Seit Dragonflight strebt das Team ungefähr alle acht Wochen neue Updates an.
  • Diese Acht-Wochen-Kadenz ist aber kein starres Gesetz. Wenn ein Patch nicht stabil genug ist, soll er verschoben oder angepasst werden.
  • Patch 12.0.5 war laut Hazzikostas problematisch, aber nicht wegen zu hoher Geschwindigkeit. Er sieht eher interne Prozessprobleme und zu späte Bugfixes kurz vor Release als Ursache.
  • Das Housing-Problem in Patch 12.0.5 entstand durch einen Fix am Aufzug in Siege of Orgrimmar. Eine Änderung an altem Raid-Code hatte unerwartete Auswirkungen auf die Platzierung von Housing-Deko.
  • Blizzard will daraus Konsequenzen ziehen. Kurz vor Patch-Release sollen weniger riskante Änderungen vorgenommen werden, damit stabile Builds nicht kurz vor dem Start noch beschädigt werden.

Loot, Itemlevel und Gruppensuche

  • Blizzard sieht hohe Itemlevel nicht mehr automatisch als Skill-Nachweis. Durch verschiedene Endgame-Wege können Spieler heute auf unterschiedliche Weise an starke Ausrüstung kommen.
  • Hazzikostas hält es nicht grundsätzlich für toxisch, wenn Gruppen nach Erfahrung filtern. Entscheidend sei, dass Spieler ähnliche Erwartungen und Ziele haben.
  • Die Gruppenfinder-Optionen sollen Erwartungen besser angleichen. Entspannte Lernruns und schnelle Push-Gruppen sollen leichter die passenden Mitspieler finden.
  • In Season 2 will Blizzard beim Bonusroll-Tempo etwas zurückrudern. Void Cores sollen früher verfügbar sein, aber nur noch mit einem Core pro Woche statt zwei.

Classic, Retail und Discord

  • Blizzard versucht Überschneidungen zwischen Retail und Classic zu vermeiden, aber nicht um jeden Preis. Spieler einer Version sollen nicht unnötig warten müssen, nur weil in einer anderen Version gerade ein Update erscheint.
  • Burning Crusade Classic hat mehr Retail-Spieler angezogen als erwartet. Deshalb will Blizzard bei kommenden TBC-Phasen stärker auf mögliche Überschneidungen achten.
  • Feiertage beeinflussen ebenfalls Release-Termine. Ein TBC-Update wäre laut Hazzikostas wohl früher erschienen, wenn es nicht mit Weihnachten und Neujahr kollidiert wäre.
  • Mit Patch 12.1 kommt eine Discord-Integration. Gilden sollen ihren Ingame-Gildenchat mit einem Discord-Kanal verbinden können.
  • Blizzard sieht Discord als wichtige soziale Basis moderner Gaming-Communities. Die erste Integration soll vor allem die Kommunikation zwischen Spiel und Discord erleichtern.
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