World of Warcraft Classic: Wie sieht die Zukunft des Blizzard-MMOs aus?
Special
Die Inhalte für das Online-Rollenspiel World of Warcraft Classic erscheinen bekanntlich verteilt auf insgesamt sechs Phasen. Damit dürften die Fans für einige Monate beschäftigt sein - vielleicht sogar etwas länger. Doch was bringt die Zukunft nach dem Abschluss dieser Phasen? Gibt es überhaupt eine Zukunft darüber hinaus? Wir zeigen euch einige Möglichkeiten auf.
Auch fast zwei Monate nach dem Launch ist die Euphorie rund um das Online-Rollenspiel World of Warcraft (jetzt kaufen ) Classic keinesfalls verflogen - eher im Gegenteil. Auf bestimmten Servern gibt es in den Abendstunden auch weiterhin Warteschlangen beim Einloggen. Das Interesse ist also noch immer groß, die Spieler wollen beschäftigt werden. Für die nähere Zukunft ist der Nachschub an neuen Inhalten bereits gesichert: Über insgesamt sechs Phasen verteilt erscheinen sowohl neuer PvE- als auch zusätzlicher PvP-Contet. Somit haben die Spieler für die nächsten Monate eigentlich genug zu tun - wenn nicht sogar etwas länger. Doch wie sieht es für die Zeit nach diesen sechs Phasen aus? Gibt es überhaupt Pläne seitens der Entwickler für die längerfristige Zukunft des MMOs? Bisher hat sich Blizzard Entertainment nicht offiziell dazu geäußert. Wir wollen euch in diesem Special zwei mögliche Varianten vorstellen, wie es mit World of Warcraft Classic weitergehen könnte. Da wäre entweder eine konsequente Fortsetzung des bisherigen Content-Fahrplans oder das von vielen Fans geforderte "Classic+". Wir erklären euch, was sich dahinter verbirgt.
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Weitermachen wie bisher
Würde sich Blizzard Entertainment dazu entscheiden, einfach dem Fahrplan der ursprünglichen Retail-Version von World of Warcraft zu folgen, wäre die logische Konsequenz eine Veröffentlichung der bisher veröffentlichten Add-ons in chronologischer Reihenfolge. Folglich würde uns zunächst der Release von Burning Crusade und Wrath of the Lich King erwarten. Letzteres gilt für viele WoW-Fans ohnehin als die bisher beste Erweiterung und dürfte auf entsprechend viel Gegenliebe stoßen. Doch was genau waren eigentlich die Highlights in diesen ersten Add-ons? Welche Neuerungen haben sie gebracht, die in der bisherigen Historie von World of Warcraft einen bleibenden Eindruck hinterließen und bei einer "Classic-Veröffentlichung" sicherlich nochmals für einen gewissen "Impact" sorgen dürften? Lasst uns gemeinsam einen genaueren Blick darauf werfen.
Burning Crusade: Diese Erweiterung kam am 15. Januar 2007 auf den Markt und brachte einige Neuerungen mit sich, die noch bis heute in der Welt von World of Warcraft Bestand haben - und kaum wegzudenken sind. Unter anderem feierten sowohl die Blutelefen (Horde) als auch die Draenei (Allianz) mit Burning Crusade ihr Debüt als neue spielbare Völker. Das sorgte für etwas mehr Abwechslung bei der Auswahl. Außerdem kam mit dem Juwelenschleifen ein weiterer Beruf hinzu, so dass sich Spieler fortan eigene Ringe und Amulette basteln konnten. Das wohl größte Highlight dürfte - abgesehen von zahlreichen neuen Dungeons und Raids - wohl die Premiere der fliegenden Reittiere darstellen. Erstmals war es den Spielern möglich, die Landschaften von World of Warcraft auch abseits der automatisiertern Flugrouten in luftiger Höhe zu bereisen. Das war nicht nur ein neues Spielgefühl, sondern gleichzeitig auch eine Zeitersparnis - wenn auch eine recht teure. Außerdem gab es im Rahmen von Burning Crusade erstmals die bis heute sehr beliebten Arenakämpfe sowie den Instanzenfinder, der die Bildung von Dungeon-Gruppen merklich vereinfachte. All das würde bestimmt auch den Spielern von WoW Classic gut gefallen und einiges erleichtern.
Wrath of Lich King: Dies war die zweite große Erweiterung für World of Warcraft und kam am 13. November 2008 auf den Markt - also nicht mal zwei Jahre nach dem Release von Burning Crusade. Bis zum heutigen Tag gilt WotLK als einer der beliebtesten WoW-Erweiterungen, was sicherlich nicht nur an der guten Story rund um den Lichkönig Arthas, sondern vor allem an einigen der prägenden Neuerungen lag. Da wäre allen voran der Todesritter als spielbare Klasse zu nennen. Es war der erste Neuzugang dieser Art seit dem ursprünglichen Release des Online-Rollenspiels und wurde von zahlreichen Spielern dankend angekommen. Erfreulich war zudem, dass sie den Todesritter nicht auf Stufe 1, sondern bereits mit Stufe 55 - das erleichterte den Aufschluss zu Freunden. Nicht nur die Optik des Todesritters, sondern auch das exklusive Runensystem sowie die drei Spezialisierungen machten diese Klasse sehr begehrt. Doch Wrath of the Lich King hatte noch mehr zu bieten. Dazu zählen die Inschriftenkunde als neuer Beruf, der Einsatz von Belagerungswaffen sowie die Einführung eines realmübergreifenden Instanzenfinders, der die Zusammenstellung von Gruppen noch weiter vereinfachte. Letzteres ist eine Komfortfunktion, die viele Fans der Retail-Version von World of Warcraft nicht mehr missen wollen.
Die Alternative: World of Warcraft Classic+
Blizzard Entertainment hätte jedoch eine Alternative zum bereits bekannten Content-Fahrplan. Die ist gemeinhin unter dem inoffiziellen Namen "Classic+" bekannt und wird bereits von zahlreichen Fans im Rahmen einer Online-Petition vehement gefordert. Diese Option sieht vor, dass Blizzard die bekannten Erweiterungen außen vorlässt und World of Warcraft Classic "losgelöst" weiterentwickelt. Sprich: Das Team könnte komplett neue Add-ons erschaffen, die es für die Retail-Version von WoW bisher nicht gegeben hat. Es würde die Tore für völlig neue Welten und Abenteuer eröffnen, den Reiz von etwas Besonderem ausstrahlen. Zumal bei dieser Option der etwas fade Beigeschmack des "Recyclings", das Blizzard bereits mehrfach vorgeworfen wurde, über Bord werfen würde.
Allerdings birgt diese Alternative auch so manches Risiko. Anstatt auf bewährte Systeme und Inhalte setzen zu können, müsste Blizzard Entertainment mit Features experimentieren, ohne genau zu wissen, wie sie bei den Fans ankommen. Ein großer Vorteil beim Launch von World of Warcraft Classic war, dass ein Großteil der Spieler sehr genau wusste, was sie erwartet. Außerdem würde es einen erhöhten Arbeitsaufwand für Blizzard Entertainment bedeuten. Sie könnten nicht auf bereits vorhandene Assets und Daten zurückgreifen, sondern müssten die neuen Erweiterungen von Grund auf neu entwickeln. Das benötigt aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich mehr Ressourcen und Zeit. Der von vielen Fans gewünschte Nachschub an neuen Inhalten würde demnach wohl länger auf sich warten lassen als beim Festhalten am bereits bekannten Content-Fahrplan.
Für welchen Weg sich Blizzard Entertainment sich letztendlich entscheidet, bleibt abzuwarten. Vielleicht gibt es sogar noch eine weitere Alternative, mit die euch das Team letztendlich überrascht. Möglicherweise sind wir nach der diesjährigen BlizzCon bereits etwas schlauer. Fest steht jedenfalls: Die Wege für die Zukunft von World of Warcraft Classic sind geebnet, der Rest liegt bei Blizzard.
