World of Warcraft: Warum ihr als WoW-Spieler Final Fantasy 14 eine Chance geben müsst

Special Christian Schmid Maria Beyer-Fistrich
Der Anime-Stil von FFXIV fällt überraschenderweise deutlich klarer und realistischer aus, als der Comic-Stil von WoW. Die japanische Stadt im Screenshot ist übrigens nicht die Regel; von gotischen Kathedralen bis hin zu schwebenden Festungen findet sich praktisch alles was im Fantasy-Genre existiert in Eorzea wieder.   (1)
Quelle: PC Games 

Der König ist gefallen: WoW musste seinen Platz als meist gespieltes MMORPG an Final Fantasy XIV abtreten. Wir verraten allen WoW-Spielern unter euch, warum ihr FFXIV eine Chance geben solltet und erklären die größten Unterschiede zum bisherigen Genre-Primus.

Im Juni 2021 war es so weit: Final Fantasy XIV nahm World of Warcraft behutsam bei der Hand und sagte den berühmten Satz, den schon König Terenas im Jahr 2008 von sich gab: "Kein König herrscht für immer, mein Sohn." Final Fantasy XIV ist nun offiziell das meistgespielte MMORPG der Welt. Und das ist gut so! Ein wenig Konkurrenz lässt die kreativen Säfte fließen, sodass Blizzard in Zukunft ordentlich an den Stellschrauben seines Vorzeige-MMORPGs drehen kann. In der Zwischenzeit empfehlen wir allen WoW-Spielern einen Blick zu riskieren und einen Ausflug nach Eorzea zu unternehmen, denn hier läuft in der Tat einiges anders.

Auch wenn ihr den Großvater des modernen MMORPGs schon seit Jahren spielt und ein abgebrühter Blizzard-Fan seid: Wir verraten euch in diesem Artikel, warum ihr FFXIV als WoW-Spieler eine Chance geben solltet. Dazu beschäftigen wir uns zunächst mit den Vorzügen und interessanten Features des Square-Enix-Titels. Nebenbei erklären wir, welche Unterschiede Final Fantasy XIV im Vergleich zu WoW aufweist und welche Gemeinsamkeiten die beiden Titel besitzen. Achtung: Wir wollen damit nicht sagen, dass FFXIV per se besser ist als World of Warcraft (jetzt kaufen )! Wir möchten euch lediglich auf ein wirklich gutes MMORPG aufmerksam machen. Bereit? Dann sattelt euren Chocobo und gebt dem Huhn die Sporen, denn heute gibt es eine Schnelltour durch Eorzea. Wenn ihr Lust habt, selber direkt reinzuspielen, dann schaut mal auf die Webseite von Final Fantasy 14. Es gibt eine kostenlose Trial-Version.
Auch wenn ihr mit Square-Enix-Spielen und dem Final-Fantasy-Universum sonst nichts zu tun habt, werdet ihr euch als WoW-Veteran in FFXIV schnell zurechtfinden. Das liegt natürlich zum einen an dem klassischen Tab-Targeting Gameplay, samt heiliger Dreifaltigkeit: Ihr wählt feindliche NPCs mit der Tab-Taste an; in Dungeons unterteilt sich die Gruppe in Tanks, Heiler und DPS. Nichts Wildes, alles soweit bekannt. Da FFXIV jedoch ein anderes Klassensystem, ein völlig unterschiedliches Crafting-Feature und einige zusätzliche Erwartungen an das Gruppenspiel mitbringt, können selbst altgediente WoW-Schlachtzügler vor die eine oder andere Wand rennen. Kein Problem, denn zu diesem Zeitpunkt greift der Neulings-Chat.

Von WoW zu FF14: So gelingt der Einstieg

Jeder neue oder zurückkehrende Spieler wird automatisch in den sogenannten Neulings-Chat gesteckt, in welchem er Fragen stellen, plaudern und anderen Spielern helfen kann. Der Chat ist jederzeit gut besucht und die dortigen Mentoren sehr hilfsbereit, also fragt, wenn ihr etwas nicht versteht. Zusätzlich erhalten neue Spieler ein kleines Blättersymbol neben ihrem Namen im Chat, der offenen Welt und Dungeons, sodass jeder sofort sieht, das ihr neu in Eorzea seid. Spieler, die nach langer Zeit zurückkehren erhalten hingegen eine kleine Blüte neben ihrem Namen.
Mounts gibt es auch in Final Fantasy 14.  Quelle: buffed Mounts gibt es auch in Final Fantasy 14.  Die "Sprösslinge und Blüten" werden von anderen Spielern in der Regel mit Nachsicht behandelt und erhalten vor allem in Dungeons auf Nachfrage eine Menge Unterstützung. Obendrein wird jedem Spieler bei einem Dungeonbesuch angekündigt, dass ihr die Herausforderung noch nicht abgeschlossen habt - samt einer Belohnung für die ganze Gruppe, wenn der neue Spieler seine Dungeonquest erfolgreich beendet! Das sind kleine Gesten, die in Summe allerdings dafür sorgen, das die FFXIV-Community durchweg sehr positiv auf Newbies und interessierte Fragen reagiert.

Wie lebendig ist die Welt von Final Fantasy 14?

Auch wenn man als WoW-gewohnter Spieler zu Beginn vielleicht nicht ganz mit der Anime-Optik von FFXIV warm wird, besitzt das Spiel gerade wegen seiner Square-Enix-Ursprünge einen massiven Vorteil: Das Story-Department der Spiele-Schmiede und das World-Building in FFXIV gehören bei Weitem zu den Besten im MMORPG-Sektor. Der Grund dafür ist zum einen, dass FFXIV Geschichten erzählt, die nicht in einer Erweiterung abgehandelt werden. Charaktere verfolgen storytechnisch ihre eigenen Ziele, alte Bekannte tauchen zu unerwartete Zeit auf und Aktionen haben (oft extrem harsche) Konsequenzen. Das Ganze wird mit häufigen Zwischensequenzen und gezielt eingesetzter Musik untermalt, sodass es die meisten Storyentwicklungen schaffen, an kritischen Momenten die richtigen Emotionen beim Spieler hervorzurufen. Große Bosskämpfe werden sogar mit ihrer eigenen Endgegner-Musik versehen - die nicht selten Gesangspassagen enthält!
Das Sounddesign von FFXIV sucht seinesgleichen. In Städten schwillt ein Hintergrundgemurmel an, wenn sich mehrere Spieler wie hier auf einem Fleck aufhalten. Die vielen kleinen Details lassen die Welt deutlich lebendiger als Azeroth erscheinen. Quelle: PC Games  Das Sounddesign von FFXIV sucht seinesgleichen. In Städten schwillt ein Hintergrundgemurmel an, wenn sich mehrere Spieler wie hier auf einem Fleck aufhalten. Die vielen kleinen Details lassen die Welt deutlich lebendiger als Azeroth erscheinen.

Auch was das Sounddesign angeht, agiert FFXIV sehr geschickt, indem zum Beispiel große Spieleransammlungen automatisch ein Hintergrundmurmeln hervorrufen, das in Großstädten zu einem Crescendo aus Stimmen, Klirren und Lachen anschwillt. Clever, denn auf diese Weise wirkt die Welt lebendig, ohne dass die anderen Spieler gezwungenermaßen viel tun müssen. Jeder Charakter kann zwischen verschiedenen Stimmen wählen, viele Emotes werden durch Lautäußerungen untermalt und selbst Reittiere besitzen ihre eigene "Reise-Musik" und eigene kleine Fähigkeiten. All das spielt zusammen und bietet WoW-Spielern eine Soundkulisse, die sie unerwartet schnell in Eorzea ankommen lassen. Square-Enix weiß, wie sehr das Spielgefühl von einem ein makellosen Sounddesign profitiert und investiert an dieser Stelle rigoros.

Grafisch gesehen besitzt FFXIV interessanterweise, trotz seines Anime-Stiles, die realistischeren Animationen und Charaktermodelle. Auch der bunte Comic-Stil von WoW hat etwas für sich, wer sich jedoch nach weichen Bewegungen und Details bis hin zu einzeln verstellbaren Gesichtsausdrücken sehnt, sollte Final Fantasy eine Chance geben. Rollenspieler werden hingegen mit den Kontextabhängigen Emotes glücklich, die zum Beispiel auch auf dem Reittierrücken oder im Sitzen genutzt werden können.

Welche Klassen gibt es in Final Fantasy 14? Das Job-System

Kurz gesagt: Spieler dürfen mit einem einzigen Charakter alle im Spiel verfügbaren Klassen erlernen. Das ist für WoW-Spieler natürlich ungewohnt, denn "Klasse" bedeutet in Azeroth praktisch "Lebenszweck" - einmal gewählt, könnt ihr euch nur noch zwischen den Rollen als Tank, Heiler und DPS entscheiden. Die "Jobs" in FFXIV hingegen sind eine Mischung aus WoW-Klasse und typischer Dungeon-Rolle: Paladine sind ausschließlich Tanks, Dragoner sind ausschließlich für den Schaden verantwortlich und Astrologen sind ausschließlich Heiler.

Bildergalerie

Achtung: Talentbäume gibt es nicht! Einmal gewählt, spielt ihr eine Klasse so, wie sie von den Entwicklern vorgesehen wurde. Auf selbst die arg gestutzte WoW-Variante der Talentbäume zu verzichten ist eine, sagen wir einmal mutige Designentscheidung der Square-Enix-Entwickler. Mit insgesamt 18 Kampf-Jobs kommt trotzdem keine Langweile auf, denn das Gameplay der Klassen selbst unterscheidet sich teils drastisch voneinander.
Das Job-System bietet Spielern die Möglichkeit, mit einem Charakter alle Klassen zu spielen. Alternative Charaktere sind in Eorzea praktisch unnötig, denn das Sammeln und Leveln von Berufen und Kampfklassen macht einen Großteil des Reizes von FFXIV aus.<br> <br> &nbsp; Quelle: PC Games  Das Job-System bietet Spielern die Möglichkeit, mit einem Charakter alle Klassen zu spielen. Alternative Charaktere sind in Eorzea praktisch unnötig, denn das Sammeln und Leveln von Berufen und Kampfklassen macht einen Großteil des Reizes von FFXIV aus.

 
Wer von einem Rotmagier zu einem Krieger wechseln will, nimmt einfach eine andere Waffe in die Hand und levelt ab diesem Zeitpunkt seine zweite, dritte oder vierzehnte Klasse. Wem das zu viel Mikromanagement ist, benutzt das Set-System und wechselt seine Klamotten mit einem Klick. Ein netter Nebeneffekt des Talentbaumlosen Job-Systems ist, dass die Klassen sehr gut ausbalanciert sind - logisch, denn die Entwickler müssen bei dem Balancing deutlich weniger Variablen bedenken.

Wer in WoW gerne seine Berufe levelt, wird in FFXIV ebenfalls glücklich werden, denn hier sind Beschäftigungen wie "Bergbau" oder "Kochen" eigene Jobs. Richtig gelesen: Köche können zum Beispiel stunden- und tagelang leveln, ihren Beruf verfeinern und besitzen sogar eigene Klamotten und Genstands-Sets. Von der Bewirtung hoher Politiker, bis hin zur Teilnahme an prestigeträchtigen Kochwettbewerben, werdet ihr als Meister-Chef einiges erleben. Dasselbe gilt natürlich für Grobschmiede, Plattner, Zimmermänner, Gärtner - wenn ihr ein Werkzeug in die Hand nehmen könnt, gibt es auch eine eigene (extrem lange) Questreihe dazu. Viel Spaß beim Schuften!

Gibt es Housing in Final Fantasy 14 und was kann man noch machen?

In WoW gibt es nicht viel, was ihr unternehmen könnt, wenn ihr einmal keine Lust auf Raids, Dungeons, PVP oder Quests habt. Klar, ihr könnt Berufe leveln, Haustierkämpfe bestreiten oder euch mit Systemen wie der Garnison und dem Missionstisch beschäftigen - doch diese halten in der Regel eine Erweiterung und dienen danach eher als nette Erinnerung. Final Fantasy XIV bedient sich hingegen großzügig an der Feature-Vielfalt seiner Einzelspieler-Vorbilder und begräbt den Spieler unter einer regelrechten Lawine an Nebenbeschäftigungen: Ihr wollt auf einem Hochseekutter mit 23 anderen Spielern zusammen auf große Fischertour gehen?

Läuft. Ihr wollt einen eigenen Renn-Chocobo großziehen, eine Reittierzucht eröffnen und mit euren preisgekrönten Vögeln Rennen gegen andere Spieler bestreiten? Legt los! Ihr habt Lust, eure Haustiere in einem kleinen MMOBA gegen NPCs oder Mitspieler ins Feld zu führen? Viel Spaß! Euch steht der Sinn eher nach einem Deck-Builder Sammelkartenspiel mit Geldeinsatz? Schnappt euch euer Deck und legt den Einsatz auf den Tisch!
Das Housing-System in FFXIV ist selbst im Vergleich mit anderen MMORPG-Eigenheimen sehr stark. Der Immobilienmarkt ist umkämpft und konnte bereits viele Spieler sehr arm oder reich machen.<br> <br> &nbsp; Quelle: PC Games  Das Housing-System in FFXIV ist selbst im Vergleich mit anderen MMORPG-Eigenheimen sehr stark. Der Immobilienmarkt ist umkämpft und konnte bereits viele Spieler sehr arm oder reich machen.

 
Solltet ihr danach noch Zeit und Laust haben, euer sauer verdientes Geld per Immobilienspekulation auf den Kopf zu hauen, taucht ihr in den Immobilienmarkt von Eorzea ein. Wer clever ist, kann mit dem Handel von Grundstücken und Nachbarschaften eine Menge Geld machen - oder ihr kauft euch euer eigenes kleines Heim und richtet dieses in einem offenen Housing-Feature nach eurem Gutdünken ein. Oh und wer den Geruch von Holzspänen liebt, darf sich natürlich auch seine eigenen Möbel bauen.
Von der Jagd nach Reittierverbesserungen, der Pflege einer eigenen NSC-Soldatenkompanie, dem Training seiner persönlichen Gehilfen oder dem Aufstieg in einer staatlichen Gesellschaft gibt es in FFXIV eine enorm große Menge an lohnenswerten Nebenbeschäftigungen und Zeitvertreiben. WoW ist aus gutem Grund eines der erfolgreichsten MMORPGs der Welt - aber FFXIV rangiert in dieser Beziehung weit an der Spitze.

Kann man Final Fantasy 14 mit dem Controller auch am PC spielen?

Haltet ein, bevor ihr nun kopfschüttelnd den Browser schließt: Die Controller-Steuerung in Final Fantasy XIV ist auch für PC-Spieler brauchbar und kann euch ohne Probleme durch die Story, Dungeons und den einen oder anderen Raid führen! Im Gegensatz zu anderen Versuchen ein MMORPG mit einem Controller zu steuern, funktioniert das Ganze in FFXIV problemlos, weil ihr keine 3rd-Party-Programme benutzen müsst. Immerhin erschien das Onlinerollenspiel auf inzwischen drei Playstation-Genrationen und konnte die Steuerung in dieser Zeit stark verfeinern.

Machen wir uns keine Illusionen: Natürlich ist die Tastatur-Steuerung dem Controller in Sachen Geschwindigkeit, Präzision und Flexibilität um Hausnummern überlegen - die Controller-Steuerung geht jedoch trotz allem intuitiv von der Hand und kommt auch mit dem Menü-Wust eines mehr als 10 Jahre alten MMOs problemlos klar.
Die Controllersteuerung funktioniert in FFXIV tadellos, weil sie von Beginn an mit zum Spiel gehörte. WoW lässt sich ebenfalls gut mit einem Controller steuern, benötigt allerdings ein im Vergleich recht langwieriges Setup. Quelle: PC Games  Die Controllersteuerung funktioniert in FFXIV tadellos, weil sie von Beginn an mit zum Spiel gehörte. WoW lässt sich ebenfalls gut mit einem Controller steuern, benötigt allerdings ein im Vergleich recht langwieriges Setup. Wenn ihr einen Fernseher und eine bequeme Couch in der Nähe eures PCs stehen habt, probiert es einmal aus: Es ist ein echtes Vergnügen, ein von Grund auf mit dem Controller in Gedächtnis designtes Onlinerollenspiel auf dem großen Bildschirm zu spielen. Ihr habt Rückenprobleme und müsst euch zwischendurch immer mal wieder von eurem Bildschirm entfernen? Mit einem Funk-Controller in der Hand und der Bereitschaft beim Spielen auf und ab zu wandern bestimmt nicht mehr euer Kreuz, wann ihr mit euren Freunden zusammen zockt, sondern ihr selbst.

Wie unterscheidet sich der Kampf von FF14 zu WoW und wie ist das Endgame?

Wer schließlich, nach hunderten Stunden, die Hauptstory von FFXIV abgeschlossen hat und sich ab diesem Zeitpunkt auf die Erweiterung Endwalker freut, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung der vielen Raids umsehen, die das Spiel zu bieten hat. Generell gilt: Die normalen Raids in FFXIV werden mit 8 Spielern absolviert und sind im Einstieg etwas leichter und vor allem Stressfreier als die Schlachtzüge von WoW.

Das liegt zu einem Großteil an den recht eindeutigen Rotationen, die Spieler in Final Fantasy fahren, im Vergleich mit dem extrem procc-basierten Spiel in WoW. Außerdem besitzt FFXIV eine GCD (Global Cooldown) Zeit von 2,5 Sekunden, während WoW mit 1,0 Sekunden deutlich hektischer daherkommt. Als letzter Chill-Faktor sind externe DPS-Meter im Spiel SEHR ungern gesehen, werden aber von Square-Enix toleriert - solange sie nicht benutzt werden, um Spieler auszuschließen oder zu mobben. Das ist ein Vergehen das, wenn es bekannt wird, mit empfindlichen Strafen einhergeht. Davon darf man halten, was man will, Fakt bleibt aber, dass die Raid-Szene im Schnitt deutlich lockerer mit Fehlern umgeht als die von WoW. Wie das Sprichwort so schön sagt: "Der letzte Lebenspunkt ist der entscheidende. Alles davor ist Dekoration."
Der Anime-Stil von FFXIV fällt überraschenderweise deutlich klarer und realistischer aus, als der Comic-Stil von WoW. Die japanische Stadt im Screenshot ist übrigens nicht die Regel; von gotischen Kathedralen bis hin zu schwebenden Festungen findet sich praktisch alles was im Fantasy-Genre existiert in Eorzea wieder.<br> <br> &nbsp; (1) Quelle: PC Games  Der Anime-Stil von FFXIV fällt überraschenderweise deutlich klarer und realistischer aus, als der Comic-Stil von WoW. Die japanische Stadt im Screenshot ist übrigens nicht die Regel; von gotischen Kathedralen bis hin zu schwebenden Festungen findet sich praktisch alles was im Fantasy-Genre existiert in Eorzea wieder.

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Das bedeutet aber bei weitem nicht, dass die Raids leichter als in WoW sind. Im Gegenteil: Fehler können hier extrem schnell tödlich sein. In den sogenannten "Fatalen Raids" kann ein einziges Stolpern eure Rotation aus dem Ruder laufen und die DPS abstürzen lassen, während Tanks und Heiler bei einem schlecht gesetzten Cooldown garantiert ihre gesamte Gruppe ins Verderben reißen. Der Grund liegt auch hier in der unterschiedlichen Raid-Herangehensweise der beiden Spiele: Mit standardmäßig 20 Teilnehmern und sich extrem schnell verändernden Bedingungen, verlangen WoW-Raids eine gute Reaktion von ihren Spielern - WoW sucht im mythischen Bereich nach reaktionsstarken Revolverhelden.
Housing, Hochseefischen, Chocobo-Zucht und Kompanieführerschaft: In Final Fantasy XIV gibt es so viele lohnende Nebenbeschäftigungen, dass die Kurzweil eine lange Zeit gesichert ist. Mit seinen Haustieren tritt man zum Beispiel zu einem Echtzeit-MOBA an.<br> <br> &nbsp; Quelle: PC Games  Housing, Hochseefischen, Chocobo-Zucht und Kompanieführerschaft: In Final Fantasy XIV gibt es so viele lohnende Nebenbeschäftigungen, dass die Kurzweil eine lange Zeit gesichert ist. Mit seinen Haustieren tritt man zum Beispiel zu einem Echtzeit-MOBA an.

 
Die FFXIV-Raids stellen Spielern hingegen nur selten vor chaotische Zustände und setzen eine minutiöse Planung und das Lernen teils sehr langer Angriffssequenzen voraus. Hinzu kommt, das in FFXIV jede Klasse dafür verantwortlich ist, Schaden am Boss zu verursachen. Richtig: Das bedeutet, dass sich auch Tanks und Heiler reinhängen dürfen, damit der Boss nicht den Schlachtzug plättet. Final Fantasy sucht also im Fatalen Bereich eher nach disziplinierten Schachboxern. Beides macht Spaß, spielt sich aber sehr unterschiedlich.

Ihr wollt trotz allen nicht auf die 20-Spieler-Raids von WoW verzichten? Dann hält FFXIV die "Allianz-Raids" für euch bereit, die mit drei 8er-Gruppen, also insgesamt 24 Spielern bestritten werden - darunter gezwungenermaßen alleine 3 Tanks und 6 Heiler. Alles in allem ist das Endgame in Final Fantasy XIV anders als in WoW, aber definitiv nicht leichter. Im Gegenteil, durch die extreme Koordination, die euch fatale Raids abverlangen, dürften sich auch Mythic-gewohnte Schlachtzugexperten nicht in Eorzea langweilen.

Soll ich jetzt als WoW-Spieler FF14 ausprobieren?

Final Fantasy XIV bedient also alle Bereiche, die für neugieriege WoW-Spieler interessant sind und macht sogar vieles eindeutig besser - mit einer großen Ausnahme. Die PVP-Szene ist in Blizzards Flaggschiff deutlich ausgeprägter, während sie in FFXIV praktisch kaum vorhanden ist. Das hat sich zwar über die Zeit hinweg gebessert, Arena-Veteranen sind jedoch in World of Warcraft definitiv besser aufgehoben, denn in Azeroth wird das PVP als einer der Hauptbestandteile des Spiels angesehen, während es in Eorzea eher die Funktion einer der oben erwähnten Nebenbeschäftigungen einnimmt. Allen anderen Spielern, von Solo-Story-Enthusiasten über Crafter bis hin zu Raidern und Eigenheimbesitzern ist ein Besuch in Final Fantasy stark anzuraten. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass ihr mit den Schultern zuckt und im Anschluss wieder nach Azeroth zurückkehrt. Und wer weiß? Vielleicht findet ihr ja in Eorzea eine zweite Heimat. Also kämpft für den Mutterkristall, fragt euch, warum jeder auf einen 16-Jährigen Jungen hört und am aller Wichtigsten: Vergesst nicht euren Chocobo mit Gysahl-Salatköpfen zu füttern, der Kleine hat es verdient. Viel Spaß, Krieger des Lichts!

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