World of Warcraft: Neue Vorwürfe gegen Nostalrius-Betreiber - nicht von Blizzard

News Luis Kümmeler
World of Warcraft: Neue Klage gegen Classic-Server Team Nostalrius? (6)
Quelle: buffed

Seit der Schließung des World-of-Warcraft-Classic-Servers Nostalrius hat das Team hinter dem Projekt nicht nur mit möglichen Urheberrechtsverletzungen seitens Blizzard zu kämpfen. Ein Entwickler hinter der von Nostalrius verwendeten Emulator-Software MaNGOS erwägt aktuell rechtliche Schritte gegen das Team - wenn es zu einer Einigung mit Blizzard kommen sollte.

Seit Blizzard vor einigen Wochen einen der größten und erfolgreichsten World of Warcraft Classic-Server Nostalrius via Unterlassungsanordnung an das Entwicklerteam dicht machte, ist unter Spielern im Netz ein Sturm der Entrüstung entbrannt. Nicht zuletzt dank einer über 250.000 Signaturen starken Online-Petition und der Mithilfe von Ex-Blizzard-Mitarbeiter Mark Kern, der sich erst neulich zur Diskussion mit seinem alten Arbeitgeber getroffen hatte, lenkte Blizzard öffentlich ein. Der Konzern lies sich ein seltenes Statement zu dem sonst eher totgeschwiegenen Thema entlocken und lud das Team von Nostalrius zu einem Besuch in ihrem kalifornischen Hauptquartier ein. Ob das Meeting von Erfolg für die Classic-Server-Bewegung gekrönt sein könnte, ist derzeit kaum abzusehen, doch unabhängig davon ist nun ein neues Problem für das Nostalrius-Team aufgetaucht.

Die Kollegen von Buffed haben nämlich aktuell Kontakt zu einem der Entwickler hinter MaNGOS, jener Emulator-Software, die das Team hinter Nostalrius zum Betreiben ihres Servers verwendet haben soll. Laut diesem Entwickler, der per Mail ein umfassendes Statement zur Situation abgegeben hat, hatte sich Blizzard in der Vergangenheit bereits mit diversen Betreibern von Privat-Servern getroffen, um dafür zu sorgen, dass die Codes hinter den Projekten nicht in Umlauf geraten. Gerade im Fall des offenbar sehr hochwertigen Nostalrius-Codes sei es Blizzard laut der Quelle sehr daran gelegen, dass andere Serverbetreiber nicht an diese Daten gelangten. Sollte das Team ihren Code allerdings nun an Blizzard weitergeben, die laut der Quelle sogar Geld für solche Codes bieten würden, wäre dies eine Urheberrechtsverletzung an MaNGOS, ein Programm, das ursprünglich lediglich als Lernsoftware für Studenten der Informatik gedacht sei. Dem Emulator liegt laut des Projektleiters nämlich eine Lizenz bei, die verlangt, dass Änderungen von Nutzern an die Entwickler zurück gegeben werden müssen. Ein Einsatz als öffentlicher Server sei ohnehin nicht erlaubt.

"Das Interessante an dieser Sache ist [...], dass das [sic] Nostalrius nun eben jenen Emulator mit ein paar Verbesserungen (welche in ihrem Ausmaß noch kein eigenes Urheberrecht an der Software insgesamt ergeben) an Blizzard wahrscheinlich verkaufen wird und so nicht nur Blizzards Rechte verletzt, sondern auch unser Urheberrecht an der Software [...]", so der Entwickler hinter dem Emulator.
"[...] Und da wird es dann für mich eben rechtlich bedenklich, denn sie verhandeln mit etwas, auf was mein Team und ich die Urheberrechte halten und laut GPL sind Änderungen, welche nicht privater Natur sind, nun mal an das Projekt zurückzugeben."

Der Projektleiter geht aktuell so weit, sogar rechtliche Schritte gegen das Team hinter Nostalrius einzuleiten, sollte es den Code tatsächlich an Blizzard weitergeben. Ursprünglich hatte das Team nach der Serverschließung angekündigt, den gesamten Code der Community und damit anderen Betreibern von Privatservern frei zugänglich zu machen. Als das Treffen mit Blizzard vereinbart wurde, hatte man sich dann allerdings dagegen entschieden, was für eine mögliche Weitergabe des Codes an den Konzern spräche. Den gesamten Brief des Projektleiters könnt ihr auf Buffed nachlesen.

Quelle: Buffed

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