World of Tanks HEAT: WoT trifft Overwatch - der Helden-Shooter auf Ketten - angespielt

Special Philipp Sattler
World of Tanks HEAT: WoT trifft Overwatch - der Helden-Shooter auf Ketten - angespielt
Quelle: Wargaming

Wargaming mischt World of Tanks mit Helden-Shooter-Elementen. Unser Ersteindruck zeigt, warum HEAT besser passt als erwartet.

Wenn der Name Wargaming fällt, dann denkt man unweigerlich sofort an World of Tanks (und vielleicht noch an World of Warships). Spaßige, actionreiche Gefechte mit tonnenschweren Stahlkolossen - das kann der Entwickler wie kaum ein anderes Studio. Allerdings hakte es im Gegenzug auch daran, ein anderes Genre erfolgreich zu etablieren.

Pagan, Total War oder Steel Hunters - drei mehr oder weniger gescheiterte Versuche. Nun besinnt man sich zurück auf die Wurzeln und hat das nächste "Panzer-Spiel" herausgebracht. Allerdings handelt es sich dabei nicht um World of Tanks 2.0, sondern um einen Helden-Shooter. Ja, richtig gehört. Wie das zusammenpassen soll, davon haben wir uns nun im Rahmen des kürzlichen Releases selbst überzeugt. Und Überraschung: Es passt besser, als man auf den ersten Blick denken würde.

World of Tanks HEAT - was ist das eigentlich?

World of Tanks HEAT ist Wargamings Versuch, die eigene Panzer-DNA in ein deutlich moderneres Gewand zu stecken. Statt historischer Gefechte und klassischer Stahlkolosse setzt das Spiel auf eine alternative Nachkriegswelt, in der Hightech-Panzer, Spezialwaffen und sogenannte Agenten mit eigenen Fähigkeiten aufeinandertreffen.

Das Ergebnis ist kein World of Tanks 2, sondern soll eher ein taktischer Helden-Shooter auf Ketten sein: schneller, direkter und stärker auf Teamrollen ausgelegt. Panzerung, Positionierung und Feuerkraft bleiben wichtig, werden aber durch Fähigkeiten, Cooldowns und Synergien ergänzt. Kurz gesagt: HEAT nimmt das vertraute Panzergefühl von Wargaming und mischt es mit Elementen, die man eher aus modernen Hero-Shootern kennt. Doch wie gut klappt das?

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World of Tanks HEAT - WoT meets Hero-Shooter

Schon in den ersten paar Runden wird klar: HEAT ist weder World of Tanks, noch ist es das, was wir unter einem Helden-Shooter verstehen - es liegt irgendwo in der Mitte dazwischen. Die Agenten stellen dabei die klassischen Helden. Sie besitzen eigene Fähigkeiten, die ihre jeweilige Rolle unterstützen.

Verteidiger erleiden beispielsweise weniger Schaden oder schieben feindliche Panzer einfach aus dem Weg. Angreifer bekommen Boni für zerstörte Gegner oder laden schneller nach. Scharfschützen bekommen kritische Trefferzonen angezeigt oder entfernen Stärkungen von Gegnern.

Das wird dann noch von der Wahl des Panzers unterstützt. Jeder Agent kann aktuell zwischen zwei verschiedenen, modernen Fantasy-Panzern wählen. MGs für den Nahkampf oder Schilde lassen die Verteidiger noch besser Punkte halten, Minenfelder schützen beispielsweise die Scharfschützen oder Angreifer feuern Raketensalven auf die Gegner.

Der Spielstil lässt sich damit stark auf die persönlichen Vorlieben anpassen. Allerdings sind die Unterschiede bei weitem nicht so ausgeprägt wie in einem Helden-Shooter à la Overwatch oder Marvel Rivals. Am Ende steuern alle zehn Spieler pro Team weiterhin einen Panzer.

Bildergalerie

Der Aspekt des Helden-Shooters ist dabei zwar spürbar, steht aber doch im Hintergrund. Das Gameplay ist keinesfalls so schnell und actionreich wie sonst im Genre üblich. Stattdessen wird es eher taktisch. Statt wild umherzuspringen, spielen beispielsweise die Deckung und Positionierung eine wichtige Rolle.

Den eigenen Panzer geschickt hinter Hindernissen zu verstecken und dem Feind niemals die eigenen Schwachpunkte offen zu präsentieren - das sind die Schlüssel zum Sieg. Ein bisschen Zielwasser und der richtige Einsatz der Fähigkeiten eures Agenten und Panzers kommen dann noch obendrauf.

Gleichzeitig geht es aber, auch wegen des permanenten Respawn, deutlich flotter zur Sache als im klassischen World of Tanks. Lange Wartezeiten und starre Grabenkämpfe sind eher die Ausnahme als die Regel. Klar, wer nach wenigen Sekunden hinten respawnt, der ist eher gewillt, mitten reinzufahren, als wenn das Gefecht dann womöglich direkt beendet ist.

Wargaming rückt bei der Progression vom WoT-System ab

In World of Tanks haben wir Hunderte Panzer in mittlerweile elf Tier-Stufen, die wir nach und nach freischalten, und so immer bessere und stärkere Panzer bekommen. In HEAT gibt es das so nicht. Wie in einem Helden-Shooter sollen alle Agenten und Panzer zwar Vor- und Nachteile haben, aber keiner soll prinzipiell stärker als andere sein.

Stattdessen starten wir mit einer überschaubaren Menge an Agenten und Panzern und schalten uns den Rest nach und nach frei - via Battle-Pass oder über den hauseigenen Shop (mit Währung, die wir uns erspielen können). Uns erwartet also kein langwieriges Hochgrinden, bis wir die coolsten Panzer bekommen.

Ein wenig "altmodisch" wirkt das System aber dennoch. Immerhin sind viele Helden-Shooter mittlerweile davon abgekommen, dass man einzelne Helden kaufen muss - aus guten Gründen. Allerdings muss man HEAT zugutehalten, dass die Freischaltung recht schnell vonstattengeht. Zumindest eure Wunschpanzer bekommt ihr ziemlich zügig. Bis ihr alle freigeschaltet habt, dauert es dann aber eine Weile.

Außerdem gibt es natürlich wieder unzählige Helden-Skins, äh ... Verzeihung, Panzer- und Agenten-Skins, die ihr euch via Echtgeld anschaffen könnt, um euren Panzer zu individualisieren. Daran haben wir uns ja mittlerweile in Spielen gewöhnt.

World of Tanks HEAT: Die Kämpfe sind actionreich und flott. Quelle: PC Games World of Tanks HEAT: Die Kämpfe sind actionreich und flott.

Butter bei die Panzer - wie viel Spaß macht HEAT?

Beim Gedanken an HEAT konnten wir uns nicht wirklich vorstellen, dass irgendwer daran Spaß haben könnte. Helden-Shooter mit Panzern klang einfach zu abgefahren. Nach ein paar Stunden in den Gefechten müssen wir diese Meinung aber zumindest teilweise revidieren. HEAT erfindet das Rad nicht neu und wird nicht das Genre der Helden-Shooter revolutionieren.

Aber spaßig sind die Gefechte allemal. Das gilt besonders für diejenigen, die eigentlich Spaß an klassischen Hero-Shootern hätten, denen deren Gameplay aber viel zu hektisch und zu schnell ist. Oder aber diejenigen, denen WoT ein wenig zu langsam und zu strategisch ist. Wir sind uns sicher, dass es einen Haufen Spieler gibt, die ähnlich wie wir aktuell denken "Ne, das kann keinen Spaß machen", die aber überrascht wären, wie viel Spaß sie in HEAT haben. Die Gefechte sind reichlich kurzweilig und gut für eine kleine Runde zwischendurch geeignet. Und da wir uns keine Tier-Listen freischalten müssen, können wir von Runde 1 an Spaß haben.

Mit dem Free2Play-Prinzip hat Wargaming hier in jedem Fall alles richtig gemacht. Auch der Umstand, dass HEAT sowohl über den eigenen Wargaming-Launcher als auch über Steam spielbar ist, macht den Einstieg leicht. Wir können jedem empfehlen, es selbst mal auszuprobieren. Wer keine Wunder erwartet, der kann sich auf ein paar Stunden locker flockigen Spaß einstellen.

Habt ihr schon in World of Tanks HEAT reingespielt? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

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