Wonder Boy Asha in Monster World im Test: Ein spaßiges Remake!
Test
Ein Klassiker wird neu aufgelegt, wir machen den Test: Unterhalten die Abenteuer der mutigen Asha in einer Welt voller Monster und Gefahren auch 27 Jahre nach dem ursprünglichen Release?
Selbst Retro-Liebhaber und Sega-Experten kannten das Original vermutlich lange nur vom Hörensagen, denn Monster World 4 - im Remake Wonder Boy: Asha in Monster World genannt - wurde 1994 ausschließlich in Japan veröffentlicht. Eine Fassung für Europa und Nordamerika mit englischen Texten erschien erstmals 2012 als Download-Titel für die Wii, später dann auch bei Xbox Live und im Playstation Network. Bei Asha in Monster World handelt es sich um eine komplette Neuauflage für PC, PS4 und Nintendo Switch, jedenfalls theoretisch. Optik und Code-Gerüst wurden neu gestrickt, das Spielgefühl lässt aber keine Sekunde Zweifel zu, dass dieser Titel schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
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Für Fans der Reihe und alle, die früher alles besser fanden, ist das natürlich ideal - sie bekommen ein echtes Oldschool-Abenteuer mit zeitgemäßerer Optik. Wer sich aber an all die Komfortfunktionen moderner Spiele gewöhnt und eventuell auch keine nostalgische Verbindung zur Wonder-Boy-Serie hat, wirft vermutlich schnell das Handtuch.
Von Monstern und Tempeln
Quelle: PC Games
In die Hauptstadt Rapadagna kehrt ihr immer wieder zurück. Teilweise könnt ihr den Hintergrund an bestimmten Stellen betreten und so Geheimnisse finden.
Die grünhaarige Asha vernimmt eines Tages ominöse Hilferufe, verlässt ihr Dorf und reist in die Hauptstadt Rapadagna, um mehr zu erfahren. Die dort amtierende Monarchin ernennt Asha zur Kriegerin, und schon ziehen wir mit dem Segen der Dame sowie dem kleinen Wesen Pepelogoo los, um der Bedrohung des Königreichs durch eine dunkle Macht Herr zu werden. Aus der Seitenansicht springen und kämpfen wir, wechseln wir die Ausrüstung, ändern sich unsere Resistenzen und die Angriffskraft. In das Vulkanverlies sollten wir dementsprechend einen Schild mitnehmen, der Feuerbälle blockiert. Zur Hauptstadt kehren wir immer wieder zurück, nachdem wir einen Tempel abgeschlossen haben, dort geben wir dann die gesammelten Münzen aus.
Quelle: PC Games
Asha beherrscht zwar keinen Doppelsprung, kann sich aber vom pelzigen Pepelogoo-Wesen tragen lassen und so höher gelangen oder auch gleiten.
Eine große Hilfe und weitere Sammelobjekte stellen die Lebenstropfen dar; immer, wenn wir zehn davon gefunden haben, bekommen wir permanent einen weiteren Herzcontainer spendiert. Da wir im Remake auch bereits besuchte Gebiete ein weiteres Mal betreten und somit gezielt auf die Jagd nach übersehenen Lebenstropfen gehen können, wächst die Spielzeit für Komplettionisten ein wenig an - insgesamt ist sie aber mit etwa fünf Stunden nicht allzu umfangreich. Die Speicherfunktion wurde im Vergleich zum Original leicht modernisiert, wir müssen jetzt nicht mehr mit den herumstehenden Opas reden, die als Checkpoints dienen, sondern können manuell sichern, wann und wo wir wollen (abgesehen von Bosskämpfen), mit zwölf Slots ist auch genug Platz vorhanden, um mehrere Savegames anzulegen.
Es steht ihr gut
Quelle: PC Games
Nicht nur eure Ausrüstung verbessert ihr nach und nach, auch euer kleiner Pepelogoo-Begleiter entwickelt sich im Verlauf des Abenteuers weiter.
Ashas neuer Look überzeugt: Die Gestaltung im Cel-Shading-Look ist sauber und niedlich, die Animationen der Heldin versprühen Charme, ob sie nun über eisige Böden gleitet oder sich durch strömendes Wasser treiben lässt. Flüssig läuft das Spiel die meiste Zeit auch. Simplizität herrscht beim Spiel-Design, es gibt zum Beispiel keine Kombos oder allzu komplexe Moves wie in modernen Platformern, (Boss-)Gegner fahren ein sehr überschaubares Angriffsrepertoire auf. Die Handlung dient erfolgreich als Mittel zum Zweck, eine epische Geschichte voller Wendungen oder facettenreiche Charaktere sollte man demnach nicht erwarten.
Kopf, Stein, Pflaster
Die Einfachheit bedeutet nun nicht, dass Ashas Ausflug ein reiner Spaziergang ist. Das neue, alte Wonder Boy ist nicht generell unfair, es gibt aber Momente, da kann es trotz Erfahrung und vorsichtigem Spielen brenzlig werden, etwa, wenn man die herabrieselnden Kiesel beim Klettern an einem Seil nicht richtig als Warnung für einen gleich folgenden Felsbrocken interpretiert. Auch ist manchmal nicht sofort offensichtlich, was das Spiel nun vom Spieler erwartet; den ersten Tempel betreten kann man zum Beispiel erst, wenn man das Pepelogoo-Ei erfolgreich am Altar ausgebrütet hat. Der alte Mann vor dem Eingang zum Dungeon erwähnt das aber nicht und sagt nur, man solle sich erstmal bessere Ausrüstung leisten. Asha in Monster World ist ein kompetentes, sauberes Remake, im Herzen aber ziemlich alt - wer auf Oldschool steht, sollte reinschauen.
