Die heirats(un)willige Jennifer Aniston betreibt Ahnenforschung in eigener Sache und legt dabei die "Reifeprüfung" ab
Stellen Sie sich vor, irgend jemand würde ohne Ihr Wissen die intimsten und peinlichsten Momente Ihres Familienlebens zu Papier bringen und als Roman herausbringen. Anschließend würde das Buch zu einem Bestseller, aus dem Hollywood einen gefeiertem Kassenknüller macht. Dieser wird dann auch noch zu einem über Jahrzehnte immer wieder gern gesehenen Klassiker, der als gesellschaftlich-kulturelles Allgemeingut gilt. Schreckliche Vorstellung, oder?
Spurensuche
Für Sarah (Jennifer Aniston) verdichten sich die Beweise, dass "Die Reifeprüfung" von 1967 auf Ereignissen beruht, die ihrer Familie widerfahren sind. Die attraktive junge Frau ist mit ihrem Verlobten, dem New Yorker Anwalt Jeff (Mark Ruffalo), auf dem Weg nach Kalifornien. Das Ziel: die Hochzeit ihrer flippigen jüngeren Schwester Annie (Mena Suvari).
Die bevorstehende Feierlichkeit bringt Sarah ziemlich durcheinander. Zum einen ist sie sich selbst nicht mehr ganz sicher, ob sie Jeff wirklich heiraten will. Zum anderen erfährt sie, dass ihre früh verstorbene Mutter kurz vor ihrer Hochzeit eine Liebschaft mit einem lokalen Football-Helden namens Beau Burroughs (Kevin Costner) hatte.
Doch das ist noch nicht alles. Burroughs hatte obendrein ein Techtelmechtel mit Sarahs rüstiger Großmutter Katharine (überragend: Shirley MacLaine). Die skandalösen Neuigkeiten werfen Fragen auf. War Katharine das Vorbild für Mrs. Robinson aus der "Reifeprüfung"? Ist der zum Millionär gewordene Beau womöglich Sarahs Vater? Sarah beginnt mit Ermittlungen und bringt durch das Wühlen in der Vergangenheit ihre Zukunft mit Jeff in Gefahr.
Verursacherprinzip
Dass sich Regisseur Rob Reiner auf romantische Komödien versteht, bewies er bereits mit "Hallo, Mr. Präsident" (1995) und natürlich "Harry und Sally" (1988), der Referenz für Filme dieser Art. Für "Wo die Liebe hinfällt" gewann der Filmemacher ein Starensemble, mit dem er allerdings nicht an alte Erfolge anknüpfen konnte. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 88 Mio. Dollar (USA 43 Mio.) dürfte der Streifen zwar in die Gewinnzone schlittern, lief aber trotzdem unter den Erwartungen.
Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass Warner nur den US-Trailer mit auf die DVD packte. Wer den Raubkopier- bzw.- "Superman"-Spot zu Beginn umgehen will, sollte im nach Einlegen der DVD erscheinenden Auswahlmenü einfach auf eine andere Sprache als Deutsch klicken. PK n
