Traurig, dass ein Spiel vorbei ist? Post-Game-Depression gibt es wirklich, sagen Wissenschaftler
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"Post-Game-Depression" ist ein Phänomen: Zwei neue wissenschaftliche Studien untersuchten jüngst die emotionale Leere nach dem Abspann.
Das Ende eines Videospiels, das euch so richtig fesselt, hinterlässt in vielen Fällen nicht nur ein Gefühl des Triumphs, dass man es geschafft und durchgespielt hat, sondern in vielen Fällen ebenfalls eine plötzliche Melancholie, ein Gefühl der Trauer, das mit Verlustängsten einhergehen kann. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der SWPS Universität und der Stefan-Batory-Akademie für Angewandte Wissenschaften widmet sich eben diesem Phänomen der sogenannten Post-Game-Depression (kurz: P-GD).
Wie äußert sich eine Post-Game-Depression?
Der Begriff P-GD beschreibt einen Zustand emotionaler Erschöpfung und Traurigkeit, der unmittelbar nach dem Abschluss eines narrativen Spiels eintreten kann. Die psychologische Forschung belegt, dass dieses Erleben messbare Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat. Eine Ursache soll dabei die immersive Qualität moderner Videospiele sein. Als Spieler baut ihr über viele Spielstunden eine starke Beziehung zu den Charakteren eures PC-Spiels auf, und der Titel selbst nimmt für den Zeitraum des Durchspielens viel Raum in eurem Leben ein.
Fällt dieser Lebensmittelpunkt mit dem Erreichen der Endsequenz plötzlich weg, kann ein Gefühl des Verlusts entstehen, das mit dem Ende einer langen Buchreihe oder einer Fernsehserie vergleichbar ist. Forscher identifizierten vor allem die "emotionale Bindung" und die "Identifikation mit dem gespielten Protagonisten" als Haupttreiber für dieses Phantomschmerz-ähnliche Gefühl.
Am wahrscheinlichsten soll eine Post-Game-Depression nach dem Durchspielen eines RPGs auftreten, da hier besonders viele Entscheidungen getroffen werden und der eigene Charakter aufgewertet wird, was für eine starke Bindung sorgt. An den beiden Studien waren insgesamt 373 Spieler beteiligt, die laut eigener Aussage täglich (28,1 Prozent) oder beinahe täglich (41,4 Prozent) spielten.
"Je fesselnder die Spielwelt und je enger die Beziehung zum Charakter ist, desto schwieriger ist es, nach Beendigung des Spiels in die Realität zurückzukehren ... Post-Game-Depression ist eine spezifische Form der Trauer nach einem Verlust, vergleichbar mit dem Abschied von einem geliebten Menschen oder dem Ende einer wichtigen Lebensphase. Die virtuelle Welt wird für viele Spieler zu einer so bedeutenden Quelle von Emotionen, dass die Rückkehr in den Alltag Zeit und geeignete psychologische Hilfsmittel erfordert." (SWPS-Psychologe Kamil Janowicz)
Die Forscher erfassten insgesamt vier Aspekte einer P-GD: das nachträgliche Grübeln über das gespielte Spiel, ein herausforderndes Ende des Spiels, das Bedürfnis des erneuten Spielens des Titels sowie den zeitweisen Interessensverlust an anderen Medien und Aktivitäten. Die Studie fand ebenfalls heraus, dass P-GD vor allem die Gamer betraf, die im echten Leben ebenfalls sehr pessimistische Grundgedanken hegten. Laut den Forschern könnte dies bedeuten, dass Post-Game-Depression vor allem Spieler betreffen würde, die allgemein Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen haben.
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Quelle: via News Medical Life Sciences
