Winter Survival im Early-Access-Check: So überlebt das Spiel nicht bis zum Frühling
Special
Palworld, Enshrouded, Nightingale und Co. - die Liste der Survival-Spiele im Early Access ist derzeit lang. Winter Survival schließt sich ab sofort an, enttäuscht aber gewaltig.
Draußen werden die Tage wieder länger, die Vögel kommen aus ihren Nestern geflogen und die Temperaturen steigen. Ja, es sieht so aus, als hätten wir die kalte Jahreszeit einmal mehr überstanden. Virtuell allerdings stellt uns ein Titel namens Winter Survival erneut auf die Probe. Seit dem 06. März gesellt sich das Abenteuer in eine Reihe von etlichen Spielen des Genres, die derzeit im Early Access verweilen.
Am ehesten erinnert das Projekt an Sons of the Forest in einem realistischeren Setting. Es gibt keine Mutanten, keine Artefakte und auch kein großangelegtes Höhlensystem. Was es dafür ins Spiel geschafft hat, sind Bugs, Abstürze, eine Optik aus dem Jahr 2013 und unlogische Gameplay-Mechaniken. Obwohl Winter Survival erst in den Early Access gestartet ist, bezweifeln wir, dass sich das Projekt gegen die riesige Konkurrenz wird durchsetzen können. Vermutlich werden die Hoffnungen auf Erfolg bereits im Frühling dahingeschmolzen sein.
Die Qual der Wahl
Bevor wir in unser Abenteuer starten, lässt uns das Spiel die Auswahl zwischen einem Endlosmodus und einer Story. Außerdem dürfen wir entscheiden, ob wir die Hardcore-Survival-Variante bevorzugen, oder doch lieber mit dem einfacheren Modus Vorlieb nehmen.
Winter Survival setzt nämlich auf ordentlich Realismus. Nach vier Tagen ohne Dusche fängt unser Charakter beispielsweise an zu stinken, was wiederum seinem Riechkolben im Gesicht nicht ganz zusagt. Bedeutet: Wir müssen uns ein Gewässer suchen, in dem wir uns einer kurzen Katzenwäsche unterziehen - ohne Klamotten, versteht sich.
Die hängen wir vorher an eine Trockenleine, um den Muff ein wenig zu lüften. Dass der eigene Gestank nach vier Tagen so sehr schadet, dass man ab einem bestimmten Zeitpunkt Gesundheit verliert, halten wir allerdings für zu übertrieben.
Doch kommen wir zurück zum Story-Part, der ist auch recht schnell durchgekaut. Mit unseren Freunden Joel und Mike begeben wir uns auf einen Ausflug in den Mount Washington State Park. Doch Dinge gehen schief und plötzlich ist zunächst der eine Kumpel verschollen und kurze Zeit später auch der andere. Kann ja mal passieren.
Ab diesem Moment sind wir auf uns alleine gestellt und müssen neben miefenden Socken auch gegen die üblichen Survival-Mechaniken kämpfen. Wir brauchen also Essen, Trinken und zwischen unseren Erkundungstouren ein Dach über dem Kopf sowie Feuer zum Aufwärmen. Einen Twist gibt's aber zusätzlich.
Das geht auf die Psyche
Sämtliche Aktionen wirken sich in Winter Survival auf unseren Geisteszustand aus. Befinden wir uns in der Nähe von gefährlichen Tieren, fürchtet sich unsere Spielfigur. Schaffen wir es nicht vor Anbruch der Dunkelheit zurück in unser Lager, zieht das unsere Psyche ebenfalls runter.
Während wir tagsüber die Spielwelt erkunden, bekommen wir davon noch nicht wirklich etwas mit, doch im Schlaf spüren wir die Folgen unserer gefährlichen Expeditionen. Dabei werden beide Gehirnhälften angegriffen. Das sorgt dafür, dass wir einerseits am darauffolgenden Tag Nachteile erhalten, uns beispielsweise schneller kalt wird oder wir mehr Hunger haben. Um das rückgängig zu machen, müssen wir bestimmte, belanglose Nebenmissionen erledigen.
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Andererseits müssen wir bei psychischer Belastung Symptome festlegen, die uns beeinträchtigen. Meistens fängt unser Charakter dadurch zu halluzinieren an. Da kann es passieren, dass der Baumstamm, auf dem wir über einen Abgrund balancieren, plötzlich verschwindet und wir einen Abgang in die Tiefe hinlegen.
Quelle: Drago Entertainment
Die Ideen hinter diesen Gameplay-Elementen sind durchaus interessant und machen an sich Lust auf mehr. Schließlich steht uns bislang nur der erste von fünf Story-Akten zur Verfügung. Doch die technische Umsetzung sorgt für wenig Spielspaß.
Bevor wir zu den Bugs und der miesen grafischen Komponente kommen, noch ein paar Worte zum Endlosmodus. Der unterscheidet sich ein wenig, denn wir haben die Möglichkeit, vor dem Start einige Handicaps einzustellen. Mit einer anhaltenden Krankheit brauchen wir in regelmäßigen Abständen bestimmte Gegenstände, um am Leben zu bleiben. Außerdem wird in der Zukunft noch ein Modus namens Kältewelle erscheinen. Was uns dabei genau erwarten wird, wissen wir jedoch noch nicht. Vermutlich spielt jedoch das Wetter darin eine noch größere Rolle.
