Weltraumkatzen, ein blauhaariger Held und platte Sprüche: Mit dieser Rezeptur schuf Chris Roberts 1990 eine der erfolgreichsten Spieleserien aller Zeiten.
Wing Commander 2
Teil zwei nutzt die Technik des Vorgängers, bietet aber schickere Explosionen und kann mit dem »Speech-Pack« erweitert werden. Nach Installation dieser -- damals 20 Mark teuren -- Zusatzdiskette »schmeicheln« einige Zwischensequenzen mit knarziger Sprachausgabe dem Ohr, und wir können den Funkverkehr im Cockpit mithören (ohne Speech-Pack gibt es hier lediglich schnöde Texteinblendungen). In der Sammleredition ist diese Spracherweiterung natürlich bereits eingebaut.
Während sich Teil eins zwischen den Einsätzen eher an den Flugsimulationen seiner Zeit orientiert, spielt sich der Nachfolger mehr wie ein interaktiver Spielfilm. Nach jeder Mission klicken wir auf eine Luftschleuse in unserem Pilotenquartier und starten so die nächste der zahlreichen handgemalten Zwischensequenzen. Teil eins lässt uns hier etwas mehr Freiraum, da wir uns per Mausklick zwischen verschiedenen Räumen der Tiger's Claw hin- und herbewegen dürfen.
Wing Commander 3
Teil drei war lange das teuerste Computerspiel aller Zeiten. Kein Wunder, schließlich heuerte Chris Roberts seinerzeit Hollywood-Größen wie Mark »Luke Skywalker« Hamill oder Malcolm McDowell an und drehte die Zwischensequenzen als Realfilm. Die flimmern aber nur im Interlaced-Format über den Bildschirm (Achtung, Augenkrebs!), und die gerenderten Kulissen sehen noch künstlicher aus als in den neuen Star Wars-Filmen, der Aufwand war für das Jahr 1994 jedoch unglaublich. Eine weitere Neuerung betrifft die Spielgrafik, denn in Teil drei dürfen wir erstmals in der Serie ein echtes 3D-Universum mit Polygon-Objekten bewundern. Spielerisch entfernt sich Wing Commander 3 nicht allzu weit von seinen Vorgängern. Trotz neuer Schiffe und Gegner ähneln die Gefechte stark denen aus Teil eins und zwei, aber angesichts der spektakulären Kulisse hat das im Jahr 1994 niemanden gestört.
Sascha Gliss
