Wilbur wants to kill himself

Test

Nach "Italienisch für Anfänger" legt Lone Scherfig eine sympathische Tragikomödie nach

Wilbur (Jamie Sives) verbringt seine Freizeit mit Selbstmordversuchen, die jedoch ständig fehlschlagen. Nach jedem erfolglosen Suizid findet er sich in derselben Selbsthilfegruppe wieder, aus der er schließlich aufgrund seiner rücksichtslosen und sarkastischen Art ausgeschlossen wird.

So nimmt ihn sein Bruder Harbour (Adrian Rawlins) auf und macht es sich zur Aufgabe, Wilbur weiterhin am Leben zu halten.

Als Harbour die scheue Alice (Shirley Henderson) heiratet, ändert sich die eingespielte Beziehung der beiden Brüder. Doch dann wird bei Harbour eine Krebserkrankung diagnostiziert, seine Chancen auf Genesung sind gering. Während er im Krankenhaus behandelt wird, kommen sich Wilbur und Alice näher.

Als einzige Frau in der von Lars von Trier gegründeten und von Männern dominierten Dogma 95-Bewegung brachte die Dänin Lone Scherfig ihren eigenen Stil in die Gruppe ein. "Wilbur wants to kill himself" ist nach "Italienisch für Anfänger" Scherfigs zweite Arbeit und folgt den Dogma-Regeln nur noch in Grundzügen. So verpasste Scherfig ihrem Film einen Musik-Score und verzichtete darauf, ausschließlich mit der Handkamera zu drehen.

Im Audiokommentar der DVD beschränken sich die Regisseurin und ihr Kameramann Jorgen Johansson auf Szenenbeschreibungen und werfen nur selten interessante Infos zur Produktion ein. Als etwas gehaltvoller erweisen sich die ebenfalls untertitelten Featurettes und das Making of. Hier gibt´s Infos zur Story, zum Humor im Film, zur Produktion und zu den Dreharbeiten, wobei es teils zu inhaltlichen Überschneidungen kommt.

Dazu kommen eine Gag Reel, eine Bildergalerie mit internationalen Versionen der Kinoplakate und der deutschsprachige Original-Kinotrailer. Kommentierte geschnittene Szenen und die Biografien der wichtigsten Crewmitglieder und Schauspieler schließen das Zusatzmaterial ab.MS

Fazit

Film-Check: Um als Komödie durchzugehen, ist "Wilbur wants to kill himself" letztlich doch zu schwermütig, auch wenn sich am Ende ein versöhnlicher Lichtblick abzeichnet. Die Schauspieler, allen voran Jamie Sives als exzentrischer Wilbur, spielen ihre Rollen überzeugend und mit einem leichten Augenzwinkern, die Inszenierung ist sensibel und die Dialoge sind glaubwürdig.
DVD-Fazit: Als Highlight im Programmkino verdiente sich "Wilbur wants to kill himself" zahlreiche Lorbeeren. Wer am liebsten Blockbuster sieht, liegt hier falsch. Anhänger von gefühlvollen, eher hintergründig humorvollen Filmen dürfen zuschlagen und werden zufrieden sein. Bei der DVD gefallen in erster Linie die informativen Extras. Der technische Eindruck ist noch in Ordnung.

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