Regisseurin Deepa Mehta zeigt, dass nicht alle Traditionen gut sind und erhielt von radikalen Hindus Morddrohungen
Narayan (John Abraham) ist ein Gegner der Kastenunterdrückung und liebt Kalyani (Lisa Ray)
Die von den Briten beherrschte Kolonie Indien im Jahre 1938. Chuyia (Sarala) ist acht Jahre alt und kann sich an den Zeitpunkt ihrer Zwangsverheiratung gar nicht mehr erinnern. Als ihr Ehemann stirbt, bleiben ihr ebenso wie den mehr als 30 Millionen anderen Witwen im Land drei Möglichkeiten: Sie folgt ihrem Gatten in den Tod, sie heiratet seinen jüngeren Bruder oder sie führt ein Leben in Selbstentsagung.
Chuyias Eltern lassen dem Mädchen keine Wahl und stecken es kurzerhand in einen heruntergekommenen Ashram, ein Witwenheim, in dem es von nun an mit geschorenem Haar in Armut leben soll. Während Chuyia die Welt nicht mehr versteht und täglich darauf wartet, dass ihre Mutter sie wieder abholt, haben sich die anderen Bewohnerinnen mit ihrer Situation abgefunden. Bis sich die schöne junge Witwe Kalyani (Lisa Ray) in den Juristen und Mahatma-Gandhi-Verehrer Narayan (John Abraham) verliebt ...
Jenseits von Bollywood
Die achtjährige Chuyia (Sarala) soll den Rest ihres Lebens in einem Heim für Witwen verbringen
"Water" ist der dritte Teil von Deepa Mehtas "Elemente"-Trilogie und für ca. 32 Euro auf DVD auch in der "Deepa Mehta Collection" erhältlich. Auf drei Scheiben finden sich hier die Filme "Fire" (1996), "Earth" (1998) und "Water" (2005), die allesamt religiöse Intoleranz, wirtschaftliche Ausbeutung und kulturelle Rückständigkeit anprangern und Mehta zur Zielscheibe übler politischer Angriffe hinduistischer Fundamentalisten werden ließen.
Im Bonusmaterial der DVD zeigt der kurze Beitrag "Shutdown: Die Kontroverse", wie Mehta im Jahr 2000 gezwungen war, die Produktion von "Water" in Indien abzubrechen, nachdem ein aufgehetzter Mob den Kulissenaufbau zerstört hatte. Erst vier Jahre später nahm sie den Dreh in Sri Lanka unter falschem Namen, großer Geheimhaltung und mit einer neuen Besetzung wieder auf.
