Retro-Special zu Wario World - Seite 2

Special Lukas Schmid
Retro-Special zu Wario World - Seite 2
Quelle: Nintendo

Heutzutage sieht man Griesgram Wario leider nur noch selten in seinen eigenen Spielen - und wenn, dann meistens in den Wario-Ware-Mikrospiel-Sammlungen. Auf dem Gamecube hingegen bekam er sogar seinen eigenen 3D-Hüpfer spendiert! In unserem großen Retro-Special unklusive Video blicken wir zurück auf Wario World. Wie spielt sich das fast vergessene Abenteuer heute?

So ­erwarten uns auf unserem Weg und beim Erforschen Geschicklichkeitspassagen, die wir mit Warios relativ übersichtlichem Moveset absolvieren. Er kann einen normalen Hüpfer ausführen, wuchtig mit einer Stampfattacke auf den Boden donnern sowie einen Rempler ausführen und diesen wahlweise mit einem Sprung für einen Weitsprung kombinieren. Außerdem kann er in bester Kirby-Manier mit seinem Mund Luft einsaugen und damit herumliegende Münzen - mit denen wir uns nach einem Game Over einen weiteren Versuch kaufen - einsaugen. Umgebungsobjekte wie klebrige Bälle, an denen wir uns festhalten und damit etwa Abgründe überwinden können, sorgen zusätzlich für Abwechslung.

Außerdem steht wie erwähnt die Action im Mittelpunkt. Fast überall und jederzeit auf unserem Weg erwarten uns bunt gestaltete, variantenreiche Widersacher, oft genug in abgesperrten Arenen, die erst von allen Feinden befreit werden müssen, bevor wir weitergehen dürfen. Hier haben die Entwickler klar viel Herzblut investiert, denn in Sachen Kampf-Manöver hat Wario noch deutlich mehr drauf als bezüglich seiner Hüpfheld-Talente. Er kann zuschlagen, mit dem bereits erwähnten Rempler Feinde aus dem Weg rammen, sie hochheben und dann wahlweise herumwirbeln, sie gegen weitere Gegner werfen oder mit ihnen als Zusatzgewicht eine besonders mächtige Stampfattacke ausführen. Halten wir den Wurfknopf besonders lange gedrückt oder wirbeln oft genug mit dem Analogstick, wird die Durchschlagskraft dieser Angriffe sogar noch einmal deutlich erhöht!

Über den Wolken

Die in luftigen Höhen schwebenden Geschicklichkeitsabschnitte erinnern von ihrer Machart her an die sehr ähnlich gelagerten Sprungpassagen in Super Mario Sunshine. Quelle: PC Games Die in luftigen Höhen schwebenden Geschicklichkeitsabschnitte erinnern von ihrer Machart her an die sehr ähnlich gelagerten Sprungpassagen in Super Mario Sunshine. Gut, prinzipiell bleibt die Struktur in jeder der Welten gleich: mit fixierter Kameraperspektive herumrennen, erkunden und Feinde kloppen. Die große thematische Vielfalt hilft aber in Verbindung mit der kurzen Spielzeit, dass hier dennoch keine Langeweile aufkommt. Einmal sind wir in einem idyllischen Wald unterwegs, dann in einem Zirkus, einer Spukvilla samt anschließendem Friedhof, einer verschneiten Weihnachtslandschaft und anderen Gebieten. Jeder Level versprüht eine ganz eigene Atmosphäre - und die Bosse können in Sachen Varianz ebenfalls mithalten. Besonders schön: Die Bosse sind völlig anders gestaltet, als man das von einem Pilzkönigreich-­Abenteuer erwarten würde. Der Popel verschießende Riesenkopf aus Wario Land: Super Mario Land 3 für den Game Boy von 1994 gab ja schon einen Ausblick darauf, dass in den Ausflügen des dicklichen Knoblauch-Connaisseurs alles etwas schräger zugeht.

Und in Wario World trifft man dann nicht nur auf einen fliegenden Kopf, der seinem Wario-Land -Gegenstück ziemlich ähnlich ist, sondern zum Beispiel auch auf eine riesige Dinodame im Stringtanga, einen ekelhaften Grünling, der während des Gefechts Hütchenspiele absolviert, einen muskulösen Bullen mit ausgeprägtem Narzissmus -und ein fliegendes Riesenbaby mit Heiligenschein. Schön auch, dass die Bosskämpfe meist zulassen, dass wir entweder mit brachialer Gewalt an sie herangehen oder wahlweise versuchen, die Taktiken der Feinde zu durchschauen, um uns einen Vorteil zu verschaffen. Besser als die Obermotze gefallen uns nur noch die diversen Knobel- und Geschicklichkeits-Untergebiete, die wir in allen Levels durch im Boden eingelassene Falltüren erreichen und für deren Bestehen es die erwähnten roten Kristalle gibt.

Die Bossgefechte sind nicht schwer, das irre Design der Bösewichte ist aber absolut hervorragend gelungen und passt somit prima zum Bizarro-Image von Wario selbst. Quelle: PC Games Die Bossgefechte sind nicht schwer, das irre Design der Bösewichte ist aber absolut hervorragend gelungen und passt somit prima zum Bizarro-Image von Wario selbst. Einerseits müssen dort relativ simple Umgebungsrätsel geknackt werden, was auch schon Spaß macht. Andererseits werden wir aber vor allem auf frei im Raum schwebende Plattformen versetzt, die stark an die Speziallevels aus Super Mario Sunshine erinnern. Und hier gilt es eben, geschickt durch kreative Fallen hindurch und über Hindernisse hinweg zum Ziel zu gelangen. Klar, aufgrund von Warios eingeschränktem Bewegungsspielraum sind diese Areale nicht ganz so herausfordernd und auch qualitativ nicht ganz so brillant wie die Mario-Sunshine-Gegenstücke. Nichtsdestoweniger machen sie aber einen Heidenspaß und sie fühlen sich völlig anders an als der komplette Rest des Spiels! Es ist eine gute Entscheidung, dass auch erkundungsfaule Spieler durch die roten Kristalle quasi zum Absolvieren dieser Abschnitte gezwungen werden, denn es wäre zu schade, würde man sie versäumen. Und die auch heute noch sehr ansehnliche Grafik des Spiels trägt dazu bei, dass man nicht nur die Gerschicklichkeitsabschnitte, sondern das gesamte Abenteuer gerne erlebt. Der bunte Stil passt wie die Faust aufs Auge, Warios Animationen wurden mit viel Mühe und Liebe umgesetzt und die Thematiken der Welten kommen durch viele kleine gestalterische Details ungemein gut rüber.

Zeit für einen neuen Auftritt!

Die fröhlichen Melodien und passende Soundeffekte tun ihr Übriges für ein stimmiges Gesamtbild. Kurz, aber ungemein kreativ und völlig anders als alles, was man sonst aus dem Pilzkönigreich-Mikrokosmos kennt - das ist Wario World! Qualitativ ist es vielleicht nicht vollends gleichauf mit Marios Abenteuern, trotzdem ist es eine Schande, dass wir seit 2003 keinen 3D-Auftritt des dicken Antihelden Wario mehr gesehen haben.

Vielleicht ist es auf der Switch endlich so weit? Für eine Fortsetzung würden wir uns wünschen, dass die Verwandlungen aus den 2D-Spielen noch mit dabei sind. Dann wären wir vollauf glücklich!

Meinung

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Retro-Special zu Wario World - Seite 1
  2. Seite 2 Retro-Special zu Wario World - Seite 2
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk