Ein Planet, sieben Völker -- das schreit nach Platzmangel. In Dark Crusade spielen Sie das Räumkommando.
Die schwache Einzelspielerkampagne war das größte Manko an Warhammer: Dawn of War -- wir konnten nur ein Volk spielen. Im ersten Addon Winter Assault (Wertung 85 in PC PowerPlay 09/05) zogen wir mit zwei Fraktionen in den Krieg. In Dark Crusade (das auch ohne Hauptprogramm spielbar ist) vereint die Kampagne alle fünf Völker und packt sogar noch zwei obendrauf: die Necrons und die Tau.
Die Tau ähneln verblüffend den Protoss aus StarCraft, spielen sich aber im Wesentlichen wie eine Kopie der Space Marines. Die Metall-Zombies der Necrons dagegen standen offenbar für den Terminator Pate und erfordern eine andere Spielweise als die bisherigen Völker. Durch den enormen Energiebedarf kommen Sie als Necron-Spieler anfangs kaum aus dem Quark. Das Gleiche gilt für Ihre Standard-Soldaten, die zwar mächtig Schaden machen, aber in etwa so schnell vorankommen wie Oma Erna beim Shoppen mit ihrem Hackenmercedes.
Krieg mit Übersicht
Satte sieben Völker in einer Kampagne -- das klingt besser als es letztendlich ist. Die von einer Geschichte begleiteten Schlachtzüge aus Winter Assault sind nämlich einer taktischen Karte à la Schlacht um Mittelerde 2 gewichen. Auf dieser entscheiden Sie, welchen Landstrich Sie als nächstes angreifen. Das Ziel: die Hauptbasen der anderen dem Erdboden gleichmachen. Die Kämpfe finden dann in altbekannter Dawn of War-Manier statt: Den Feind vernichten und Schlüsselpunkte erobern. Manche Karten bieten allerdings auch kreativere Missionsziele: Um den örtlichen Raumhafen zu erobern, müssen wir beispielsweise auf dem Schlachtfeld herumirrende Servitoren zu unserer Basis eskortieren.
Anziehpuppe mit Charisma
Besonders gut gefallen hat uns die Weiterentwicklung der sieben Heldeneinheiten, von denen uns jeweils eine in die Kampagne begleiten. Für besonders gute Leistungen schalten wir neue Ausrüstungsgegenstände für die Jungs und Mädels frei. Das motiviert und sieht obendrein noch schick aus. Die neuen Waffen und Schulterpolster trägt unser bester Mann auf dem Schlachtfeld nämlich tatsächlich zur Schau.
David Bergmann
