Warhammer 40.000: Dawn of War 3 – Alle Neuerungen zum Mehrspielermodus des Strategiespektakels

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Am Ende jeder Runde gestalten sich die Gefechte mitunter sehr wüst. Zwischen Buffs, Explosionen und Truppen fällt es schwer, die Übersicht zu behalten.
Quelle: Relic Entertainment

Warhammer 40.000: Dawn of War 3 wird nicht nur für Kampagnenfans ein Fest. Game Director Philippe Boulle von Relic Entertainment ließ uns beim Mehrspieler-Event mit den Orks tanzen und zeigte uns coole Gameplay-Neuerungen.

Philippe Boulle, Game Director von Warhammer 40.000: Dawn of War 3, zeigt sich beim Hands-On-Event in London gut gelaunt: "Manchmal macht es mir sogar mehr Spaß, auf die Jagd nach gegnerischen Elite-Soldaten zu gehen. Ich passe meine Truppen an, lege mir eine Strategie zurecht und dann mache ich selbst Super-Tanks wie Solaria platt. Selbst wenn ich das Match nicht gewinne, gibt es mir trotzdem ein gutes Gefühl." Seit über zehn Jahren arbeitet Boulle inzwischen bei Relic Entertainment und zeichnet für die kreative Ausrichtung des Echtzeit-Strategiespiels mitverantwortlich. Aber all diese Erfahrung schützt ihn offensichtlich nicht vor Multiplayer-Niederlagen gegen seine Kollegen.

Dawn of War 3 erzählt in seiner 17 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne ein weiteres Kapitel des ewigen Konflikts zwischen Space Marines, Eldar und Orks. Und dennoch scheint es fast so, als würde Relic dem Online-Modus fast noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Die Entwickler rechnen damit, dass sich die meisten Spieler zunächst im Story-Modus austoben, ehe sie in die Mehrspielergefechte einsteigen. In puncto Matchmaking greift Dawn of War 3 auf die Technologie von Company of Heroes und anderen Titeln des Studios zurück. Online geht es mit bis zu sechs Spielern, die sich auf zwei Teams verteilen, zur Sache. Die Kartengröße und deren Layout variiert natürlich abhängig von der jeweiligen Spieleranzahl.

Die Elite im Kampf

Der Wraithlord überragt die gegnerischen Space Marines um Längen. Jedoch steht der Riese zwischen den Fronten. Während er sich mit dem Fußvolk beschäftigt, rückt ein Panzer an. Quelle: Relic Entertainment Der Wraithlord überragt die gegnerischen Space Marines um Längen. Jedoch steht der Riese zwischen den Fronten. Während er sich mit dem Fußvolk beschäftigt, rückt ein Panzer an. "Wir möchten Spieler dazu bringen, dass sie bereits vor dem Match über eine mögliche Strategie nachdenken. Deshalb geben wir ihnen mit Elitetruppen und Doktrinen verschiedene Auswahlmöglichkeiten an die Hand", erklärt Philippe Boulle bei unserer Anspiel-Session. Jede der drei Fraktionen besitzt fünf solcher Eliten. Sie sind ausgesprochen mächtig und können, richtig eingesetzt, ein Match im Alleingang entscheiden. Deshalb koppelt Relic sie an Kommandopunkte. Diese erhält man beispielsweise an bestimmten Ressourcenquellen oder für das Zerstören missionsrelevanter Ziele. Abhängig von der Stärke der Eliten benötigt es mal mehr und mal weniger Kommandopunkte, um die Super-Soldaten auf das Schlachtfeld zu rufen. Ihr müsst euch also gut überlegen, wie ihr eure Truppen aufstellt, denn von den fünf verfügbaren Eliten dürft ihr lediglich drei ins Gefecht mitnehmen. Deren Abwurf erfolgt übrigens ausschließlich im eigenen Hoheitsgebiet und nicht etwa einfach so direkt in der feindlichen Basis.

Bei den sogenannten Doktrinen handelt es sich dagegen um drei passive Fertigkeiten, welche die Eigenschaften bestimmter Truppentypen in der eigenen Armee beeinflussen. "Spieler passen so vorab ihre Ausrichtung an. Beispielsweise verfügt Elite Jain Zar bei den Eldar über eine Fähigkeit, mit der sie Howling Banshees stärkt. Mit der dazu passenden Doktrin erschaffe ich sozusagen Super-Banshees, die mir die Kämpfe erleichtern", führt der Game Director im Gespräch aus. In der Anspielversion waren pro Partei sechs Doktrinen verfügbar, im fertigen Spiel werden es etwa doppelt so viele sein. Je häufiger bestimmte Eliten zum Einsatz kommen, desto mehr Erfahrung gewinnen sie dazu. Jeder Held besitzt zehn Stufen, mit deren Hilfe ihr vor allem kosmetische Effekte - also neue Skins - aber auch einige wenige Doktrinen freischaltet.

Zeit für ein Comeback

In jedem Match gibt es drei Zielgebäude, die ihr zerstören müsst: Den Schildgenerator, eine Abwehrkanone und den Energiekern. Erst dann ist die Runde entschieden. Quelle: Relic Entertainment In jedem Match gibt es drei Zielgebäude, die ihr zerstören müsst: Den Schildgenerator, eine Abwehrkanone und den Energiekern. Erst dann ist die Runde entschieden. Die Mehrspieler-Matches in Dawn of War 3 laufen stets nach dem gleichen Schema ab. Der Weg zum Sieg führt über die Zerstörung drei wichtiger, gegnerischer Gebäude: Schildgenerator, Laser-Geschütz und Energiekern. Durch die Einbindung dieser Ziele möchte Relic die Einsätze kurz und knackig halten. Philippe Boulle begründet diese Design-Entscheidung: "Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wenn man eine Partie eigentlich schon verloren hat und trotzdem noch 30 Minuten zuschauen muss. Durch die Ziele gibt es derartige Probleme nicht." Alternativ könnt ihr auch alle feindlichen Truppen von der Karte putzen, aber die Vernichtung der Gebäude bleibt die primäre Aufgabe.

Darüber hinaus regelt das sogenannte Eskalationssystem die Dynamik innerhalb der Partien. Zu Beginn erlaubt Dawn of War 3, Zeit in kleinere Gefechte zu investieren und ermutigt euch somit zum Erkunden der Karte. Verluste federt das Spiel einfach durch zusätzliche Ressourcen ab. Mit der Zeit erhöht sich die Eskalationsstufe und damit steigt auch die Geschwindigkeit des Rohstoffnachschubs. Zum Ende hin wirft einen Dawn of War 3 förmlich mit Materialien zu, damit ihr im Notfall noch Einheiten nachproduzieren könnt. Auf diese Balancing-Technik angesprochen meint Boulle: "Wir möchten die Partien offen halten. Es soll immer eine Möglichkeit geben, irgendwie in die Matches zurückzufinden."

Spürbare Kampf-Eskalation

Dieser Ork-Außenposten befindet sich noch im Aufbau. Die Rohstoffquelle liefert wichtige Kristalle. Mit dem Whaaag-Turm links versetzt ihr eure Fußtruppen in Ekstase und stärkt sie so. Quelle: Relic Entertainment Dieser Ork-Außenposten befindet sich noch im Aufbau. Die Rohstoffquelle liefert wichtige Kristalle. Mit dem Whaaag-Turm links versetzt ihr eure Fußtruppen in Ekstase und stärkt sie so. Anfangs laufen Partien noch langsam ab. Die Spieler erforschen das Gebiet und sichern sich Rohstoffquellen. Dadurch gewinnt ihr die Vorherrschaft über diese kleinen Areale und könnt dort Gebäude platzieren. So verschiebt sich das eigene Ökonomiesystem langsam Richtung Front, ehe die ersten Kämpfe entbrennen. Spätestens jetzt wird es hektisch: Durch das clevere Kartendesign entbrennen meist an verschiedenen Punkten Konflikte. Schnelles Wechseln zwischen den eigenen Arealen ist dann ebenso wichtig wie das Koordinieren der Truppenverbände und das Herbeirufen aktiver Elite-Einheiten.

Deren Talente erweisen sich als enorm wuchtig und sehen teils irrwitzig aus. Die zuvor angesprochene Lady Solaria deckt umstehende Widersacher gleich mit sechs Raketen auf einmal ein. Ork-Support Big Mek Wazmakka bastelt aus umher liegendem Schrott Geschütztürme oder bringt Kameraden per Magnet-Angel in Sicherheit. Für die Orks spielt der sogenannte Scrap - also der Schrott - eine ganz besondere Bedeutung. Während die Space Marines beispielsweise die Rüstungen ihrer Soldaten mit einem übergreifenden Upgrade aufmotzen, nutzen die Orks den Müll und verstärken ihre Fähigkeiten im Feld. Klingt umständlich, sorgt aber dafür, dass die Grünhäute gerade in der Offensive nahezu unberechenbar sind.

Game Director Philippe Boulle arbeitet seit über zehn Jahren bei Relic Entertainment und ist bei Dawn of War 3 für die kreative Ausrichtung des Spiels mitverantwortlich. Quelle: PC Games Game Director Philippe Boulle arbeitet seit über zehn Jahren bei Relic Entertainment und ist bei Dawn of War 3 für die kreative Ausrichtung des Spiels mitverantwortlich. Für das Freischalten höherstufiger Technologien - also beispielsweise Panzern - haben alle drei Parteien unterschiedliche Ansätze. Bei den Space Marines rüstet ihr einfach das Forschungsgebäude auf, bei den Orks jedoch müsst ihr fünf Türme bauen. Zum Schluss aktiviert ihr auf diese Weise sogar einen Orbitalschlag - mit Schrott natürlich. So mag Dawn of War 3 zwar wie schnelle Action-Strategie wirken, doch Relic Entertainment schenkt gerade erfahrenen Spielern mehr als ausreichend Optionen zum Micro-Management. Wer seine Hotkeys im Griff hat, ist in diesem Spiel eindeutig im Vorteil.

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