Test zu Warface: Breakout - Kann der neue Taktikshooter mit Counter-Strike mithalten?
Test
Mit Warface entwickelte Crytek Kiev bereits vor sieben Jahren einen beliebten und kostenlosen Online-First-Person-Shooter, der sich bis heute einer großen Spielerzahl erfreuen kann. Nun wurde vom Entwicklerstudio Allounds Team ein Spin-off für PS4 und Xbox One veröffentlicht, das sich ebenfalls auf Spieler-gegen-Spieler-Gefechte konzentriert. Was der neue Shooter kann, haben wir für euch im Test herausgefunden.
Warface ist wahrscheinlich vielen Spielern ein Begriff. Der bereits am 21. Oktober 2013 für den PC erschienene kostenlose Online-Shooter erfreut sich bis heute einer aktiven Community. Ob des anhaltenden Erfolges wurde Warface sogar 2018 noch einmal zusätzlich für PS4 und Xbox veröffentlicht, im Februar dieses Jahres erhielten schließlich auch Switch-Spieler eine Gelegenheit zum Losspielen.
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Nun wurde mit Warface: Breakout am 26. Mai 2020 ohne große Vorankündigung ein Spin-off veröffentlicht, welches sich ausschließlich auf taktische und teambasierte Spieler-gegen-Spieler-Schlachten konzentriert. Im Gegensatz zum Original ist Breakout aktuell nur für die PS4 und Xbox One erhältlich, zudem ist es nicht kostenlos auf den jeweiligen Plattformen zu haben.
Ein Déjà-vu für Veteranen
Quelle: PC Games
test zu Warface: Breakout - Kann der neue Taktikshooter mit Counter-Strike mithalten?
Das Grundprinzip von Breakout dürfte wohl sehr vielen Leuten bekannt vorkommen, zumindest, wenn man sich schon einmal den einen oder anderen PvP-Shooter zu Gemüte geführt hat. Auf einer zufällig ausgewählten Karte kämpfen zwei Teams mit bis zu fünf Personen in einem Search-and-Destroy:Modus gegeneinander. Vor dem Beginn einer Runde kann sich jeder Spieler für erbeutete Credits Waffen und Ausrüstung kaufen. Die Credits erhält man, indem man feindliche Spieler eliminiert oder das Missionsziel erfüllt. Wie Letzteres lautet, hängt davon ab, auf welcher Seite wir in die Schlacht ziehen.
Als Reaper müssen wir eine Bombe zu einem von zwei Punkten auf der Map bringen und diese bis zur Detonation verteidigen, als Warden gilt es, das zu verhindern und die Bombe zu entschärfen. Nach einer bestimmten Rundenzahl werden die Seiten getauscht, das Team, welches zuerst acht Runden für sich entscheiden konnte, gewinnt die Partie. Den meisten Lesern wird es jetzt natürlich schon aufgefallen sein: Die grundlegende Prämisse von Breakout ist eins zu eins aus Valves Counter-Strike übernommen worden. Doch so wirklich kann Breakout weder mit dem Urgestein des Genres mithalten, noch mit anderen Titeln, in denen vergleichbare Matches geboten werden.
Schmalkost
Quelle: PC Games
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Konträr zum originalen Warface ist Breakout, wie bereits erwähnt, kein kostenloser Spaß. Das Spiel kostet knapp 20 Euro. Man möge sich hier daran erinnern, dass Counter-Strike: Global Offensive bereits seit 2018 kostenlos auf Steam erhältlich ist. Selbiges gilt seit letztem Jahr auch für Bungies MMO-Shooter Destiny 2, in welchem wir nicht nur zahlreiche und abwechslungsreiche PvP- und PvE-Modi geboten bekommen, sondern auch viele Stunden in der Singleplayer-Kampagne verbringen können. Im Gegensatz zu diesen beiden kostenlosen Alternativen wirkt Warface in Sachen Umfang arg unterlegen.
In Breakout können wir nämlich nichts anderes spielen als den erwähnten Search-and-Destroy-Modus. Diesen können wir zwar neben der Standard-Version auch in einer Hardcore-Fassung erleben, in der Teambeschuss aktiviert wird und kugelsichere Panzerungen nicht mehr kostenfrei zu Rundenbeginn ausgegeben werden. Doch unterm Strich ändert das nichts am grundlegenden Gameplay. Es gibt auch keine freischaltbaren Waffen oder Ähnliches. Bei einem Level-up bekommen wir lediglich kosmetische Items spendiert, wie etwa Waffenskins oder Logos und Banner für unser Profil. Solche kosmetischen Anpassungen können aber auch jederzeit in einem Echtgeld-Shop erworben werden. Mikrotransaktionen in einem kostenpflichtigen Titel haben natürlich immer ein bitterer Beigeschmack, doch immerhin beschränkt man sich auf die kosmetische Anpassungen.
Im Hauptmenü können wir unsere Waffen aber nicht nur optischer Natur anpassen. Hier können wir aus einer recht großen Anzahl an Zielvorrichtungen auswählen, die wir an jede Knarre unserer Wahl montieren können. Diese Sucher sind bereits von Anfang an komplett verfügbar. Aber das ist es leider auch schon, mehr als den Sucher und Skins können wir an unseren Waffen nicht verändern. Es gibt keine Aufsätze oder Ähnliches zum Freischalten, weswegen sich das Leveln manchmal wenig belohnend anfühlt. Auch hier dürfte es etwas mehr sein.
Wie hieß das noch gleich?
Quelle: PC Games
test zu Warface: Breakout - Kann der neue Taktikshooter mit Counter-Strike mithalten?
Neben dem vergleichsweise schmalen Umfang und den Mikrotransaktionen leidet Breakout noch unter einem anderen Problem. Es hat kaum eigenen Charakter oder Wiedererkennungswert. Das soll nicht heißen, dass das Gameplay schlecht ist. Nein, es spielt sich auf PS4 und Xbox One überraschend gut und die Handhabung mit dem Controller funktioniert präzise, schnell und flüssig. Hierbei geht es rein um das den Look und die Atmosphäre, denn im Grunde sieht Warface: Breakout aus wie jeder andere x-beliebige Multiplayer-Shooter. Es gibt kaum wirkliche Alleinstellungsmerkmale, die das Spiel von anderen Genre-Vertretern abheben würden.
Das bezieht sich nicht nur auf das Design, sondern auch auf den Soundtrack. Wir haben im Menü die Auswahl, ob wir lizensierte Musik beim Spielen hören möchten oder nicht. Dabei handelt es sich aber ausschließlich um furchtbar eintönige Dubstep-Beats, die man wohl nicht einmal auf einer Mix-CD in einem Grabbeltisch bei Mediamarkt finden würde. Die lizenzfreie Alternative ist definitiv die bessere Wahl.
Always look on the bright side
Quelle: PC Games
test zu Warface: Breakout - Kann der neue Taktikshooter mit Counter-Strike mithalten?
In seinen besten Momenten macht das Spiel trotz aller geäußerter Kritik viel Spaß. Wenn man sich in seinem Team taktisch organisiert, die Gegner überlistet und in einen Hinterhalt lockt oder mit Granaten lästige Camper beseitigt, dann fühlt sich das richtig gut an. Die Laufwege innerhalb der fünf Maps sind zudem sehr einprägsam gestaltet, sodass man sich recht schnell eingespielt und eine gute Taktik gefunden hat. Außerdem hat das Matchmaking während des Tests überaus gut funktioniert, lediglich im Hardcore-Modus mussten wir auch mal mehr als 20 Sekunden auf ein neues Spiel warten.
Was die bisher kritisierten Probleme angeht, ist vielleicht auch Besserung in Sicht, denn Breakout wird ein Season-Modell verfolgen. In zukünftigen Staffeln könnten wir also mit zusätzlichen Spielmodi, neuen Maps, weiteren Anpassungsmöglichkeiten für unseren Charakter oder zusätzlichen Modifikationen für unsere Waffen rechnen. In Zukunft könnte aus dem Spiel also vielleicht ein richtig guter Shooter werden. Momentan ist es jedoch nur etwas für echte Genre-Enthusiasten und rechtfertigt mit seinem Inhalt kaum seinen Kaufpreis.
