WWE 2K Battlegrounds im Hands-on-Preview: Spaßiger Brawler mit ein paar Fragezeichen
Special
Mit WWE 2K Battlegrounds erscheint am 18. September ein Arcade-Brawler im Universum der größten und bekanntesten Werstling-Promotion der Welt. Kurz vor Release durften wir den Titel nun erstmals selbst spielen und stehen ihm nun etwas optimistischer gegenüber als zuvor. Warum das so ist, erfahrt ihr in dieser Hands-on-Preview.
Nachdem WWE 2K20 im letzten Jahr vollkommen bugverseucht erschien und auch sonst starke technische Probleme hatte, entschied man sich bei Publisher 2K Games dafür, ein Jahr auszusetzen, um genügend Zeit zu haben, die Wrestling-Reihe wieder auf Kurs zu bringen. Ein Jahr ohne Spiel zur WWE darf aber auch nicht sein! Statt einem weiteren eher simulationslastigen Catch-Game erscheint mit WWE 2K Battlegrounds am 18. September ein Arcade-Brawler im WWE-Universum, entwickelt von Saber Interactive, den Machern von NBA 2K Playgrounds.
Die Ankündigung von Battlegrounds stieß jedoch nicht auf sonderlich viel Wohlwollen bei den Fans, obwohl sich viele schon seit Jahren ein zugänglicheres und überdrehteres Wrestling-Spiel wünschten. Zum einen wirkt das WWE-2K20-Desaster aus dem Vorjahr noch nach und gerade NBA 2K Playgrounds 2 musste sich bei Erscheinen heftige Kritik aufgrund kaum vorhandener Singleplayer-Inhalte und einer auf Mikrotransaktionen basierenden Spielmechanik gefallen lassen. Kurz vor Release durften wir Battlegrounds aber nun zum ersten Mal selbst anspielen und einer Präsentation der Entwickler lauschen. Seitdem stehen wir dem Titel etwas optimistischer gegenüber.
WWE 2K Battlegrounds in der Vorschau
Variantenreiche Klopperei
Quelle: 2K Games
Battlegrounds ist klar auf Multiplayer-Schlachten ausgelegt. Bis zu vier Wrestler können gleichzeitig im Ring sein.
Bevor wir selbst zum Gamepad greifen, um die PC-Version zu spielen, teilen uns die Entwickler mit, auf welche Inhalte wir uns in der fertigen Version freuen dürfen und was die Intention von Battlegrounds ist. Der Titel soll ein zugänglicher und vollkommen überdrehter Brawler sein, bei dem wirklich jeder zum Controller greifen und direkt mitkloppen kann. Über 70 WWE Superstars aus verschiedenen Äras des Sports-Entertainments werden direkt zu Beginn im Spiel sein.
Viele weitere sollen nach Release noch dazukommen. Hier wurde aber leider nicht gesagt, ob es sich dabei (wie wir vermuten) um kostenpflichtige DLCs handeln wird. Zudem wurde kein Wort über Mikrotransaktionen verloren. Man teilte uns lediglich mit, dass man alles im Spiel mit virtueller Währung freischalten kann, die man in den verschiedenen Modi verdient. Nun, theoretisch ist dies auch in NBA 2K Playgrounds 2 möglich, doch dafür muss man lange grinden. Wir sind in dieser Hinsicht daher weiterhin skeptisch.
Positiv überrascht waren wir jedoch vom Inhalt des Spiels. Neben Turnieren, Herausforderungen und Exhibition-Fights wird es sogar eine Kampagne geben, in der man mehrere Wrestler erstellt und diese zu WrestleMania führen soll. Dabei darf man den erstellten Catchern bestimmte Wrestlingstile wie Brawler, High-Flyer, Powerhouse oder Allrounder zuweisen, welche über Stärke- sowie Schnelligkeits-Attribute und das Move-Set bestimmen.
Zudem soll es auch verschiedene Match-Arten wie Steel-Cage-Matches oder Royal Rumbles geben. Saber Interactive stellt klar, dass dies alles im Einzelspielermodus spielbar sein wird, Battlegrounds allerdings ein Spiel ist, das vor allem im Multiplayer lokal und online sein Potenzial entfaltet. Wenn sich bis zu vier Spieler gleichzeitig durch den Ring kloppen, sollen auch die Arenen mit ihren Eigenheiten für Spielspaß sorgen. Neben typischen WWE-Arenen wie RAW oder WrestleMania prügelt man sich nämlich auch in einem Sumpflevel oder einer Werkstatt. WWE 2K Battlegrounds (jetzt kaufen ) soll nur 40 Euro kosten und dafür bietet der Titel schon ordentlich Inhalt.
Quelle: 2K Games
Stone Cold ist bei Battlegrounds nicht nur ein Name: Hier wird The Rock von Steve Austin vereist.
Bis einer weint!
Nun dürfen wir endlich selbst zum Gamepad greifen und den Multiplayer-Modus starten. In der Preview-Demo stehen uns die Match-Arten Fatal 4-Way sowie Steel-Cage-Tag-Team-Match zur Verfügung. Zwar dürfen wir zwischen bekannten Superstars wie The Rock, Stone Cold Steve Austin, The Undertaker, Rey Mysterio und weiteren wählen, doch die seltsam gestauchten Cartoon-Modelle der Wrestler gefallen uns gar nicht. Unsere Laune bessert sich auch im Kampf nicht gerade, denn wir werden ordentlich verprügelt.
Quelle: 2K Games
Nicht nur an der Cartoon-Grafik sieht man, dass Battlegrounds etwas überdrehter ist als andere Wrestling-Games. Starke Attacken leuchten schön bunt.
Ein normales One-on-One-Match wäre ganz nett gewesen, um die Steuerung zu lernen, denn das Tutorial ist nicht mehr als eine kurze Erklärung, die früher mal in der Spielanleitung gestanden hätte. Unser Ersteindruck ist also eher nicht so gut, doch nach zwei weiteren Matches haben wir den Dreh raus und viel mehr Spaß mit dem Spiel als wir zuvor dachten. Wir wirbeln unseren Gegner etwa 20 Meter in die Höhe, um ihn dann mit einem vernichtenden DDT auf die Matte knallen zu lassen, wir blocken Schlagkombos, drücken im richtigen Moment auf angezeigte Aktionstasten, um größere Aktionen zu kontern und verpassen den Kontrahenten verheerende Finishing-Moves.
Zudem ist es im Fatal 4-Way besonders spaßig, mit bestimmten Objekten in der Arena zu interagieren. So schmeißen wir Gegner in der Werkstatt beispielsweise unter eine Hebebühne, nur um dann ein Auto auf sie herunterkrachen zu lassen. Im Sumpflevel hingegen schmeißen wir sie in das Maul eines Alligators, der dann ein paar Momente auf ihnen rumkaut.
An sich ist Battlegrounds wirklich zugängig: Es gibt eine Taste zum Treten, eine zum Schlagen, eine zum Greifen und eine, um Kontrahenten in die Ringseile zu befördern. Zudem blockt man mit der oberen rechten Schultertaste. Nach zwei, drei Matches merkt man aber, dass man noch viel mehr machen kann. Halten wir beispielsweise die Griff-Taste, tragen wir unseren Gegner. Das können wir nutzen, um Suplexes, DDTs oder weitere Aktionen mit der gleichen Taste folgen zu lassen oder aber mit der Irish-Whip-Taste den Kontrahenten zu werfen.
Quelle: 2K Games
Wenn Powerhouses wie The Big Show Aktionen zeigen, kann auch schon mal der Ring zusammenbrechen.
Außerdem gibt es noch verheerende Moves auf dem rechten Analogstick, die sich mit der unteren linken Schultertaste variieren lassen. Als wäre das noch nicht genug, füllt sich während der Keilereien eine Leiste, die verschiedene Specials aktiviert. Diese lassen sich per Digi-Kreuz einsetzen. So füllt sich beispielsweise unsere Gesundheit wieder auf, unsere Schläge werden verstärkt oder unser anvisierter Gegner kann kurzzeitig nicht kontern.
Hat man die ganzen Aktionen mal verinnerlicht, gehen die Kämpfe gut von der Hand und machen ziemlich Laune. Das Spieltempo ist hoch, die Effekte der Special-Moves wunderbar bunt, die Geräusche, wenn wir einen Widersacher verprügeln herrlich befriedigend. Bei besonders starken Moves kann es sogar vorkommen, dass der Ring zusammenbricht. Anschließend kann man die Kontrahenten dann mit den gelösten Ringpfosten verhauen. Das ist schon verdammt witzig.
Quelle: 2K Games
Zahlreiche WWE-Superstars aus verschiedenen Epochen des Wrestlings stehen zur Auswahl.
So viel Spaß wir mit den Fatal 4-Ways (also vier Leute im Ring, jeder gegen jeden) auch hatten, die Steel-Cage-Matches gefielen uns überhaupt nicht. Wir hätten ja verstehen können, wenn wir durch besondere Manöver eine Leiste auffüllen müssen, bevor wir die Chance haben, aus dem Käfig zu klettern, doch hier müssen wir eine gewisse Anzahl Geldsäcke dafür einsammeln. Das ist irgendwie ziemlich bescheuert. Wenn bei diesem Modus der Team-Partner pennt, hat man quasi keine Chance.
Des Weiteren müssen wir auch noch eine größere Sache bemängeln: die Technik. Vielleicht lag es nur an der Demo und im fertigen Spiel wird das kein Problem sein, aber in unserer Fassung kam es teilweise zu starken Framerate-Einbrüchen. Die meisten Matches liefen trotz jeder Menge Action und Spezialmanöver absolut flüssig, teilweise fror das Bild aber kurz ein und danach kämpfte man eine halbe Minute in einer Dia-Show weiter. Wir hoffen sehr, dass dies nicht die Release-Fassung betreffen wird, denn Battlegrounds wird bestimmt kein Meisterwerk der Fighting-Games, doch (wenn man den Mikrotransaktionsdrang von Playgrounds 2 weglässt) das Potenzial für einen unterhaltsamen Multiplayer-Brawler hat der Titel allemal.
