Vom Suchen und Finden der Liebe

Test

Star-Regisseur Helmut Dietl untersucht die Frage, wo die Liebe hingeht, wenn sie verschwindet

Vom Suchen und Finden der Liebe Liebeskummer lohnt sich nicht. Oder vielleicht doch? Helmut Dietl nahm sich in seinem jüngsten Werk des einzig wahren Themas an, für das es sich zu leben und zu sterben lohnt: der Liebe. Da Autorenfilmer, ob nun unbewusst oder mit Absicht, meist Geschichten aus ihrem Leben erzählen, schwingt auch bei "Vom Suchen und Finden der Liebe" der Verdacht mit, dass Dietl hier seine Beziehung mit Veronica Ferres verarbeitet hat.

Die Parallelen sind deutlich. So war es Dietl, der die einst üppige Nachwuchsschauspielerin für "Schtonk!" (1992) entdeckte, um sie später zu seiner Lebensgefährtin und zum Star in "Rossini" und "Late Show" zu machen. Im Film erinnert Moritz Bleibtreu als Mimi Nachtigal sogar optisch stark an seinen Regisseur.

Mimi ist Komponist sülziger Weltschmerz-Chansons, der durch einen Wink des Schicksals der Liebe seines Lebens begegnet. Venus Morgenstern (Alexandra Maria Lara) ist eine erfolglose Gesangsstudentin, der Mimi seine Lieder auf die anfangs dünne Stimme schreibt. Der einsetzende Erfolg bringt eine schwere Krise mit sich, an dem das Künstlerpaar im berüchtigten siebten Jahr zerbricht.

Liebe als Mythos

Mimis Melancholie mündet im griechischen Ferienhaus seiner verstockten Freunde Helena (Anke Engelke) und Theo (Uwe Ochsenknecht) schließlich im Suizid. Doch damit geht die Story erst richtig los. Im Hades trifft Mimi auf das intersexuelle Wesen Hermes (Heino Ferch mit Brüsten!) und versucht, Venus zu vergessen ...

Auf der Verleih-DVD befanden sich keine Extras, dafür wurde die Kauf-Version mit einem Making of (30:16 Min.), sechs Interviews mit Cast & Crew, sechs Darsteller-Filmografien auf Texttafeln sowie vier Spots zu Highlight/Constantin-DVDs und dem Kinotrailer ausgestattet. Für beste Bildqualität wurde der Transfer mit dem HD2-Verfahren vorgenommen.PK n

Fazit

Film-Check: Helmut Dietls ungewöhnliche romantische Komödie ist eine klassische Beziehungskiste, deren Wechsel auf eine surreale Ebene für Verwirrung sorgen kann, wenn man unvor- bereitet ist oder sich nicht darauf einlassen kann. Die exquisite Darstellerriege trägt jedenfalls dazu bei, dass man der Story so manche Skurrilität durchgehen lässt.
DVD-Fazit: Einmal mehr hat es Helmut Dietl geschafft, mit einem seiner Filme für Aufsehen in der Medienlandschaft zu sorgen. Diesmal allerdings auf eine für ihn untypische und erfrischend neue Weise. Wer skeptisch ist, leiht sich erst mal die technisch überzeugende Leih-DVD. Wer nicht auf Bonusmaterial verzichten will, greift dagegen gleich zur Verkaufs-Variante.

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