Die Dreharbeiten zu "Vollblüter" (2018) waren bereits im Juni 2016 abgeschlossen. Neben Postproduktion und Marketing, sind vor allem die großen zeitlichen Abstände zwischen diversen Filmfestivals Schuld an der zweijährigen Verzögerung. In dem eigentlich für die Bühne angedachten Werk ist der verstorbene Anton Yelchin Chekov aus "Star Trek" (2009) in seiner letzten Rolle zu sehen.
Teenager Lily hat nichts als Verachtung für ihren dominanten, boshaften und reichen Stiefvater Mark übrig. Da kommt die wieder aufkeimende Freundschaft zur Kindheitsfreundin Amanda gerade recht: Amanda ist nämlich nicht in der Lage, Angst, Glück oder Trauer zu empfinden. Anscheinend genau die richtige Partnerin, um zunächst scherzhaft, dann aber ernsthaft das Ableben des ungeliebten Stiefvaters zu planen. Ein Plan, der auch den lokalen Versager und Drogendealer Tim mit einspannt.
Die Independent-Komödie lebt von den beiden Hauptdarstellerinnen, die eine komplexe wie amüsante psychologische Beziehung und Abhängigkeit zueinander aufbauen, in die ein unbeholfener Anton Yelchin (in seinem allerletzten Film vor seinem viel zu frühen Tod) hineinstolpert. Regisseur Corin Finley inszeniert seine Darsteller in einer schnörkellosen und präzise geschnittenen Vorstadtsatire, welche das bürgerliche Leben mit schwarzem Humor und ohne Klischees entlarvt und auf den Kopf stellt.
FAZIT:
Schwarzhumorige, entlarvende Thriller-Satire mit drei überaus sehenswert spielenden jungen Darstellern.
