Victoria 3 im Test: Globalstrategie, die den Namen echt verdient
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In Paradox' Grand-Strategy-Game Victoria 3 seid ihr Herrscher eurer Nation & leitet sie durch 100 Jahre Geschichte. Wie viel Spaß das macht, klärt der Test!
Die wichtigsten Währungen packt Victoria 3 dabei ins linke obere Bildschirmeck. Hier findet ihr etwa euren aktuellen Etat sowie die zur Verfügung stehenden Punkte in den Bereichen Bürokratie, Autorität und Einfluss. Diese drei Faktoren bestimmen schlussendlich viele der fortgeschrittenen Möglichkeiten, mit denen ihr Einfluss auf die Innen- und Außenpolitik nehmt. Als besonders nützlich erweist sich die daneben befindliche Warnleuchte, die euch etwa auf inaktive Handelsrouten oder andere Probleme hinweist. Mit der Zeit werdet ihr diese Funktion sehr zu schätzen wissen, da ihr Augen und Ohren nicht überall haben könnt.
Auch hier gilt: Paradox probiert viel, um Victoria 3 überschaubar zu gestalten. Dabei kollidieren aber auch gerne Funktionen miteinander. Gerade, wenn ihr die Zeit per Tastendruck vorspult, stapeln und überlappen sich die Aufgaben und Entscheidungen. Am unteren rechten Bildschirmrand türmen sich die Nachrichten förmlich auf und wer nicht aufpasst, dem gehen bestimmte Informationen allzu schnell durch die Lappen. Hier wären automatische Zeitstopps sicherlich besser gewesen.
In diesem Artikel
Das Leben als Staatsoberhaupt
Aber was macht man in Victoria 3 denn jetzt eigentlich? Schließlich dauert eine Partie je nach Spieltempo gerne zwischen 20 und 40 Stunden. Einen wichtigen Tipp gibt das Spiel im Tutorial: Nicht kleckern, sondern klotzen! Einen Großteil der Zeit seid ihr mit dem Optimieren der Wirtschaft beschäftigt.
Quelle: PC Games/Medienagentur plassma
Im Verlauf des Spiels werdet ihr immer wieder mit Aussagen oder Ereignissen konfrontiert und müsst auf diese reagieren. Diese Entscheidungen nehmen oft Einfluss auf die Interessengruppen und Parteien.
Ohne Geld läuft schließlich nichts. Jede Provinz besitzt Einrichtungen in den Kategorien Stadtgebäude, Ressourcen, Landwirtschaft und Entwicklung. So erweitert ihr beispielsweise eure Industrie und passt mit technischen Errungenschaften die Produktionsmethoden an
Darüber hinaus kümmert ihr euch um den Handel und legt Routen für den Import und Export fest. Diese in vielen Spielen sehr überladene Funktion ist in Victoria 3 erstaunlich simpel und über wenige Klicks zu bedienen.
Quelle: PC Games/Medienagentur plassma
Nach der Vorbereitungsphase tritt dieser Krieg in die offene Konfrontation ein. Frankreich versucht das belgische Wallonien zu erobern, die Verteidiger wiederum haben sich mit Großbritannien, den Niederlanden und Preußen Verstärkung an die Seite geholt.
Die am unteren Bildschirmrand platzierten Linsen dienen in diesem Fall als Abkürzung, um Aufgaben in der Produktion, Politik, Diplomatie, Militär und Handel schnell zu erreichen. In der Produktion etwa findet ihr eine Übersicht über Gebäude in den Bereichen Landwirtschaft, Ressourcen und Industrie sowie ihre Wirtschaftlichkeit und den möglichen Ertrag, den eine Erweiterung mit sich bringt.
Daher müsst ihr euch nicht durch alle Regionen klicken, sondern erledigt bestimmte Dinge "wie am Fließband". Alternativ könnt ihr diese Abläufe auch automatisieren, was im Test jedoch rasch zu finanziellen Problemen führte. Das Nachrüsten mit erforschten Technologien und das langsame Aufrüsten der Möglichkeiten sind dagegen Teil des Micromanagements und können den Unterschied ausmachen.
Quelle: PC Games/Medienagentur plassma
In der konstitutionellen Monarchie Frankreichs setzt ihr nach den Wahlen die Regierung zusammen. Besonders wichtig ist hier ein solider Legitimitätswert, damit sich die Bürger auch repräsentiert fühlen.
Die Forschung läuft im Hintergrund über den in Produktion, Militär und Gesellschaft unterteilten Technikbaum ab. Dafür notwendige Innovationswerte sammelt ihr an Universitäten. Je mehr mit Wissen gearbeitet wird, desto schneller schreitet auch die Forschung voran. Wer sich hier also clever anstellt, kann sich gegenüber anderen Nationen schnell den Vorteil verschaffen und etwa mit Verbrennungsmotoren oder Ölturbinen protzen.
Diplomatie und Strategie
Doch bei allem Fortschritt müsst ihr auch euer Volk, die sogenannten Pops und ihre Interessenvertreter beziehungsweise Parteien, im Blick behalten. Ihr Leben beeinflusst ihr maßgeblich durch Gesetze und auch das Bilden der Regierung. Das heißt im Klartext: Entscheidungen werden nie von jedermann positiv aufgenommen.
Im schlimmsten Fall können Gesetze oder Missstände wie Krieg oder Hunger sogar Gruppe radikalisieren. Daraus resultieren schließlich Unruhen oder Revolutionen, die zu einem neuen Machtgefüge führen können. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
So stärkt ihr Interessenvertreter beziehungsweise Parteien mithilfe von Einfluss-Punkten und bessert dadurch ihre Laune. Unruhen könnt ihr aber auch einfach per Erlass "brutal niederschlagen".
Quelle: PC Games/Medienagentur plassma
Im Nachbarland Schweiz tobt ein Bauernaufstand. Zum Start von Konflikten könnt ihr euch entscheiden, auf welcher Seite ihr eingreift oder ob ihr neutral bleibt.
Erlasse sind ohnehin ausgesprochen nützlich. Nicht nur, um den gemeinen Despoten raushängen zu lassen, sondern vor allem, um bestimmte Bereiche zu fördern oder zu kontrollieren. Das Schöne an Victoria 3 ist nämlich, dass es für nahezu alle Probleme eine Lösung gibt - man muss sie nur kennen!
