Wie im Fernsehen: Decken Sie als Hässlich-Ente Lisa Plenske die Intrigen der Chefabteilung auf.
Wenn Sie ein Fan der Telenovela Verliebt in Berlin sind, kommt Ihnen das Adventure gerade recht -- in dem dürfen Sie nämlich die graue Maus Lisa Plenske durch die Räumlichkeiten der Modefirma Kerima lenken.
Gespräche und alle Aktionen führen Sie in im Point&Click-Prinzip durch. Während Sie Lisa durch die Zimmer schicken, kommen Sie einer Verschwörung auf die Spur. Richard, Chef der Firma, sabotiert ein Projekt von David und Lisa. Geht die geplante Modenschau schief, können beide einpacken.
Adventure ohne Abenteuer
Zwar handelt es sich bei Verliebt in Berlin um ein Adventure, aber Rätsel gibt es so gut wie keine. Wir sammeln nur Gegenstände ein, telefonieren und erledigen Aufträge. Als »Rätsel« können wir höchstens das Stoffzuschneiden bezeichnen -- auch wenn es vollkommen sinnlos ist, die Schnittvorlage auf den Stoff zu legen, sie festzustecken, dann die Nadeln wieder zu entfernen und auf gut Glück Kreideumrisse zu zeichnen.
Um in der Geschichte voranzukommen, braucht es viel Geduld -- die Dialoge dauern ewig, und hätten uns ins Dauergähnen gerissen, wenn wir sie nicht mit der rechten Maustaste abbrechen könnten. Außerdem stört es, dass Gegenstände oft erst benutzbar sind, wenn genug Zeit verstrichen ist. So konnten wir erst auf die Toilette der Tiki-Bar gehen, als wir die Tür geschätzte 20 Mal angeklickt hatten.
Wohlklang für die Ohren
Immerhin werden dieTexte von den Schauspielern gesprochen. Die Spielzeit ist mit etwa vier Stunden sehr knapp bemessen. Und warum führt eine Frau in Lisas Alter noch ein Tagebuch? Bevor sie ins Bett steigt, muss sie einen neuen Eintrag schreiben. Bis wir das Buch mal finden, müsste es eigentlich schon wieder Morgen sein.
Susanne Braun
