Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - was lange währt, wird endlich okay

Test Moritz Schmidtke Lukas Schmid
Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - was lange währt, wird endlich okay
Quelle: Koch Media/NIS America

Mit Prelude to the Fallen kommt die bereits über zehn Jahre alte Geschichte rund um den erinnerungslosen Protagonisten Hakuowlo und seine Mitstreiter als Remake erstmalig auch zu uns nach Europa und verspricht eine epische Geschichte über Liebe, Krieg und Schicksal. Ob der Titel seine hohen Versprechen einhalten kann, oder ob man auf das Remake auch gut und gerne hätte verzichten können, das haben wir für euch herausgefunden.

Utuwarerumono-was? Eigentlich ist der interessante Titel mit dem kaum auszusprechenden Namen gar nicht so neu, denn in Japan zumindest existiert zu Utawarerumono bereits ein ganzes Franchise. Darin enthalten sind unter anderem ein Anime mit 25 Episoden, ein Manga, ein Film und zwei weitere Spiele, die sogar in Europa erschienen sind. Nur der erste Teil der Trilogie, welcher in Japan bereits im April 2002 für den PC herauskam, ist uns bisher mitsamt seiner umfangreichen Geschichte vorenthalten geblieben.

Nun kommt das Remake des ersten Teils endlich auch zu uns, gepublished von NIS America. Es erscheint am 29. Mai 2020 für PlayStation 4 und in digitaler Version, man möge es kaum glauben, für die PS Vita. Doch was genau haben wir da eigentlich verpasst, einen Meilenstein für Freunde der japanischen Videospielkultur, oder eine inzwischen völlig verstaubte Visual Novel?

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Eine Warnung für die Ungeduldigen: Gut Ding will Weile haben

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Das Spiel beginnt mit einem schwarzen Bildschirm. Der Protagonist liegt bewusstlos außerhalb eines fremden Dorfes, offenbar schwer verletzt. Dort liegend, bemerkt er schnell, dass er sich an nichts mehr erinnern kann, nicht einmal mehr an seinen eigenen Namen. Er ringt mit dem Tod, bis ein junges Mädchen mit seltsamen Ohren und einem Puschelschwanz ihn findet und in ihre Obhut nimmt. Sie bringt ihn zu sich nach Hause und beginnt damit, ihn gesund zu pflegen. Und so startet er, der wohl längste und langsamste Einstieg in eine Geschichte, den wir je erleben durften. Ja, Utawarerumono (jetzt kaufen ) hat nicht nur einen verdammt langen Namen, auch die Dialoge und die Story haben einen aberwitzigen Umfang. Man könnte das Pacing hier mit dem von Persona 5 vergleichen, wo gerade zu Anfang eher die Geschichte im Vordergrund steht und weniger das eigentliche Gameplay, doch wäre dieser Vergleich noch Untertreibung. Nachdem unser namen- und erinnerungsloser Held in der Obhut der Dorfbewohnerin Eruruu und ihrer kleinen Schwester Aruruu erwacht ist, verwickeln uns diese bereits in Dialoge, die gefühlte Ewigkeiten andauern. In den ersten Stunden des Spiels passiert wirklich nichts, aber auch gar nichts anderes als Visual-Novel-"Gameplay". Da das Spiel ausschließlich auf Japanisch vertont ist und wir somit lediglich den englischen Untertiteln folgen konnten, fühlt sich dieser Test fast mehr wie eine Buchrezension an. Wer sich aber zum Beispiel durch Disco Elysium gearbeitet hat, für den wird das kaum ein Hindernis sein, zumal das Writing hier wesentlich einfacher gehalten ist.

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Während dieser ewigen Dialoge blicken wir auf hübsch und detailreich gezeichnete Anime-Charaktere vor ebenfalls wunderschön gezeichneten Hintergründen und lauschen einem einlullenden Soundtrack, der nur selten die Stimmung der Situation verfehlt. Die Charaktere selbst sind dabei nicht animiert und haben eine begrenzte Anzahl an Posen, die sie je nach Stimmung einnehmen. Wir kennen diese Art der Visualisierung natürlich schon von vielen anderen JRPGs. Dass wir es hier aber die meiste Zeit mit nicht animierten Standbildern zu tun haben, macht die weit ausholenden Gespräche, gerade zu Anfang, leider noch viel ermüdender. Und doch geht ab der ersten Minute von den schrulligen Charakteren, dem schönen Artstyle und dem typisch japanischen Humor eine gewisse Anziehkraft aus. Dabei sei gesagt, dass die Art von Humor wahrlich nicht jedermanns Sache sein wird. Zu Beginn des Spiels hält unser Charakter zum Beispiel die Ohren und Schwänze unserer Retterinnen für Kostüme und versucht daran zu ziehen, die Mädchen echauffieren sich lautstark und laufen rot an, als hätte man sie unsittlich berührt. Auf diese Art versucht Prelude to the Fallen ab und an ein Augenzwinkern in die sich selbst sonst sehr ernst nehmende Geschichte zu bringen.

Die Schönheit des Banalen

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Die ersten Stunden von Prelude to the Fallen verbringen wir damit, die sympathischen Dorfbewohner kennenzulernen. Wir begleiten die Mädchen, die uns gerettet haben, bei Spaziergängen durch das Dorf und zum Kräutersammeln, gehen dem nächtlichen Verschwinden ihrer Großmutter Tuskur auf den Grund und helfen dabei, ein Feld herzurichten, damit die Dorfbewohner mehr Nahrungsmittel anbauen können. Nach und nach lernen wir dabei weitere Dorfbewohner kennen und freunden uns mit ihnen an. Währenddessen tun wir als Spieler gar nichts, es gibt hier keinerlei Interaktivität, nicht einmal Entscheidungen sind innerhalb dieser Ereignisse zu treffen. Mit diesen jedes Mal in unvorstellbarer Länge und Breite ausufernden Banalitäten schlagen wir uns viele Stunden herum, beim Lesen der Texte fallen einem manchmal fast die Augen zu. Die Story läuft hier leider völlig an uns als Spieler vorbei und wir folgen ihr nur als Unbeteiligter, wir haben keinerlei Einfluss und auch unseren Charakter können wir nicht bewegen. Doch hat dies auch etwas seltsam Entspannendes an sich, als würde man ein mit Musik untermaltes Buch lesen und sich dabei weit in seinem Lieblingssofa zurücklehnen. Doch dann passiert das Undenkbare.

Das Feld, welches wir für die die Dorfbewohner bestellt haben, wird von Ungeheuern verwüstet. Jetzt gibt es doch noch Gameplay: Nach circa fünf langen Stunden, in denen man es gar nicht mehr erwartet hatte, kommt der Tutorial-Kampf. Wow! Es ist wohl eine absolute Seltenheit, egal in welchem Genre, dass man sich derart viel Zeit für das Etablieren der Welt und der Charaktere nimmt. Natürlich wird diese Langatmigkeit ganz und gar nicht den Geschmack von Leuten treffen, die hier viel Action erwarten, doch sorgt diese Ausführlichkeit für ein optimales Verständnis der Welt sowie für eine tiefere Bindung zu den verschrobenen, aber sympathischen Charakteren. Sie wachsen einem Sprechblase für Sprechblase immer weiter ans Herz. Die Langsamkeit ist hier notwendig, denn würde es diesen exorbitant langen Einstieg nicht geben, so ist zu bezweifeln, dass der spätere Verlauf der Story den gleichen emotionalen Wert hätte. Man muss sich ein bisschen durch die Dialoge quälen, dann erwartet einen eine ansprechende Handlung.

Schöne Grüße von Fire Emblem

Nach langem Warten sind wir also das erste Mal als Spieler gefragt. Im Kampf präsentiert uns das Spiel zum ersten Mal "Ingame-Grafik". Die Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber animierten Charakterdesigns innerhalb der Kämpfe könnte man am besten mit jenen innerhalb der Dragon-Quest-Teilen vergleichen, nur in weniger bunt. Die eher kantigen Charaktermodelle, das Cell Shading und die etwas matschigen Texturen der Umgebung ergeben eine zwar nicht herausragend schöne Optik, für die zu Beginn eher rar vorkommenden Kämpfe ist diese aber zumindest zweckdienlich. Das Kampfsystem von Utawarerumono kann man am ehesten mit Fire Emblem vergleichen. Wir können unsere Charaktere auf einem vorgegebenen Schachbrettmuster über das Spielfeld bewegen. Dabei kann jeder Charakter nur eine bestimmte Anzahl von Feldern zurücklegen und hat einen bestimmten Radius, in dem er angreifen kann.

Es geht hier vor allem darum, die Figuren taktisch klug zu positionieren und zu drehen, denn Angriffe gegen die Seite oder in den Rücken verursachen mehr Schaden. Man muss den Gegner also einerseits flankieren, dabei aber stets aufpassen, sich selbst zu decken. Auch muss man beachten, dass jeder Charakter und jeder Gegner über eines von sieben Elementen verfügt (Feuer, Wasser, Erde, Luft, Dunkelheit, Licht und Neutral), welche in einem Schere-Stein-Papier-System zusammenhängen. Sobald ein einzelner Charakter dann dabei ist, einen Angriff auszuführen, darf man nicht unaufmerksam sein. Jeder Zweikampf ist ein kleines Quicktime-Event. Drückt man im richtigen Moment X, dann gewinnt man sogenanntes Zeal dazu, welches für manche Fähigkeiten und Spezialangriffe notwendig ist. Natürlich gibt es auch verzehrbare Items, die Zeal herstellen, doch diese sind zu Anfang recht selten.

Später im Spiel muss man bei der Positionierung auch darauf achten, wie die eigenen Einheiten zueinanderstehen. In gewissen Positionen können zwei Charaktere Combo-Attacken ausführen, die cool animiert sind und von denen manche ordentlich übertrieben aussehen. Gleiches gilt für die Final Strikes, die ein Charakter im späteren Verlauf bei vollem Zeal als letzten Angriff in einer Kette von Attacken verwenden kann. Viele dieser Special Moves sind in einem älteren Trailer namens "Woven Fates" zu sehen. Dabei sehen diese Moves nicht nur ganz gut aus, sie machen auch ordentlich Schaden. Diese Moves können jedoch nicht beliebig oft genutzt werden, daher sollte man gut darüber nachdenken, wann im Kampf man eine Spezialattacke ausführt. Zündet man eine Fähigkeit versehentlich oder passiert einem ein sonstiger Patzer, dann ist das nicht so dramatisch, denn ganz wie in Fire Emblem: Three Houses kann hier die Zeit zurück gedreht werden.

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Über die gesamte Länge des Spiels hinweg kommen immer wieder neuen Mechaniken dazu. Und obwohl Kämpfe für eine lange Zeit nur sehr rar vorkommen, gibt man sich von Anfang an alle Mühe, diese abwechslungsreich und originell zu gestalten. Meist lautet die Bedingung zum Sieg eben nicht einfach nur "Töte alle Gegner". So begegnen wir relativ früh im Spiel einem weißen Tiger, welcher unverwundbar ist, bis wir ihn auf eine bestimmte Stelle des Spielfelds locken. Es geht tödlich aus, wenn man sich zu lange mit den anderen Gegnern aufhält und der Tiger aufholen kann. Der Schlüssel zum Sieg ist also nicht immer die direkte Konfrontation.

Ist ein Kampf gewonnen, dann erhält jeder Charakter nicht nur Erfahrungspunkte für ein Level-up, sondern auch Bonuspunkte, mit denen man die Attribute ATK (Attacke), DEF (Verteidigung) sowie MDEF (Verteidigung gegen Magie) direkt aufwerten kann. Diese BP erhalten nur die Charaktere, die aktiv am Kampf beteiligt waren, Erfahrungspunkte bekommen auch die nicht verwendeten Einheiten. So ist auch ein wenig genutzter Charakter nie wirklich unterlevelt. Zudem erhält man unmittelbar nach einem Kampf die Möglichkeit, die erbeuteten Gegenstände auszurüsten. Das sollte man sich gut überlegen, denn während eines Kampfes hat jeder Charakter immer nur Zugriff auf zwei manuell ausgerüstete Items sowie einen Ausrüstungsgegenstand.

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Das restliche Inventar kann bei einer laufenden Auseinandersetzung nicht mehr genutzt werden. Hinter der Fassade aus Visual Novel steckt also ein ungeahnt tiefgründiges, taktisches System, welches im fortschreitenden Spielverlauf immer mehr an Qualität gewinnt. Es ist äußerst schade, dass man sich erst nach so vielen Stunden daran erfreuen kann und auch dann erst einmal nur ganz selten. Nach dem episch langen Intro kommen Kämpfe allerdings vermehrt vor und werden eben auch taktisch anspruchsvoller. Zudem kann man zwischen den Dialogen im Modus "Free Battle" bereits erledigte Story-Kämpfe wiederholen, im späteren Spielverlauf kommt auch ein Trainingsmodus dazu, in welchem man Nebenmissionen mehrfach abschließen kann. Der mehrmalige Abschluss dieser Kämpfe ist sogar notwendig, wenn man denn alle Belohnungen einstreichen möchte.

Viva la Revolution!

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber So gut sich das Kampfsystem von Utawarerumono auch entwickelt, das Herzstück dieses Titels ist und bleibt die komplexe Geschichte. Als wir das schon erwähnte Feld für die Dorfbewohner hergerichtet haben, kommt der feudale Herrscher dieser Gegend in das Dorf und erhöht die Abgaben und Steuern soweit, dass den Dorfbewohnern fast nichts mehr übrigbleibt. Zudem macht der Sohn des Herrschers unserer Retterin Eruruu gegenüber Avancen, welche diese allerdings nicht erwidert. So kommt die Story ins Rollen und es entsteht ein erster Konflikt, welcher in manch anderem Spiel für die komplette Hauptstory gereicht hätte. Doch dabei bleibt es nicht. Dieser in einer Revolte der Dorfbewohner mündende Konflikt ist nur der Beginn der epischen Reise, die wir in Utawarerumono zurücklegen. Diese Reise, die so langatmig und ruhig begonnen hat, liefert später ein Feuerwerk von Twists und Überraschungen, dass einem der Kopf schwirrt.

Die Geschichte führt über eine Rebellion gegen den Kaiser selbst zur Gründung eines eigenen und unabhängigen Landes, welches von unserem Hauptcharakter, Hakuowlo, angeführt wird. Andere Reiche wollen sich mit uns anfreunden, wieder andere führen Krieg gegen uns und manche trachten unserem Hauptcharakter nach dem Leben, da sie sich an seine vermeintlich düstere Vergangenheit erinnern, die er selbst vergessen hat. Folglich kommen in der Geschichte immer mehr und mehr Charaktere mit ihren eigenen Motivationen und Hintergrundgeschichten dazu. Wir bekommen es mit immer mehr Ländereien und deren teils rivalisierenden Herrschern zu tun, bis es schließlich sogar um Götter und verfeindete Religionen geht. Trotz dieser enormen Komplexität gelingt es den Schreibern, alles, was passiert, ausführlich zu erklären. Jeder neue Charakter wird ansprechend etabliert. So fühlt sich keine Wendung und Entwicklung der Geschichte jemals aus der Luft gegriffen an.

Hat man sich erst einmal durch den quälend langen Einstieg gelesen, dann taucht man tief ab in eine mitreißende Geschichte voller Wendungen. Man fährt auf einer Stimmungsachterbahn vorbei an ulkigen Situationen zwischen den Mitstreitern und hin zu mitreißenden und rührenden Höhepunkten, bis man schließlich auch mal von ernsteren Themen wie Gewalt, Tod, Unterdrückung, aber auch von Liebe und Sexualität geschockt wird. Dabei werden besonders emotionale Momente durch einen herrlich aufbrandenden, traditionell japanischen Soundtrack untermalt. Es macht wirklich Spaß, in dieses Universum abzutauchen, auch, wenn die Flut an Namen und Orten anfangs überwältigend wirkt. Hier hilft jedoch ein Glossar, in welchem alle Personen, Orte und andere Begrifflichkeiten mit ihrer bisherigen Rolle in der Story kurz erklärt werden. Mehr ins Detail gehen sollte man an dieser Stelle nicht, denn jede Beschreibung dessen, was in Prelude to the Fallen auf einen zukommt, fühlt sich an wie ein gemeiner Spoiler.

Für das, was es sein will, ist es perfekt

Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Quelle: PC Games Test zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen - ein Genuss für Anime-Liebhaber Das war jetzt natürlich sehr viel Lob für die Geschichte, und das ist auch ohne jede Frage die herausragende Qualität von Prelude to the Fallen. Leider muss man sagen, dass die Inszenierung mit den größtenteils in Standbildern verharrenden Zeichnungen nicht mehr zeitgemäß ist und einiger Eingewöhnung bedarf, vor allem für Leute, die sonst keine Visual Novels spielen. Ein cineastisches oder visuelles Meisterwerk darf man sich also nicht erwarten. Abgesehen von der Geschichte machen aber auch die taktischen Kämpfe Spaß und bieten viel Abwechslung. Eben weil das System nicht wahnsinnig umfangreich ist und die Kämpfe über weite Strecken hinweg wenig Micromanagement erfordern, kann man hier auch Spaß haben, wenn man ansonsten wenig Freude an Strategie- und Taktikspielen hat. Dafür muss man bedenken: Die "Ingame"-Grafik ist bestenfalls auf PS2-Niveau und die Kämpfe sind für sehr lange Zeit so selten wie kurz und werden wohl für geübte Taktik-Veteranen keine allzu große Herausforderung bieten.

Wer also Interesse an einer verstrickten Visual Novel epischen Ausmaßes und kein Problem mit dem Kampfsystem hat, für den ist Utawarerumono: Prelude to the Fallen wahrscheinlich ein echtes Liebhaber-Stück. Wer hingegen mit dem Anime-Style, dem komischem Humor, den eigenartigen Charakteren und der Langsamkeit, Behäbigkeit und Entschleunigung dieses Titels nichts anzufangen weiß, der sollte doch lieber einen Bogen darum machen. Kann man genug Akzeptanz für seine Macken und Eigenarten aufbringen, dann ist Utawarerumono unter der Fassade der trockenen und verstaubten Präsentation jedenfalls ein einzigartiges Erlebnis.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Utawarerumono: Prelude to the Fallen (PS4)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Coole Designs und schöne ZeichnungenGuter SoundtrackTiefgründiges KampfsystemGutes Voice ActingMitreißende StoryTolle Charaktere
Nur japanische Sprachausgabe mit englischen UntertitelnSehr viel TextWenig Animation in den DialogenTeils schwer überschaubare Mengen von Namen und OrtenVeraltete Grafik
Fazit

Man muss diese Art von Spiel und vor allen Dingen gute und sich langsam entwickelnde Storys mögen, dann kann man eine Menge Spaß mit Utawarerumono haben. Ansonsten bietet das Spiel sehr wenig und ist auch optisch nicht mehr zeitgemäß.

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