Bei Untold Legends ist der Name Programm: Diese ziemlich eintönige Mär muss man sich nicht unbedingt erzählen lassen.
Klingen schwingen: Mit schwerem Kampfgerät rücken die Helden diesen gehörnten Monstern zu Leibe. Viel halten die Viecher zum Glück nicht aus. (PS3)
Wer sich direkt zum Start eine PS3 kauft, findet im Spieleregal relativ viele Umsetzungen von Games, die schon für andere Konsolen erschienen sind. "Untold Legends" hingegen ist ein Exklusivtitel -- aber wirklich stolz können PS3-Zocker darauf nicht sein. Das Spiel greift das beliebte Konzept der beiden PSP-Vorgänger und der PS2-Titel "Baldurs Gate: Dark Alliance" und "Champions of Norrath" nahezu unverändert auf. Das bedeutet, Sie hacken und hexen sich durch gewaltige Gegnerhorden und werten Ihren Charakter mit immer neuen Fähigkeiten und besserer Ausrüstung allmählich zum Superhelden auf.
Zu Beginn des Spiels legen Sie die Klasse Ihrer Spielfigur fest: Der Barbar ist saustark, aber träge und tumb. Der Magier ist ein deutlich clevererer Zeitgenosse und wirkt verheerende Zaubersprüche, sieht im Nahkampf aber ziemlich alt aus. Die weibliche Fraktion ist mit einer Jägerin vertreten, die sich besonders im Fernkampf bewährt.
Unverständlicherweise können Sie Ihre Spielfigur optisch nur unwesentlich anpassen, die Erstellung eines ganz eigenen Charakters ist gar nicht möglich -- so was sollte bei einem Action-RPG mittlerweile zum guten Ton gehören. Schließlich möchte man sich ja auch mit seinem Alter Ego identifizieren können. Zumindest dürfen Sie sich mit neuen Rüstungsteilen einkleiden, die abgemurkste Gegner gerne mal hinterlassen. Aber auch hier enttäuscht "Dark Kingdom", denn nur wenige Kleidungsstücke verändern tatsächlich Ihr Aussehen im Spiel.
Gemetzel zum Gähnen
Der Magier ist zwar das körperlich schwächste Mitglied des Charakter-Trios, hat aber einige starke magische Sprüche auf Lager. (PS3)
Ein etwas profilloser Held ist natürlich noch kein K.o.-Kriterium für den Spielspaß. Was "Dark Kingdom" außerdem ins Wertungsmittelfeld abrutschen lässt, ist der monotone und viel zu simple Spielablauf. Teilweise stürmen an einem Punkt ganze Legionen von Feinden heran, die sich aber allesamt durch blindes, pausenloses Tastenhämmern ins Jenseits befördern lassen. Nur selten müssen Sie wirklich taktisch vorgehen. Uns wären weniger, aber dafür gewitztere Widersacher lieber gewesen. So stellt sich schon Langeweile ein. Am unterhaltsamsten ist der Titel im Online-Modus: Sie können jederzeit einen Ihrer Spielstände laden und daraus eine Online-Partie erstellen.
Die Präsentation passt zum nur wenig prickelnden Spielablauf: Aus der weiter vom Spielgeschehen entfernten Kameraperspektive könnte man fast glauben, ein PS2-Spiel vor sich zu haben. Die optionale Nahansicht zeigt durchaus ansehnliche Spielfiguren und einige hübsche Effekte, ist jedoch dezent unübersichtlich. Außerdem baut sich die Welt teilweise deutlich sichtbar auf. Gelegentliche Ruckeleinlagen gibt's obendrauf. In der sicher unvermeidlichen Fortsetzung wollen wir solche Schwächen nicht mehr sehen!
