Unbound: Worlds Apart im Test: Schon wieder ein Metroidvania?

Test Katharina Pache
Unbound: Worlds Apart im Test: Schon wieder ein Metroidvania?
Quelle: PC Games

Und schon wieder wächst das Metroidvania-Genre um einen Titel an. Kann das Indie-Abenteuer Unbound: Worlds Apart mit der starken Konkurrenz mithalten?

In den letzten Jahren erschienen nicht nur viele Metroidvanias, es erschienen vor allem viele gute Metroidvanias. Anstatt es nun spannend zu machen, kommt hier gleich die Auflösung (falls ihr nicht ohnehin schon auf die Wertung geschielt habt): Unbound reiht sich in die Gruppe der empfehlenswerten Abenteuer mühelos ein. Neben dem kürzlich veröffentlichten Axiom Verge 2 müssen sich Fans des Genres nun also genau überlegen, wo sie derzeit ihr Geld investieren, und wir wollen euch dabei natürlich helfen - was zeichnet Unbound im Gegensatz zu seinem Konkurrenten aus?

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Fantasy statt Sci-Fi

Platforming ist ein wichtiger Bestandteil von Unbound. Hier müssen wir den schwebenden Stein mithilfe des Portals ans Ziel lenken. Quelle: PC Games Platforming ist ein wichtiger Bestandteil von Unbound. Hier müssen wir den schwebenden Stein mithilfe des Portals ans Ziel lenken. Da ist zunächst mal das Setting: Während Axiom Verge sich dabei an der großen Genre-Mutter Metroid orientiert, seid ihr in Unbound in einer bunten, wenn auch nicht immer freundlichen Fantasy-Welt unterwegs. Ihr verkörpert die kleine Soli und erlebt mit, wie euer Dörfchen durch eine magische Katastrophe in Schutt und Asche gelegt wird. Die Kristalle, die Solis Heimat vor Unheil schützen sollen, sind zersplittert, ergo machen wir uns auf die Suche nach den Bruchstücken, um so die Gefahr durch dämonische Angreifer aus fremden Dimensionen zu bannen. Dabei nutzt Soli die Macht der Kristalle, um Portale zu anderen Welten zu öffnen.

Mit dem Portal räumen wir das Wasser aus dem Weg und kommen so an den verschiebbaren Felsen. Quelle: PC Games Mit dem Portal räumen wir das Wasser aus dem Weg und kommen so an den verschiebbaren Felsen. Allerdings nicht nur, um sich zu teleportieren, so wie bei Spielen mit ähnlicher Thematik! Stattdessen öffnen wir runde Fenster in andere Welten, um so die Umgebung im Umkreis zu manipulieren. Das hat vielfältigen Nutzen: Manche Steine können wir nur per Portal bewegen, Stacheln an der Wand werden zu Ranken, an denen sich Soli festhalten kann, und das eine oder andere Monster verwandelt sich in einem Portal gar zu einem Felsen, der sich auf Schalter schieben lässt. Je nach Umgebung ändern sich die Interaktionsmöglichkeiten, in den Untiefen etwa spendet das Portal Licht, oder wir nutzen umgekehrte Schwerkraft, um an der Decke zu laufen. Ein bisschen kann man sich das vorstellen wie bei Guacamelee, wo man ebenfalls per Knopfdruck die Umgebung ändert, nur abwechslungsreicher. Dazu kommen die üblichen Metroidvania-Fähigkeiten, die Heldin Soli unabhängig von den hilfreichen Portalkräften nutzt.

Niedlich, aber happig

Wir wir sehen, sehen wir fast nichts – nur das Portal spendet Licht in der Dunkelheit. Diese Portale müsst ihr manuell auf der linken Schultertaste öffnen. Quelle: PC Games Wir wir sehen, sehen wir fast nichts – nur das Portal spendet Licht in der Dunkelheit. Diese Portale müsst ihr manuell auf der linken Schultertaste öffnen. Verglichen mit Axiom Verge sieht Unbound deutlich knuffiger aus. Der Cartoon-Look bedeutet jedoch nicht, dass es sich um ein Kinderspiel handelt, weder im wörtlichen, noch im übertragenen Sinn. Zum einen gibt es in Unbound nur englische Texte und zu Beginn des Abenteuers wird Solis Adoptivmutter von einem Monster getötet. Zum anderen liefert das Metroidvania knackige Platforming-Herausforderungen, die auch erfahrene Spieler fordern. Richtige Kämpfe gibt es hier zwar nicht, aber der Tod lauert dennoch an jeder Ecke auf die Heldin. Immerhin ist die Steuerung vorbildlich präzise, sodass man das Ableben nur schwer auf etwas anderes schieben kann als auf das eigene Timing. In einigen Momenten allerdings kommt es zu Framerate-Einbrüchen. Aber: Die Rücksetzpunkte sind fair und das Teleportieren von jedem Ort aus sorgt für Komfort.

K(l)eine Schönheitsfehler?

Beim Abwechslungsreichtum der Portalfähigkeiten ist es nicht weiter schlimm, dass die Auswahl der erlernbaren Talente nicht besonders kreativ ausfällt - Doppelsprung, Wandklettern und so weiter. Wer dem Hobby Videospiele schon ein paar Jahre frönt, den wird die Story rund um magische Kristalle und fremde Dimensionen vermutlich nicht vom Hocker hauen, dafür ist sie einfach zu austauschbar. Und auch die Quests sind dementsprechend nicht so spannend wie in anderen Metroidvanias - ihr sammelt eben meistens Kristalle, deren ungefährer Fundort auf der Karte markiert ist. Als Secrets zum Entdecken dienen Überlebende der Dorfkatastrophe.

In Sachen Atmosphäre und Einfallsreichtum hat da ein Hollow Knight mit seinem verwunschenen Insektenkönigreich (und einem Kampfsystem obendrauf) die Nase vorn. Dafür gibt es in Unbound ganz viel Platformer-Herausforderungen mit abwechslungsreichen Gimmicks. Und da dieses Metroidvania so ganz anders ist als Axiom Verge 2, obwohl es zum gleichen Genre gehört, dürfte es Fans der Sparte leicht fallen, sich für einen Favoriten zu entscheiden - oder gleich bei beiden Titeln zugreifen, auch das ist keine falsche Entscheidung.

Unbound: Worlds Apart (jetzt kaufen ) ist für PC, Playstation, Switch und XBox erhältlich.

Meinung

Wertung zu Unbound: Worlds Apart (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Unbound: Worlds Apart (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Unbound: Worlds Apart (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Unbound: Worlds Apart (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Abwechslungsreiche PortalkräftePräzise SteuerungFaire CheckpointsPraktisches TeleportsystemSchöne Musikuntermalung
Story und Setting austauschbarEinige Framerate-EinbrücheVergleichsweise kurz
Fazit

Kurz-knackige Indie-Metroidvania mit Fokus auf Puzzles und Platforming

Bildergalerie

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