Auch 2006 sind ein paar alte Rohre noch für ein süchtig machendes Denkspiel gut.
Vor gut 15 Jahren gehörte das Genre der Denkspiele am PC zu den beliebtesten überhaupt und kassierte reihenweise Höchstwertungen. Heute ist es noch toter als Flugsimulationen und fristet sein Dasein meist als Shareware-, Flash- und Handyspielchen. Tube Twist gehört zu den wenigen -- durchaus gelungenen -- aktuellen Versuchen, Ihnen für das Quälen der Hirnzellen auch noch Geld abzuknöpfen.
Absolut zeitlos
Als Basis fürs Spielkonzept dient das Sprichwort »Der Weg ist das Ziel«. Sie versuchen, aus diversen Einzelteilen ganze Röhrensysteme aufzubauen, damit farbige Bälle sicher von Punkt A nach Punkt B gelangen können. Das klingt einfach, zumal keinerlei Zeitlimit den Tüftler drangsaliert.
Während der ersten der insgesamt 80 Levels ist es das auch, doch mehr und mehr eingestreute Gemeinheiten versauen Ihnen den schnellen Erfolg: Mal ist das Teile-Arsenal knapp, mal stehen die falschen Teile unverrückbar im Weg, mal müssen die Kugeln bestimmte Checkpoints passieren.
Was für ein Rohr!?
Zur Lösung der kniffligen Aufgaben steht Ihnen eine zunehmend größer werdende Sammlung verschiedener Rohrtypen zur Verfügung. Manche beschleunigen die Kugeln oder heben gar die Schwerkraft auf, andere fungieren als Kreuzung oder Weiche. Da das Timing oft eine wichtige Rolle spielt, gibt es zudem Elemente, die eine Kugel ein paar Sekündchen aufhalten.
Mitunter hilft diese Vielfalt bei der Lösung. Oft genug ist sie aber eine zusätzliche Hürde -- jedes Teil sinnvoll einzusetzen gehört mit zur Herausforderung. Insgesamt bietet Tube Twist genug Stoff für tiefe Denkfalten auf der Stirn. Wenigstens können Sie innerhalb der fünf Welten den Level frei wählen.
Grafik und Sound kommen über Shareware-Niveau nicht hinaus. Der Versuch, mit einer Hintergrundstory den Profi-Anspruch zu rechtfertigen, wirkt eher lächerlich. Wer gerne auf unterhaltende Weise seine grauen Zellen anstrengt, kann das Geld trotzdem guten Gewissens investieren.
Michael Galuschka
