El Presidente will sich zum fünften Mal zum besten Diktator küren - geht es ohne Wahlbetrug? Wir haben uns in die Karibik begeben und das neue Tropico 5 einem ausführlichem Test unterzogen. Neue Features wie die Epochen, Verfassung und Handelsrouten sorgen für Abwechslung. Unsere vollständige Einschätzung lest ihr im Test.
Einfach episch
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern schreitet ihr in Tropico 5 zudem durch vier unterschiedliche Zeitepochen: Kolonialzeit, die Weltkriege, Kalter Krieg und die Moderne. Die Epochen sorgen nicht nur für einen willkommenen grafischen Unterschied, sondern auch für neue Herausforderungen. In der Kolonialzeit müsst ihr zum Beispiel zusehen, dass euer Inselreich möglichst schnell vom Mutterland unabhängig wird, zur Zeit des Kalten Krieges will euer Eiland dagegen zu einer Touristenhochburg samt Badestränden, Tavernen und Hotels aufgebaut werden. Je nach Ziel solltet ihr euch im Laufe eines Sandkastenspiels oder auch einer Kampagnenmission auf große Umbauarbeiten auf eurer Insel gefasst machen.
Quelle: PC Games
Das Militär spielt in Teil 5 eine wichtige Rolle. Die Soldaten verteidigen eure Insel gegen Rebellen und ausländische Mächte.
Wer sich bis ins Jahr 1945 kaum Gedanken über die Umwelt oder das kulturelle Angebot macht, muss nach dem Kalten Krieg in dicht besiedelten Gebieten Müllverwertungsanlagen errichten oder die Schwerindustrie von der einladenden Strandnähe ins düstere Landesinnere umziehen lassen. Ebenso muss man über die Epochen hinaus darauf achten, dass das eigene Militär nicht komplett veraltet. Während euch am Anfang lediglich Wachtürme und eine Festung als Verteidigungsanlagen zur Verfügung stehen, könnt ihr euch im Zeitalter der Weltkriege zum Beispiel Militärbasen und damit Panzer leisten – später kann sogar ein eigenes Atomwaffenprojekt gestartet werden!
Da euer Inselreich im fünften Teil stets von ausländischen Mächten wie der Sowjetunion,den Alliierten oder der Europäischen Union bedroht wird, sollte man – je nach Schwierigkeitsgrad – relativ viel Geld ins Militär stecken. Da die eigenen Soldaten sich aufgrund einer miserablen KI-Wegfindung mehr schlecht als recht durch die Straßen bewegen und oft viel zu lange brauchen, um auf die Feinde zu stoßen, sollte man die Festungen und Baracken am besten kostenaufwendig über die ganze Stadt verteilen. Das eigene Militär lässt sich zudem gegen Aufständische einsetzen; gefährliche Rebellionen lassen sich so schnell im Keim ersticken.
Kaum Macken
Neben dem Errichten von Produktionsketten beschäftigt man sich in Tropico 5 auch stundenlang mit dem Optimieren von bereits errichteten Gebäuden. Ihr könnt zum Beispiel durch erforschte Technologien Fabriken verbessern oder wie in den Vorgängern Manager für die wichtigen Bauten einstellen. Ein wenig schade ist, dass man durch einen Mausklick zwar alle Gebäude eines Typs auf der Insel upgraden kann, das Gleiche aber beim Einstellen der Manager nicht geht. Ebenso fehlt dem Spiel ein Warnsystem, das euch etwa über Nahrungsengpässe informiert.
Quelle: PC Games
Im Mehrspielermodus könnt ihr lediglich Truppen gegen eure Mitspieler schicken oder mit ihnen Ressourcen und Geld teilen.
Da es aber mit der Verfassung und mit den Verordnungen zwei Optionen im Spiel gibt, mit denen man das gesamte System der Bananenrepublik schnell und nachhaltig verändern kann, stört diese kleine Macke kaum. Wenn euch etwa zu spät auffällt, dass es zu wenige Plätze in euren Krankenhäusern gibt, könnt ihr den Gesundheitszustand eurer Bürger durch eine Impf-Verordnung fix verbessern. Da der Spaß und nicht die Komplexität in Tropico 5 an erster Stelle steht, kommt es ohnehin nur selten zu unlösbaren Problemen – passend zu einer humorvollen Diktator-Simulation.
Multiplayer
Erstmals in der Seriengeschichte gibt es in Tropico 5 einen Mehrspielermodus. Leider entpuppen sich die heiß ersehnten Mehrspielerpartien als ziemlich liebloses Beiwerk. Ihr könnt mit maximal vier Spielern mit- oder gegeneinander auf einer Insel um die Wette siedeln. Die immens wichtige Speichermöglichkeit wie auch erweiterte Diplomatie-Optionen sucht man vergebens.
