Trek to Yomi im Test:Liebeserklärung an Kurosawa mit Problemen - Seite 1
Test
Trek to Yomi begeisterte schon in Trailern mit seinem tollen Stil der alten Samurai-Filme. Kann da auch das Gameplay mithalten? Unser Test mit Video!
Der Sensei selbst ist das perfekte Abziehbild eines Mentors und trägt nicht ohne Grund den Namen Sanjuro. Diese Rolle wurde in den Kurosawa-Filmen von Toshiro Mifune verkörpert, Sanjuro sieht dem Schauspieler durchaus ähnlich. Eine schöne Anspielung für Filmfreaks. Man könnte die Charakterisierung der Figuren natürlich als typische Klischees abtun, allerdings werden sie gekonnt in das Spiel eingewoben. So sollte Fan-Service aussehen! Hiroki und Aiko werden nach einem Banditenangriff auf ihr Dorf in die mysteriöse Welt Yomi gezogen. In der Shinto-Mythologie ist Yomi der Ort, in dem die Toten nach ihrem Ableben wohnen und auf ewig verrotten und leiden. Yomi ist aber keine Hölle im christlichen Sinn, denn alle Menschen kommen früher oder später dorthin, egal wie gut oder schlecht sie ihr Leben geführt haben.
Während des Spielverlaufs erreicht ihr immer wieder wichtige Plotpoints. Hier müsst ihr euch für eine bestimmte Richtung entscheiden, die immer mit der Grundmotivation von Hiroki zusammenhängt. Warum setzt er überhaupt seine Reise fort? Eure Antworten wirken sich auf ein paar knappe Dialogzeilen während des Spiels und auf die Zwischensequenz am Ende aus.
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Vor eurer ersten Reise nach Yomi dürft ihr euch für einen von drei Schwierigkeitsgraden entscheiden, die mit Kabuki, Bushido und Ronin betitelt sind. Um das Spiel am besten kennenzulernen, raten wir euch, mit der mittleren Schwierigkeit zu beginnen, da das Spiel ohne Kenntnis des Kampfsystems auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad schnell in Frust ausartet. Trotzdem bleibt es aber auch auf der Stufe Bushido stets knackig und ihr werdet in manchen Abschnitten mehrere Anläufe benötigen. Im einfachsten Modus hingegen genießt ihr die Geschichte ohne Frust.
Quelle: PC Games
Yomi ist keine Hölle im christlichen Sinn. Trotzdem sind die Toten dazu gezwungen, an diesem Ort zu leiden und langsam zu verrotten.
Landschaften wie gemalt
Trek to Yomi setzt in seiner Inszenierung auf verschiedene Blickwinkel. Während ihr erkundet und Rätsel löst, spielt ihr in einer festen Perspektive, die an Point-&-Click-Adventures oder die frühen Resident-Evil-Teile erinnert. Die Hintergründe sind malerisch gestaltet und machen ihren Filmvorlagen alle Ehre.
Dabei treten aber die bekannten Probleme auf, die bei statischen Kameraeinstellungen üblich sind. Betretet ihr ein neues Bild, sucht ihr erst mal kurz nach eurem Charakter, da ihr ihn beim Wechsel in das neue Areal aus den Augen verloren habt. Zudem zoomt die Kamera gerne ordentlich raus, wodurch das Auffinden der Spielfigur schwieriger wird.
Kämpfe erlebt ihr in einer klassischen Seitenansicht, bei der euch die Kamera in der Bewegung begleitet. Vorder- und Hintergründe sind hier ebenfalls toll gestaltet, allerdings leidet auch hier die Übersicht. Das ist besonders ärgerlich, wenn ihr auf die Bewegungen eurer Feinde achten sollt, um rechtzeitig zu blocken, ein Objekt im Vordergrund aber die Sicht versperrt. Manchmal zoomt die Kamera viel zu weit heraus, wodurch ihr nichts mehr erkennt. Der tolle Blick auf die Landschaft im Hintergrund bringt nichts, wenn ihr permanent ins Gras beißt.
Quelle: PC Games
Kämpft ihr gerade einmal nicht, ist Erkundung angesagt. Viel gibt es aber nicht zu finden. Dafür sind die statischen Kameraeinstellungen wunderschön komponiert.
Sieben Samurai und wie ihr sie besiegt
Damit ihr nicht so oft das Zeitliche segnet, müsst ihr das Kampfsystem verinnerlichen. Es gibt einen schnellen und einen starken Angriff. Ihr könnt Blocken und Parieren und müsst euch bei einem Kampf gegen mehrere Gegner auch mal schnell umdrehen. Außerdem könnt ihr, je nachdem, in welche Richtung ihr drückt, die Höhe eurer Hiebe bestimmen.
Wechselt ihr etwa ständig zwischen hohen und tiefen Schlägen, könnt ihr die Deckung eurer Feinde leicht durchbrechen. Pariert ihr einen Schlag im richtigen Moment, dürft ihr direkt zu einem Konter ansetzen. Das alles zehrt an eurer Ausdauer. Diese solltet ihr euch also gut einteilen. Rennen und die obligatorische Ausweichrolle sind mit von der Partie und verbrauchen ebenfalls Ausdauer.
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