Konkurrenz für Super Mario & Disney? Der neue Transformers-Kinofilm ist eine wilde Mischung aus Matrix und Minions
Kolumne
Transformers geht endlich weiter und die Fans jubeln! Doch lohnt sich der Kinobesuch für "Transformers One" überhaupt? Das verrät unser Autor hier.
In einer Zeit, in der etliche Blockbuster an den Kinokassen abschmieren, dominieren auf einmal Animationsfilme das Geschehen. Mit "Alles steht Kopf 2" und "Ich - Einfach unverbesserlich 4" belegen animierte Filme gleich zwei der Top 3 des (bisherigen) Kinojahres 2024. Jetzt startet in Kürze der neue Transformers-Film im Kino, der die Entstehungsgeschichte der legendären Feindschaft zwischen Optimus Prime und Megatron erzählt. Kann "Transformers One" die Kinohits des Jahres wie "Deadpool & Wolverine" und "Godzilla x Kong: The New Empire" noch ins Schwitzen bringen? Ich habe mir den neuen Transformers-Film angeschaut, um diese Frage zu beantworten.
"Transformers One" lüftet das größte Geheimnis der Transformers-Reihe
Wie sind Megatron und Optimus Prime eigentlich zu so erbitterten Feinden geworden? Wer die Antwort auf diese Frage schon immer mal in rund 100 hören wollte, ist bei "Transformers One" genau richtig. Der Animationsfilm des Studios "Industrial Light & Magic" (eine Abteilung von Lucasfilm) hat mit dem neuen Transformers-Streifen einen optischen und soundtechnischen Hochgenuss geschaffen, der aber an zwei entscheidenden Stellen schwächelt.
Etwa 100 Minuten lang erzählt "Transformers One" die Ursprünge der Feindschaft zwischen Megatron und Optimus Prime, die anfangs noch als Minen-Arbeiter in der unterirdischen Cyberpunk-artigen Stadt "Iacon City" tagtäglich schuften und ihr Leben in den Minen riskieren müssen. Ihrer Blöcke beraubt, sind sie nicht in der Lage zu transformieren und müssen sich ihrem Schicksal fügen. Doch die zwei besten Freunde wollen sich diesem tristen Dasein nicht länger fügen und auf die Oberfläche des Planeten "Cybertron" gelangen, um ihr Volk zu befreien.
Das gelingt ihnen auch und so beginnt das Abenteuer, bei dem Megatron und Optimus Prime auf einige unschöne Wahrheiten stoßen, was sich letztlich im Laufe des Films zum klassischen großen Finale mit dazugehörigem epischem Kampf steigert. Der erzählerische Weg dorthin ist gepflastert von einigen plumpen Slapstick-Jokes im Stil der Minions - kann man mögen, mir ringt diese Art von Humor aber bestenfalls ein müdes Lächeln ab. Wesentlich mehr Spaß gemacht haben mir die Buddy-Story der zwei Protagonisten sowie die tolle Atmosphäre sowohl unterhalb als auch oberhalb der Erdoberfläche des Planeten "Cybertron". Für wen lohnt sich das Kinoticket für "Transformers One"?
Lohnt es sich, für "Transformers One" ins Kino zu gehen?
Ich denke, "Transformers One" spricht vor allem zwei Zielgruppen an: glühende Transformers-Fans - und jüngere Kinobesucherinnen und -besucher ganz generell. Ich gehöre zu keiner der beiden Gruppen, hatte aber trotzdem Spaß bei der Pressevorführung in Nürnberg. Das liegt einerseits an den bereits erwähnten Punkten, andererseits an einigen Elementen der Story, die mich stark an einen meiner liebsten Filme aller Zeiten erinnert haben: Matrix. Genauer darauf eingehen möchte ich aus Spoiler-Gründen aber nicht, ihr werdet es selbst bemerken.
Neben dem bereits erwähnten plumpen Humor (Schwachstelle Nummer 1) hat "Transformers One" aber noch ein zweites Problem: Die zweite Hälfte des Films ist sehr viel spannender als die erste Hälfte. Wer den Film im Kino schaut, wird nach dem Kaufpreis für ein Kinoticket schon lange genug sitzen bleiben, um zur spannenderen zweiten Hälfte zu kommen. Wer "Transformers One" aber in ein paar Monaten zu Hause schaut, verliert vielleicht zu früh das Interesse und driftet auf den Zweitbildschirm am Smartphone ab. Das wäre schade, denn die zweite Hälfte des neuen Transformers-Kinofilms ist wirklich sehenswert, auch wenn man kein glühender Fan der Reihe ist. Bleibt noch eine Frage offen, die heutzutage bei quasi allen neuen Filmen im Raum steht: Gibt es eine Post-Credit-Scene?
Die Antwort lautet: ja - und sie kommt wirklich ganz am Schluss nach dem kompletten Abspann. Sitzfleisch macht sich also bezahlt. Wann startet "Transformers One" in den deutschen Kinos? Hierzulande geht es am Donnerstag, dem 10. Oktober 2024, los. Viele Kinos zeigen den Film bereits am Vorabend als Vorab-Premiere, also am Mittwoch, dem 09. Oktober 2024. Unter den deutschen Synchronsprechern befinden sich einige bekannte Gesichter wie Emilia Schüle und Tom Beck sowie Influencer/Streamer, darunter Chefstrobel, Dilara, Phil Laude und Rumathra.
