Transference im Test: Ein kurzer Ritt auf dem Wahnsinns-Zug
Test 22,49 €
Immer mehr verschmelzen die Medien heutzutage. Elijah Wood - ja, der Darsteller von Hobbit Frodo Beutlin - will mit seiner Firma SpectreVision die Lücke zwischen Film und Videospiel schließen. Transference ist ein VR-Spiel, das auch ohne Virtual Reality gespielt werden kann, und behandelt die wahnsinnige Geschichte der Familie Hayes. Wie der Medien-Mix sich so zeigt und was euch erwartet, lest ihr in unserem Test.
Elijah Wood kennen die meisten von euch sicherlich als den kleinen Hobbit Frodo aus Der Herr der Ringe. Dass der amerikanische Schauspieler auch eine eigene Produktionsfirma hat, die sich auf Horrorfilme spezialisiert, dürfte aber den meisten neu sein. Auf der letztjährigen E3 kündigte SpectreVision - Woods Firma - in Zusammenarbeit mit Ubisoft ihr erstes Videospiel an, das den Titel Transference (jetzt kaufen 69,99 € / 22,49 € ) trägt. Das Adventure erschien am 18. September 2018 für PS4, PC und Xbox One und ist in erster Linie als VR-Spiel gedacht, das aber auch ohne VR gespielt werden kann. Aber worum geht es in der Mischung aus Film und Spiel und was müsst ihr da eigentlich machen?
Inhaltsverzeichnis
Transference im Test: Zwischen Film und Spiel
In Transference geht es um die Familie Hayes, namentlich Vater Raymond, Mutter Katherine und Sohnemann Benjamin. Ersichtlich ist, dass die Familie immer weiter auseinander bricht, was wohl durch die permanente Forschung von Ray ausgelöst wird. Er erfindet etwas, das die
Quelle: PC Games
Raymond Hayes ist der Vater der Familie, um die es in Transference geht. Er hat etwas erfunden, das das Leben seiner Frau und seines Sohnes auf den Kopf stellt.
Gedanken eines Menschen in eine virtuelle Realität übertragen kann. Dabei schlüpft ihr in die Rolle eines poteniellen Käufers. Die Welt, die ihr betretet, beruht auf den Daten von Ray selbst, seiner Frau und seinem Sohn. So streift ihr durch deren Wohnung, die vor merkwürdigen Glitches nur so strotzt, und versucht herauszufinden, was der Familie passiert ist. Zu viel wollen wir euch an diesem Punkt nicht verraten, denn die Geschichte ist hier definitiv wichtig. Transference schafft es zwar, einen spannenden Ansatz zu finden, kann das Ganze aber nicht weiter spinnen. Die Charaktere sind interessant, haben aber nicht wirklich Tiefe. Auch wenn es wohl die Intention der Entwickler ist, euch nicht zu viel zu verraten und - wie bei einem guten Film - Platz für eigene Interpretationen zu lassen, hätten wir uns doch ein wenig mehr Hintergrundgeschichte gewünscht.
Transference im Test: Wenig Gameplay
Das Fehlen ebendieser wird auch nicht unbedingt durch die Rätsel aufgewogen. Diese sind recht anspruchslos und wirken oft deplaziert im Spiel,
Quelle: PC Games
Manchmal findet ihr USBs, CDs, VHS-Kasetten oder Filmrollen. Diese beinhalten VLOGs der Familie, die ihr euch im Menü ansehen könnt.
als müsste eben an dieser Stelle ein Rätsel kommen, damit ihr nicht nur herumlauft und Gegenstände aufhebt. Neben den Rätseln gibt es aber auch nicht viel Gameplay. Ihr untersucht Gegenstände und wechselt durch die Lichtschalter in der Wohnung der Hayes durch die Perspektiven von Ray, Kath und Ben. In jeder "Realität" findet ihr andere Dinge, die deutlich zeigen, wo ihr euch gerade befindet. An vielen Stellen sind auch VLOGs (mit echten Schauspielern) in Form von Kassetten, CDs, USB-Sticks oder Filmrollen versteckt. Diese könnt ihr dann im Menü ansehen und sie lassen euch im Spielverlauf erahnen, was mit der Familie passiert ist. Das bricht das Medium des Videospiels etwas und kommt dem Film näher, was ja auch das Ziel ist.
Transference im Test: Großartige Atmosphäre
Was aber wirklich hervorragend rüberkommt, ist die Atmosphäre und Musik von Transference. Seltsames Knurren wird abgelöst von gänsehauterzeugender Spieluhr-Musik. Durch eine VR-Brille wird das alles nochmal verstärkt und bekommt fast schon P.T.-Charakter. Auch im
Quelle: PC Games
Während des Spiels trefft ihr öfter auf Charaktere, die wie aus dem Nichts erscheinen, manchmal nicht mal etwas sagen, sondern nur merkwürdig in der Gegend rumstehen, und dann plötzlich verschwinden. Gruselig.
spielbaren Teaser zum eingestellten Silent Hills habt ihr euch durch einen einzigen Flur eines Hauses bewegt, der sich immer wieder veränderte. Der Horror ist jedoch in Transference nicht ganz so präsent, auch wenn er hinter jeder Ecke lauert. Das Spiel erzeugt vor allem in VR eine tolle Atmosphäre und es ist allein deshalb schon schade, dass die Spielzeit nur etwa zwei bis drei Stunden beträgt. Auch der Wiederspielwert ist nicht gerade hoch. Beim ersten Durchspielen haben wir schon 89 Prozent der Trophäen auf der PS4 erhalten, was größtenteils die gefundenen VLOGs sind. Zwar könnt ihr Transference ein zweites Mal komplett ohne VR spielen, das ist ganz leicht umstellbar, jedoch ist das Spiel definitiv für die Virtual Reality konzipiert und produziert. Zwar ist es ohne VR-Headset nicht schlecht, auch die Grafik ist sehr gut - sowohl mit als auch ohne VR-Brille - aber das allgemeine Spielgefühl ist nicht ganz so bedrängend und beunruhigend (auf gute Art!) wie mit VR. Das gilt jedoch in erster Linie für die Konsolenversionen, denn die PC-Version schneidet da wesentlich schlechter ab. Die Steuerung mit dem Touch Controller ist miserabel und das Spiel wird dadurch um Welten schlechter gemacht. Die Entwickler sind jedoch schon an der Sache dran und versuchen das Problem zu beheben.
Transference im Test: Gutes VR-Spiel
Quelle: PC Games
Lichtschalter sind eines der wichtigsten Elemente in Transference. Durch sie könnt ihr die Perspektiven zwischen Ray, Kath und Ben wechseln.
Transference hat einen interessanten Ansatz, die Lücke zwischen Film und Videospiel füllen zu wollen. Dabei ist aber ein wenig der Inhalt flöten gegangen, auch wenn die Geschichte um die Familie Hayes wirklich Spannung verspricht. Ja, das Spiel ist für VR wirklich gut inszeniert, hierbei hilft vor allem die Atmosphäre und die Musik, aber Transference schafft auch im Virtual-Reality-Bereich keine bahnbrechenden Innovationen. Insgesamt ist es jedoch ein kurzes, spannendes Adventure für einen angemessenen Preis und mit der Option, es auch ohne VR-Headset zu spielen.
