Towa angespielt: Bandai Namcos Antwort auf Hades?

Special Tobias Meyer
Kampf gegen ein Wassermonster
Quelle: Bandai Namco

Bandai Namco stellt beim Summer Game Fest eine neue IP vor - Towa and the Guardians of the Sacred Tree. Ich habe reingespielt und dachte: Moment mal, das kenn ich doch ...

Mit Schwert und Stab für den Frieden

Schauen wir aber mal auf die Kämpfe. Die laufen flott, flüssig und je nach Gegner mal simpel, mal fordernd. Als Schwertkämpfer drücke ich fleißig den rechten Bumper, um mit einer der beiden Klingen zuzuschlagen. Eine Ausdauerleiste zeigt an, wie stumpf meine Waffe ist. Ist sie abgenutzt, wechsle ich mit einem Knopfdruck zur zweiten.

Kampf an einem Strand Quelle: Bandai Namco Neben Standardhieben gibt's natürlich auch aufgeladene Angriffe per gehaltenem Bumper sowie ein Ultimate, das Mana verbraucht. Das Mana lädt sich im Verlauf des Gefechts automatisch wieder auf.

Mit dem rechten Stick steuert man seinen Gefährten. Das ist - wie erwähnt - an sich kein Muss, denn der Fisch auf zwei Beinen rennt auch so mit, aber es öffnet zumindest die Option einer Twin-Stick-Steuerung. Mit den Triggern lösen wir seine Attacken aus, die beide einen Cooldown haben. Statt mit Schwertern greift er mit einer Wasserwelle und rotierenden Kugeln an.

Diese Mischung aus Steuerung, Angriffen und isometrischer Perspektive erinnert sofort an Hades. Und ja, der Vergleich drängt sich auf. Towa fühlt sich in weiten Teilen an wie ein Hades-Klon im Anime-Gewand. Die Dashes, das Trefferfeedback, die Visualisierung von Angriffen - alles fühlt sich verdächtig vertraut an. Nur leider nicht ganz so präzise.

Kampf in einem Wald Quelle: Bandai Namco Fairerweise muss man sagen: Das Roguelite-Genre ist voll von Spielen, die sich bei anderen bedienen. Das ist auch okay - man weiß, worauf man sich einlässt.

Hades im Anime-Gewand

Ganz eigene Wege geht Towa beim Gegnerdesign. Schon in der ersten Ebene standen mir Baum-Panda-Hybriden gegenüber - riesig, furchteinflößend, irgendwie schräg. Und ja: Respekt hatte ich, bevor ich mit dem Katana zum Friseurbesuch am Geweih ansetzte.

Die genretypischen Buffs nach jedem bereinigten Level wirken nach den ersten ein bis zwei Ebenen noch etwas überfordernd. Das liegt vorwiegend daran, dass man im Kampf nicht nur einen, sondern zwei Charaktere mit eigenen Fähigkeiten gleichzeitig spielt. Ich musste mich erst einmal etwas daran gewöhnen, doch einmal eingegroovt, läuft der Hase ... oder eben Fisch an dieser Stelle.

Buff-Übersicht Quelle: Bandai Namco Außerdem gibt es nach den Kämpfen eine kurze Performance-Übersicht, wie gut man sich geschlagen hat. Dann kann es direkt durch eine Tür weiter in die nächste Ebene gehen. Gelegentlich hat man dabei die Wahl aus einer von zwei Türen. Auf Knopfdruck kann man sich jeweils anzeigen lassen, was hinter der Tür auf einen wartet. Aber auch das kennt man bereits aus Hades.

Vergleiche hin oder her, Towa hat mich ganz gut unterhalten. Es hat etwas gedauert, bis ich mich ordentlich reingefuchst habe, und dann war das Erlebnis wegen der begrenzten Zeit auch flott wieder vorbei.

Ich sehe in Towa aber keinen Must-Have-Titel für PS5 oder Xbox Series. Viel eher sehe ich das Spiel auf der Switch, einem PC-Handheld - oder vielleicht sogar bei Apple Arcade oder im Google Play Pass. Ihr merkt schon: Towa hat Potenzial, läuft aber Gefahr, neben den Platzhirschen des Genres unterzugehen. Als Mobile- oder Handheld-Unterhaltung sehe ich aber durchaus Chancen.

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