Total War Pharaoh im Test: Griff nach der Strategiekrone!
Test
Wenn der Weg auf den Thron erst der Anfang ist: Erobert in Total War: Pharaoh das Alte Ägypten, übersteht Katastrophen und Invasionen fremder Völker. Wieso Creative Assemblys Strategiespiel die Serie nicht neu erfindet, aber wichtige Schwerpunkte anders setzt, erfahrt ihr im ausführlichen Test.
Hier spielen Handel, Kriegsführung und Religion entscheidende Rollen. Siegpunkte wiederum erhalten wir etwa für den Bau bestimmter Wahrzeichen, aber auch für Expansion des Reichs und das Einnehmen bestimmter Städte. Langfristig geht's natürlich auch um das Überstehen der größten Herausforderung - nämlich dem Angriff der Seevölker.
Eine Frage des Charakters
Unser Fraktionsanführer und dessen Generäle mausern sich im Spielverlauf zu waschechten Charakteren. Neue Kommandanten rekrutieren wir in Städten und rüsten sie schließlich mit Waffen, Rüstungsobjekten und Hilfsmitteln aus. Durch Schlachten gewinnen sie an Erfahrung hinzu. Nach Stufenaufstiegen werten wir deren Kompetenzen "Präsenz", "Inbrunst" und "Tapferkeit" auf. Durch hohe Präsenzwerte reduzieren wir etwa die Kosten von deren Armee, was sich wiederum positiv auf den Haushalt unseres Königreichs auswirkt. Abhängig von der Verteilung der Kompetenzpunkte aktivieren wir aber auch sogenannte Titel und erhalten zusätzliche Boni, mit deren Hilfe wir etwa den Bewegungsradius der Einheiten erhöhen.
Sobald wir aber zum Pharao gekürt wurden, aktivieren wir nicht nur neue Kronen, die uns Boni bescheren, sondern auch von der Legitimation abhängige königliche Kräfte, mit deren Hilfe wir beispielsweise die Annektierung kleinerer Provinzen erzwingen oder Gebäude direkt und ohne Kostenaufwand fertigstellen können.
Im Spielverlauf macht es daher einen Riesenspaß, die Fertigkeiten der Generäle und Anführer auszutesten und diese immer wieder zu optimieren.
Und auch, wenn Total War: Pharao keine Erbfolgen oder Familienplanung wie andere Serienableger bietet, so ist der Rollenspieleinschlag sehr spürbar und sorgt dabei auch dafür, dass so etwas wie eine emotionale Bindung zu den Figuren entsteht.
Quelle: Medienagentur plassma
Allerdings hätte Creative Assembly hier gerne etwas mehr Sorgfalt bei der Darstellung der Generäle walten lassen können; die Charaktermodelle wiederholen sich ständig. Und auch, wenn wir die Burschen umbenennen können, so schadet es doch der Atmosphäre, wenn wir immer wieder in die gleichen 08/15-Gesichter blicken.
Das Wetter spielt mit
Serientypisch führen wir die Kämpfe in Echtzeit, können dabei aber sowohl die Zeit beschleunigen als auch komplett stoppen, um in aller Ruhe Befehle zu erteilen. Zu Beginn positionieren wir unsere Truppen. Total War: Pharaoh folgt bei der Einheitenbalance bekannten Mustern.
Das bedeutet: Bogenschützen und andere Distanzkämpfer sind auf Entfernung eine gute Unterstützung, sollten aber nicht mit Schwertkämpfern aneinandergeraten. Genauso versuchen wir immer wieder, gegnerische Truppenverbände zu flankieren oder einzukesseln. Gerade die wertvollen, berittenen Kämpfer in Streitwagen sind für schnelle Zangenangriffe besonders nützlich.
Für unsere Generäle schalten wir im Verlauf Bonusfertigkeiten frei und können so etwa umstehende Truppen motivieren und stärken. Allerdings sind sie keine Superhelden wie etwa in der Warhammer-Reihe. Geht ein Anführer drauf, schadet das der Truppenmoral massiv.
Quelle: Medienagentur plassma
Höhepunkt des Spiels sind zweifellos die umfangreichen Belagerungen oder auch die Städtekämpfe. Als Angreifer fällt es hier schwer, selbst kleinere Verbände auszuschalten. Denn die Verteidiger können die teils engen Zugänge nutzen, um so zahlenmäßig überlegene Kontrahenten in Schach zu halten. Dadurch entsteht in Total War: Pharaoh immer wieder ein cleveres Katz-und-Maus-Spiel um die bessere Position.
In diesen Punkt spielt auch das neue Wettersystem hinein, das sich spürbar auf die Gefechte auswirkt. Damit wir nicht sehenden Auges in unser Verderben rennen, gibt uns das Spiel stets die Gelegenheit, den Kampf zu verschieben und so die sich ändernden Wettbedingungen abzuwarten.
Plötzlich einsetzende Hitze schlaucht etwa schwere Truppen besonders und ein aufziehender Sandsturm kostet nicht nur Lebenspunkte, sondern auch ordentlich Moral.
Gerade, wenn unsere Generäle das Zeitliche gesegnet haben, können Sandstürme dafür sorgen, dass die verbliebenen Truppen endgültig das Schlachtfeld verlassen. Die Echtzeitgefechte sind in sich nachvollziehbarer geworden und damit denen der Vorgängerspiele leicht überlegen. Eine gänzlich neue Spielerfahrung sollte sich hier aber niemand versprechen.
