Total War Pharao angespielt: Ab in die Wüste - aber mit Strategie!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Total War Pharao angespielt: Ab in die Wüste - aber mit Strategie!
Quelle: Sega

Alle Informationen zum Strategie-Epos Total War: Pharao: Schlacht, Naturkatastrophen und Herrschaftssystem. Wir konnten den Stategie-Knaller bereits spielen!

Als Anführer eures Volkes dürft ihr zudem ein Erbe aussuchen, dem ihr in der Folge nacheifern werdet. Es dient als roter Faden durch die Kampagne und gibt auch stark den Spielstil vor, mit dem ihr in den kommenden Stunden agieren werdet. Beispielsweise kann dieses Erbe wirtschaftliche Aufgaben in den Mittelpunkt rücken und den Bau bestimmter Gebäude zum Ziel haben. Das Verfolgen des Erbes der Vorfahren wird untermauert durch das Freischalten von Kronen. Diese Insignien der Macht sehen auf dem Haupt eures Herrschers nicht nur ausgesprochen schmuck aus, sondern bringen auch Eigenschaften wie beispielsweise die erleichterte Annektierung anderer Fraktionen oder das Entfernen von Baurestriktionen in einer bestimmten Provinz mit sich. Insgesamt gibt es fünf freischaltbare Vorteile, mit denen ihr euren Spielstil prägen werdet.

Leider zeigte Creative Assembly keine tieferen Einblicke in die Kampagne und vor allem auch nicht in das Management des eigenen Reichs. So spannend sich all diese Funktionen auf dem Papier anhören - einen wirklichen Eindruck ihrer Auswirkungen auf das Total-War-Gameplay konnten wir uns noch nicht machen.

Erste Eindrücke aus der Schlacht

Stattdessen hatten wir die Gelegenheit, drei Schlachten gleich mehrfach anzutesten. In einem der Gefechte übernehmen wir Ramses II. und seine ägyptischen Streitkräfte.

Kurz nach der Aufstellung der Truppen zieht ein großes Gewitter auf. Regen, Blitz und Donner haben gleich in mehrerlei Hinsicht Einfluss auf das Kampfgeschehen. Durch den Regen durchtränkter, weicher Boden wird besonders für schwer gepanzerte Einheiten zum Problem. Sie sinken nämlich im Morast ein, büßen an Mobilität ein und ermüden zudem stärker.

Blitz und Donner beeinflussen zudem die Moral der Truppen und kosten sie ein wenig Kampfeswillen. In der zweiten Schlacht kam gar ein Sandsturm auf. Dieser erschwert logischerweise die Sicht und verringert damit die Effektivität von Distanzschützen. Viel schlimmer noch: Alle Einheiten auf dem Schlachtfeld nehmen Schaden.

EIn Blick über die Wüste mit Pyramiden im Hintergrund Quelle: Sega Ein Sandsturm kann somit auch langfristige Wirkung haben und etwa einen großen Verband auf einem Feldzug schwächen. Als weitere Wetterkatastrophen beschrieben die Entwickler Hitzewellen, die Streitkräfte auslaugen und so deren Kampfkraft spürbar verringern.

Eine wichtige taktische Rolle nimmt obendrein die Haltung eurer Einheiten ein. Diese könnt ihr im Verlauf anpassen und so auf das Geschehen reagieren.

Wählt ihr etwa die Option "Schildwall" aus, ziehen die Truppen den Schild hoch und verbarrikadieren sich dahinter. Außerdem gibt es eine spezielle Position für den koordinierten Rückzug. Dadurch rennen die Einheiten nicht vollkommen kopflos weg, sondern gehen stattdessen rückwärts, während sie allerdings nach vorn blicken und so noch auf Angriffe reagieren können.

Dadurch macht es in Total War: Pharao auch häufiger Sinn, die Einheiten abzuziehen als in früheren Serienablegern. Die Kämpfe wirken derweil weiterhin ein wenig chaotisch.

Ganz egal, wie sehr wir uns darum bemühen, Truppenverbände zusammenzuhalten, irgendwann verwandeln sich die Scharmützel dann doch in riesiges Durcheinander. Sehr schön allerdings: Waren individuelle Animationen bislang nur Helden-Einheiten vorbehalten, so erweitert Creative Assembly die Aktionsvielfalt der normalen Einheiten spürbar. Dadurch wirken die Gefechte in sich dynamischer als zuvor.

Ein Sandsturm, der über eine Stadt in der Wüste zieht Quelle: Sega Den bleibendsten Eindruck hinterließ aber zweifellos die Belagerung der Stadt Memphis' beziehungsweise Mennefers. Mit den Truppen von Ramses II. müssen wir die überlegenen Angreifer von Barisone abwehren. Wir platzieren also Bogenschützen auf unseren Mauern, machen Bodentruppen bereit und beobachten, wie langsam Türme und andere Streitkräfte in Richtung der Stadt ziehen.

Die große Herausforderung besteht hier darin, dass die Schlacht an mehreren Fronten tobt. Immer wieder pausieren wir daher das Geschehen und verschaffen uns so einen Überblick. Im Verlauf ziehen wir schließlich auch Ramses mitsamt Streitwagen heraus und fallen so den gegnerischen Truppen in den Rücken.

Zu seinen Spezialfertigkeiten gehört unter anderem das Inspirieren umliegender Truppen. Dadurch steigt deren Moral und auch der Kampfeswille.

Trotzdem können wir nicht verhindern, dass sich die Aggressoren Zutritt in die Stadt verschaffen. Hier beginnt eine Art "Capture The Flag": Erobern sie Orte wie beispielsweise den Tempel, fällt die Stadt.

Das Tauziehen um die Vorherrschaft gestaltet sich spannend. Mit der Zeit sieht Mennefer aus wie ein Trümmerfeld: Vor den Mauern verbrennen Türme, im Inneren dagegen spielen Angreifer und Verteidiger Katz und Maus. Schlussendlich aber geht unsere Taktik auf, und als zum Ende das Wörtchen "Sieg" erscheint, sind wir auch endlich im alten Ägypten angekommen. Total War: Pharao kann kommen!

Meinung

Total War: Pharao erscheint im Oktober 2023. Einen genauen Release-Tag haben Publisher Sega und Entwickler Creative Assembly bisher noch nicht verraten. Auf die Veröffentlichung freuen dürfen sich dem bisherigen Anschein nach ausschließlich PC-Spieler - Umsetzungen für Playstation 5, Xbox Series X oder gar Nintendo Switch scheinen nicht geplant zu sein.

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