Total War Pharao gespielt: So neu fühlt sich die Kampagne an!

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Total War Pharao gespielt: So neu fühlt sich die Kampagne an!
Quelle: Sega

Gehört Total War Pharao die Strategiekrone? Wie sich die Kampagne des Taktik-Hoffnungsträgers spielt, haben wir bei unserer Hands-on-Vorschau herausgefunden.

Die Total-War-Serie steht über 20 Jahren für opulente, historische Strategiekost. Und auch wenn die Macher von Creative Assembly inzwischen offen zugeben, dass sie sich bei ihren Produktionen kreative Freiheiten zugunsten von Bedienbarkeit und Spielspaß leisten, so sind doch gerade die Schauplätze immer wieder ein entscheidender Faktor innerhalb der Reihe. Mit dem im Oktober 2023 für den PC erscheinenden Total War: Pharao schicken euch die britischen Entwickler ins Alte Ägypten und dort auf die Jagd nach dem Thron. Nachdem wir in unserer ersten Preview lediglich die Echtzeitschlachten antesten durften, ging es gut zwei Monate vor Release in die Vollen. Wir hatten die Gelegenheit, in die Kampagne einzusteigen und uns vom tatsächlichen Strategie-Gameplay zu überzeugen. Wie anders spielt sich Total War: Pharao (jetzt kaufen 31,99 € ) als seine Vorgänger? Und wie leicht fällt der Einstieg in das fremde Szenario?

Herrschaftsfantasien und Startprobleme

In der uns zur Verfügung gestellten Vorschau-Version waren längst noch nicht alle Fraktionen und Anführer aktiviert. Lediglich der junge Ramses II. war hier anwählbar.

Der künftige Krieger-Pharao ist ideal für Einsteiger; sein Reich besitzt zum Start eine starke Armee und reichlich Ressourcen. Wer keine Lust auf die Standardeinstellungen hat, kann die Kampagne aber auch mithilfe einer ganzen Reihe von Parametern anpassen.

Neulinge schenken sich etwa zusätzliche Reserven oder regeln schlicht den Schwierigkeitsgrad runter. Wollt ihr dagegen eine besondere Herausforderung, sucht ihr euch eines der kleineren Völker und dreht beispielsweise die Häufigkeit der Naturkatastrophen hoch.

Die Optionen gestalten sich sehr detailliert und bescheren Spielerinnen und Spielern eine gehörige Portion Langzeitmotivation. Die erweiterten Einstellungen werten die Kampagne also deutlich auf. Selbst in unserer Vorschau-Runde haben wir mehrfach mit den Optionen gespielt und uns dadurch etwa den Einstieg erleichtert.

Wüste im Zwielicht Quelle: Sega Der Start in die Kampagne gestaltete sich dennoch knifflig: Trotz eines virtuellen Beraters und vieler Hilfetexte fühlten wir uns zunächst überfordert vom Szenario und den vielen uns unbekannten Begriffen.

Und so wühlten wir uns durch die Fraktionen und benötigten Zeit, um uns einen Überblick über das Geschehen in Total War: Pharao zu verschaffen. Die erste Stunde gestaltet sich deutlich kleinteiliger als in früheren Total-War-Spielen. Dass wir schwächere Völker angreifen und deren Ländereien übernehmen, ist altbekannt.

Die kontinuierliche Erweiterung des eigenen Herrschaftsgebiets spült notwendige Ressourcen in die Kassen. Erobern wir Städte und Siedlungen, müssen wir uns entscheiden, ob wir diese etwa plündern und dem Erdboden gleichmachen oder übernehmen.

Letzteres kann auch Probleme mit sich bringen, da die dortigen Bürger natürlich wenig begeistert von der Eroberung sind. Wir können diese Probleme mit stationierten Garnisonen niederschlagen. Das bindet aber Truppen und kostet obendrein wertvolle Ressourcen. Diese investieren wir lieber in den Ausbau der Infrastruktur.

Neben den großen Städten befinden sich auch Außenposten auf der Karte. Wir wählen, ob es sich dabei etwa um einen religiöse Huldigungsstätte oder auch einen administrativen Außenposten handeln soll.

Blick auf eine Stadtmauer Quelle: Sega Besuchen wir Letzteren mit einer unserer Armeen, erhalten diese einen Bonus und können sich in den Folgerunden schneller bewegen. In einem großen Fort könnt ihr dagegen Einheiten austauschen, obendrein unterstützen die dort stationierten Truppen die Region im Falle einer Belagerung. Mithilfe der Außenposten unterstreicht ihr also euren Spielstil und passt eure Strategie bereits früh an spätere Ziele an.

Allerdings ist bei der munteren Expansion auch Vorsicht geboten: Wer nur baut und Armeen aus dem Boden stampft, bringt schnell den eigenen Haushalt aus dem Gleichgewicht. Unsere erste Partie endete gar vorschnell, weil die Nahrungsmittel knapp wurden und das Volk gegen uns revoltierte.

Diplomatie und Intrigen

Glücklicherweise geben sich die Computer-Völker betont kommunikativ. Früh im Spiel erhalten wir die ersten Handelsanfragen und können so Waren wie Nahrung, Stein oder Bronze in Tauschgeschäften einholen. Das System funktioniert sehr ähnlich wie in früheren Total-War-Teilen: Legt ein Gegenangebot fest und erkennt dann anhand einer Kennziffer sofort, wie hoch die Chancen sind, ob dieses auch angenommen wird.

So viel sei gesagt: Auch im Alten Ägyptern lassen sich die Völker nicht über den Tisch ziehen! Für eine bessere Übersicht über die verschiedenen Fraktionen und ihre Stärke sorgen Übersichten. Eine Erinnerungsfunktion weist uns zum Ende eines Zuges auf unerledigte Aufgaben hin.

Beispielsweise erlassen wir auch königliche Dekrete. Dabei handelt es sich um Forschungs-Features, mit deren Hilfe ihr erweiterte Funktionen, aber auch Upgrades für bestehende Optionen freischaltet.

Nach einigen Runden und den ersten erfolgreichen Schlachten erhalten wir die Möglichkeit, alten Erben nachzueifern. Beispielsweise legen wir Ambitionen fest, die mit Aufgaben und Belohnungen daherkommen.

Anfangs etwa gilt es, eine einzelne Schlacht zu gewinnen, im Gegenzug erhalten wir 1.000 Nahrung sowie 50 Bronze.

Diese vergleichsweise einfachen Jobs helfen uns dabei, im frühen Spiel zu bestehen. Zugleich aber legen wir uns damit auch Stück für Stück auf einen Spielstil fest: Militär, Wirtschaft und Religion sind die drei wichtigsten Wege zum Sieg. Das Auswählen und Huldigen einer Gottheit bescherten uns dabei weitere Vorteile.

Bildergalerie

Im königlichen Rat wiederum plagen wir uns mit irdischen Problemen herum und versuchen, unsere Position mit List und Tücke zu verbessern. So erpressen wir Würdenträger wie den Schatzmeister oder waschen im Hintergrund schmutzige Wäsche. Diese Winkelzüge kosten Einfluss und sollen im Idealfall unseren Weg an die Spitze des Reichs ebnen.

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