Mein lieber (Sch)Ollie! - Tony Hawk lässt die 2000er wieder aufleben

Special Tobias Meyer
Tony Hawk sitzt auf Skateboard
Quelle: Activision Blizzard

Tony Hawk's stand lange für coole Skater-Vibes, fette Musik und stundenlangen Arcade-Spaß. Aber klappt das heute auch noch? Tobi hat einen ersten Blick auf THPS 3+4 geworfen.

Jetzt aber rauf aufs Brett ... und genauso schnell wieder runter, weil ich direkt das erste Mal mein Gesicht auf dem Asphalt verewige. Ich hatte ganz vergessen, wie einzigartig - und mittlerweile fast schon ungewohnt - die Tony-Hawk's-Spiele sind.

Schnelle Punkte statt realistischer Technik

Während sich Skateboarding-Games in den letzten Jahren immer weiter in Richtung Realismus entwickelt haben, bildet THPS eine Oldschool-Gegenbewegung. Ob man will oder nicht - wenn das Spiel startet, ist man direkt in Bewegung. Legt man den Controller beiseite, fährt der Skater so lange quer durch die Gegend, bis der Timer abgelaufen ist.

Halfpipe Quelle: Activision Blizzard Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt: Zeitdruck. Ich mochte die Karriere in THPS 4 sehr gern. Auf den Maps waren überall Aufgaben verteilt, die farblich den Schwierigkeitsgrad signalisierten und per Knopfdruck angenommen werden konnten. Erst dann startete der Timer für die jeweilige Aufgabe.

Im Remake schlägt die Reihe den klassischen Weg ein. Egal, ob in Teil drei oder vier: Wir wählen eine Location aus und bekommen vorher eine kleine Übersicht über die Aufgaben. Das sind in der Regel Dinge wie "knack den Highscore", "knack einen noch krasseren Highscore" oder "mach Trick XY".

Dafür hat man im Grunde nur zwei Minuten Zeit. Die Länge kann im Menü aber auch angepasst werden. Alternativ gibt es den freien Modus - der kommt allerdings ohne Aufgaben aus.

Tony Hawk in Industriehalle Quelle: Activision Blizzard

Früher war alles ... schwerer!

Während ein Highscore oder ein hoher Singlescore noch recht schnell geknackt sind, sind andere Aufgaben deutlich knackiger. Das mag auch daran liegen, dass meine THPS-Skills ziemlich eingerostet sind. Anfangs neigt man dazu, einfach nur auf die Knöpfe des Controllers einzudreschen - in der Hoffnung, coole Kombos rauszuhauen. Erst mit etwas Ruhe und Geduld erkennt man die Muster der Tricks und shreddet gezielte Moves.

Trotzdem bin ich ständig daran verzweifelt, alle S.K.A.T.E.-Buchstaben einzusammeln, andere Rollbrett-Fans mit meinen Tricks zu beeindrucken und herauszufinden, wo ich eigentlich hin soll. So gut ich das College auch noch im Kopf hatte - es ist nicht mehr so, wie es früher war.

Früher Airtime, heute Parkverbot

Alle alten Maps wurden komplett überarbeitet. Um sie fit für das Jahr 2025 zu machen, hampeln da nun auch Menschen im Weg herum, die Gegenden wurden mit Graffiti verschönert, und jede Location hat eigene interaktive Elemente.
Auf dem Campus müssen wir zum Beispiel einer Karre hinterherjagen, die zwei Studis von ihrem Prof geklaut haben und später crashen. In Kanada helfen wir einem Typen, der mit der Zunge an einem Pfosten klebt, indem wir in ihn hineinfahren. Eigentlich fehlt nur noch ein Hall-of-Meat-Modus wie in der Skate-Reihe.

Die Veränderungen sind so umfangreich, dass ich manche Orte gar nicht wiedererkenne. Voller Vorfreude bin ich immer wieder in meine Lieblingsecken gerollt - nur, um festzustellen, dass die Quarterpipe von damals einfach weg ist. Das ist etwas schade, aber wie ich eingangs schon sagte: Es ist viel Zeit vergangen, und die Orte haben sich eben weiterentwickelt.

Skater in Tony Hawks Pro Skater 3 + 4 Quelle: Activision Blizzard Gerade die Locations an der frischen Luft sehen richtig schick aus. Die paar Hanseln, die in der Gegend rumstehen, hätten aber auch gern fernbleiben können. Sie machen die Welt nicht lebendiger - eher habe ich das Gefühl, dass sie nur da sind, damit ich meine Kombo abbrechen muss.

Auch sonst finde ich einige Designentscheidungen fragwürdig. In Alcatraz entdeckt man manche Bereiche des Skateparks erst, wenn man durch die altbekannten Teleporter fährt - das ist fein so. In Kanada war es dagegen schwer zu erkennen, wo die Map aufhört und wo die, sagen wir mal, "geheimen Bereiche" anfangen.

Das Gameplay wurde natürlich auch überarbeitet. Das Spiel ist schneller, ohne dabei zu hetzen - einfach der Zeit entsprechend angepasst. Erst im direkten Vergleich mit den alten Teilen merkt man die echten Unterschiede. Einige Tricks wurden überarbeitet, wobei die Ausführung im Grunde gleich geblieben ist.

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