Was Sammy nicht lernt, lernt Sam nimmermehr: Im vierten Teil bleibt vieles beim Alten. Neu sind Gewissenskonflikte, und die machen Double Agent zum spannendsten Splinter Cell.
Schnell, speichern!
Quelle: www.ubisoft.com
Auch im vierten Teil der Serie turnt Sam kinoreif an den unmöglichsten Orten herum. Hier über den Dächern von Shanghai.
Natürlich haben die Skriptsequenzen nicht nur Schattenseiten. Stellenweise entstehen so hochspannende Situationen. Etwa wenn JBA-Führer Emile sein Büro betritt, während wir darin herumschnüffeln. Schnell huschen wir unter den Schreibtisch und belauschen so auch noch ein Gespräch des Terror-Komplotts. Wiederum nervig sind Szenen, in denen wir nur per Trial and Error weiterkommen. Da kraxeln wir in Shanghai an der Fassade eines Wolkenkratzers herum, als plötzlich ein Hubschrauber heranflappt und mit einem Suchscheinwerfer Jagd auf uns macht. Einerseits kinoreif, andererseits im ersten Anlauf nicht zu schaffen. Also heißt es schnell speichern, in ein bis drei Anläufen dröge das Bewegungsmuster des Helis auswendig lernen, neu laden und weiter geht’s.
Extrem nervtötend ist das vor allem auf Grund des verpatzten Speichersystems: Die Spielstände, die wir nicht selbst benennen dürfen, werden weder nach Mission noch nach Datum sortiert. Wenn wir oft speichern, vergehen so locker ein paar Minuten, bis die richtige Sicherung gefunden ist.
Schmatz, mampf
Quelle: www.ubisoft.com
Auch im vierten Teil der Serie turnt Sam kinoreif an den unmöglichsten Orten herum. Hier über den Dächern von Shanghai.
Apropos kinoreif, das gilt auch für die Präsentation von Splinter Cell: Double Agent. Wo schon Chaos Theory mit fantastischen Charakterdetails aufwartete, setzt der vierte Teil locker noch einen drauf. Vom beeindruckenden Schneegestöber über realistisch auf Figuren prasselnden Regen, gestochen scharfen Texturen und fotorealistischem Hitzeflimmern bis hin zu Gesichtern, in denen jede Falte zu erkennen ist. Verzeihen Sie die Ausdrucksweise, aber Double Agent sieht geil aus!
Die bis zur Unkenntlichkeit aufgebohrte Unreal 2-Engine unter dem Namen SCX beeindruckt auch in Sachen Hardwarehunger. Knapp 12.000 Polygone pro Charakter (zum Vergleich: in Chaos Theory waren es »nur« 3.000) und der Einsatz dutzender Spezialeffekte haben ihren Preis. Die Minimalkonfiguration mit 3,0 GHz und 1,0 GB RAM ist happig. Ohne eine Grafikkarte, die das Shader-Modell 3.0 unterstützt, kommen Sie obendrein nur bis zum Hauptmenü. Eine abgespeckte Optik für »ältere« Karten gibt es nicht.
Wenn Sams neuer Auftritt schon keine spielerische Revolution ist, dann stellt er zumindest die Welt der Hardwareanforderungen auf den Kopf. Dann wiederum gehört der Agenten-Thriller aber zu jenen Spielen, für die sich ein Hardware-Upgrade wirklich lohnt.
