Tom Clancy's Ghost Recon: Frontline: Nicht noch ein kostenloser Battle-Royale-Shooter!
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Ubisoft hat in diesem Jahr offenbar das Free-to-Play-Modell für sich entdeckt: Nach The Divsion: Heartland und Tom Clancy's XDefiant kündigte der Publisher nun mit Ghost Recon: Frontline schon den dritten Multiplayer-Shooter an, der sich allein über Ingame-Käufe finanzieren soll. Ob das funktioniert? Wir schauen uns das Ganze mal in der Vorschau etwas näher an.
Im Ghost-Recon-Universum hing der Haussegen zuletzt ein wenig schief. Der aktuellste Ableger, Ghost Recon: Breakpoint aus dem Jahr 2019, war ein ziemlicher Reinfall. Dem Titel mangelte es einfach an so ziemlich allem, was die Taktik-Shooter-Serie bisher auszeichnete. Stattdessen probierten sich die Macher lieber an experimentellen neuen Spielelementen aus: Online-Zwang, haufenweise Mikrotransaktionen und einem halbgaren Inventar-System, das plötzlich auf zufälligem Loot basierte. Das schmeckte den Fans verständlicherweise gar nicht. Breakpoint wurde mit miesen Userwertungen und einem historisch schlechten Metascore von 58 abgestraft!
Die Entwickler von Ubisoft haben also etwas gut zu machen. Und das wollen sie offensichtlich auch! Im Rahmen einer großen Feier zum 20-jährigen Jubiläum der Ghost-Recon-Reihe wurde nun ein neuer Ableger angekündigt: Ghost Recon: Frontline. Der soll alles anders, alles besser machen als sein Vorgänger, könnte eingefleischte Veteranen dabei aber erneut vor den Kopf stoßen.
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Battle Royle mit persönlicher Note
Ghost Recon: Frontline ist nämlich ein reiner Free-to-Play-Online-Shooter. So weit, so noch okay. Statt den Schritt zurück zu einer eher klassischen Spielerfahrung zu machen, die sich wohl viele Fans gewünscht hätten, präsentiert man euch allerdings ein reines PvP-Spielerlebnis mit Battle-Royale-Elementen. Jupp, richtig gelesen. Es geht also nicht darum, mit Taktik und Teamwork Drogenkartelle, Söldnerarmeen oder gleich ganze Nationen zur Strecke bringen. Es steht vielmehr der Kampf Mann gegen Mann, Spieler gegen Spieler im Mittelpunkt.
Quelle: Ubisoft
Im Expedition-Modus müsst ihr per Helikopter von der Karte entkommen. Allerdings gibt es für den nur zwei Landeplätze.
Die Verantwortlichen von Ubisoft Bukarest, die unter anderem bereits an den Multiplayer-Modi der beiden Ghost-Recon-Vorgänger Wildlands und Breakpoint mitarbeiteten, wollen dem Spiel dabei einen ganz eigenen Touch verleihen, so Game Design Director Alexandru Rais. Anders als es im Genre Standard ist, gibt es in Frontline beispielsweise keinen Ring, der das Spielfeld stetig kleiner macht und auch keinen Permadeath. Es geht nicht einmal darum, am Ende das letzte überlebende Team zu sein!
Im zentralen Spielmodus, genannt Expedition, ist es stattdessen euer Ziel, sensible Geheiminformationen aufzuspüren und in Sicherheit zu bringen. Dafür seid ihr mit insgesamt 102 Spielern in Dreierteams auf einer Karte unterwegs, sucht nach Intel, ballert euch gegenseitig über den Haufen und versucht schließlich, per Extraktionshelikopter zu entkommen.
Keine Story, keine NPCs
Die Insel Drakemoor, auf der der ganze Spaß stattfindet, ist dabei ungefähr 16 Quadratkilometer groß, also vom Umfang her vergleichbar mit den PUBG -Maps Erangel und Miramar. Auch an Abwechslung soll es im Vergleich zur Konkurrenz nicht mangeln: Die offene Spielwelt wartet mit vier unterschiedlichen Biomen und über 20 interessanten Wahrzeichen auf. Wahlweise zu Fuß oder per Fahrzeug erkundet ihr unter anderem eine Ausgrabungsstätte für Dinosaurierknochen oder einen verlassenen Vergnügungspark.
Warum der verlassen ist, das wollten uns die Macher bisher noch nicht so richtig verraten. Zu Setting und Story ließ man bisher nur durchblicken, dass Drakemoor von einer Art Umweltkatastrophe getroffen und so in einen lebensfeindlichen Ort verwandelt wurde. Die Verantwortlichen dafür zu finden und die vertriebenen Inselbewohner zurück in ihre Häuser zu bekommen - das wird dann euer Job sein. Hier und da gibt es dabei wohl sogar ein paar kleine Cutscenes. NPCs oder eine umfangreichen Handlungsbogen dürft ihr euch aber nicht erhoffen. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Gameplay.
Quelle: Ubisoft
Das ist neu: Anders als Ghost Recon: Wildlands und Breakpoint setzt Frontline auf eine Ego-Ansicht. Das soll für mehr Immersion sorgen.
Ohne Taktik geht nix
Hier setzt Ubisoft Bukarest auf das bewährte Dreiergespann aus militärischer Authentizität, taktischer Action und Teamwork. Wollt ihr auf eurer Mission erfolgreich sein, müsst ihr also nicht nur ein gutes Auge und schnelle Reflexe mitbringen, sondern auch einiges an Grips. Frontline bietet euch stets verschiedene Wege zum Ziel: Ihr könnt natürlich einfach die Standardroute nehmen, drei Informationsschnipsel sammeln, zu einem der beiden Exraktionspunkte gehen und dort einen Hubschrauber anfordern. Da der dann allerdings für alle Spieler auf der Karte angezeigt wird, müsst ihr euch auf einigen Widerstand gefasst machen. Warum wartet ihr also nicht, bis ein anderes Team die Aufmerksamkeit auf sich zieht und nutzt die Ablenkung, um am zweiten Helipad abzuhauen? Oder ihr verschanzt euch zu Rundenbeginn am Extraktionspunkt, überrumpelt ein anderes Team und luchst ihnen kurz vorm Ende ihre Ladung ab. Euer Spiel, eure Entscheidung!
Quelle: Ubisoft
Bisher wurden mit Assault, Scout und Support nur drei Charakterklassen vorgestellt, es wird aber wohl noch mehr geben.
Die Fülle an Auswahlmöglichkeiten setzt sich auch bei eurer Spielfigur fort. In Frontline baut ihr euch ein Team aus sogenannten Kontraktoren zusammen, die das Spiel zufällig für euch generiert. Jeder Charakter hat also verschiedene Nationalitäten, Hintergründe und Klassen. Das sorgt für Abwechslung. In Sachen Klassen wurden bereits der im Nahkampf versierte Assault, der auf lange Distanzen spezialisierte Scout und der Support vorgestellt, der das Team mit Ausrüstung und Boosts versorgt. Jeder der drei verfügt über individuelle Fähigkeiten, passive Perks und besondere Gadgets, die ihr zu eurem Vorteil einsetzen könnt.
Zu denen gehören auch taktische Vorräte, die durch spezielle Ingame-Ziele freigeschaltet und euch dann per Airdrop geliefert werden. Das können automatische Geschütze, mobile Deckungen oder gleich ganze Sniper-Türme sein, mit denen ihr das Schlachtfeld zur euren Gunsten formt.
Ist das noch Ghost Recon?
Quelle: Ubisoft
Alles Gute kommt von oben! In Frontline können das auch mal mobile Deckungen oder ganz Sniper-Türme sein.
Über den Verlauf mehrerer Matches schaltet ihr zudem natürlich immer wieder neuen Kram frei. Mit steigendem Charakterlevel bekommt ihr Zugriff auf neue Ausrüstungsgegenstände, Waffenlevel eröffnen euch neue Aufsätze. Es gibt also gleich mehrere Fortschrittssysteme, die euch dazu motivieren sollen, in jedem Match euer Bestes zu geben, auch wenn am Ende vielleicht kein Sieg für euch herausspringt. Für die Zukunft sind auch noch Missionen und ein Battle Pass geplant, der euch mit neuen Inhalten versorgt, allerdings für Echtgeld gekauft werden muss. Irgendwie muss sich Ghost Recon: Frontline ja auch finanzieren. Als zweites Standbein wird es auch noch einen Ingame-Shop für kosmetische Items geben. Der soll allerdings ebenfalls vollkommen optional sein und keine spielerischen Vorteile bieten.
Ob das Ganze überhaupt Spaß macht, das haben die Entwickler bereits mehrfach mit Pro Playern und Content Creators getestet. Demnächst soll aber auch die breite Masse die Möglichkeit bekommen, mal in Frontline reinzuspielen. Seit dem 5. Oktober läuft die Anmeldephase für eine erste Closed Beta. Die soll dann am 14. Oktober starten und neben Expedition auch einen weiteren Spielmodus namens Control enthalten, der euch auf acht verschiedenen Maps in klassische Neun-gegen-Neun-Herrschaftsmatches schmeißt.
Ein finales Releasedatum ist indes noch nicht bekannt. Ubisoft verriet bisher nur, dass Ghost Recon: Fronline für PC, Google Stadia, Playstation und Xbox erscheinen soll. Direkt zum Launch wird generationsübergreifendes Crossplay unterstützt.
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