Tiny Tina's Wonderlands - Test - Seite 2

Test Matthias Dammes 53,99 €
Tiny Tina's Wonderlands - Test - Seite 2
Quelle: PC Games

Wir haben Tiny Tina's Wonderlands ausführlich getestet, um festzustellen, ob der Fantasy-Ausflug des Borderlands-Universums ebenso viel Spaß macht, wie seine großen Brüder. Wenn Tiny Tina zu einer Partie Bunkers & Badasses einlädt, dann ist ein abgefahrenes Abenteuer vorprogrammiert. Alle Details von Gameplay bis Story hier im Test.

Beuteregen

Womit wir bei einem der wichtigsten Themen für Loot-Shooter wären - dem Loot. Hier bleibt im Grunde alles wie gewohnt. Besiegte Feinde, Kisten und andere Verstecke lassen tonnenweise Beute fallen, die es in den verschiedenen Qualitätsstufen von Gewöhnlich bis Legendär gibt. Neben den bekannten Schießprügeln und Schilden gibt es auch ein paar neue Gegenstände. Die ausrüstbaren Zauber haben wir bereits erwähnt. Dazu kommen noch Nahkampfwaffen, die ihren eigenen Slot bei der Charakterausrüstung haben, Ringe, Amulette und Rüstungen, die ein wenig die Funktionsweise der bekannten Klassenartefakte ersetzen. Alle Gegenstände sind Zufalls-generiert, was zu einer schier unendlichen Vielfalt führt. Das ist gerade bei den Waffen sehr ausgeprägt. Im Verlauf des Spiels haben wir von der Pistole, über das Sturmgewehr bis zur Schrotflinte diverse Knarren ausprobiert und jede spielte sich anders. Die Elemente wie Frost und Feuer spielen wieder eine wichtige Rolle. So haben wir zum Beispiel die Kombination aus Schusswaffen mit Frosteffekt, der Gegner einfriert, und Nahkampfwaffen für den finalen Todesstoß sehr gerne eingesetzt. Jetzt könnte man natürlich die dumme Frage stellen, was Feuerwaffen in einem Fantasy-Rollenspiel zu suchen haben, aber da lässt Tina nicht mit sich diskutieren.

Fantasy-Shooter

Nun ist das Ego-Shooter-Gameplay ja eines der großen Aushängeschilder der Reihe. Klar, dass man darauf auch im Fantasy-Ableger nicht verzichten wollte. Der rasante Spielfluss des sogenannten "Shooten und Looten" funktioniert hier auch wieder hervorragend. Egal ob gegen aufdringliche Skelette, aggressive Pilzwesen oder Naga aus den Tiefen des Meeres, es macht einfach Spaß Teil dieser Nerven kitzelnden Action zu sein. So gut das bewährte Gameplay aber auch funktioniert, hätten wir uns doch ein paar Anpassungen an die Fantasy-Natur des Spiels gewünscht. Das betrifft besonders die Fähigkeit, im Nahkampf zu agieren.

Nahkampfangriffe sind so beiläufig, man kann nicht mal vernünftige Screenshots davon machen. Quelle: PC Games Nahkampfangriffe sind so beiläufig, man kann nicht mal vernünftige Screenshots davon machen. Wir haben uns zu Spielbeginn bewusst für die Klasse des Brr-Serkers entschieden, um als mächtiger Nahkämpfer eine Spielweise zu verfolgen, die sich deutlich vom bekannten Borderlands-Kämpfer unterscheidet. Immerhin hat das Spiel ja auch wie schon erwähnt eigens für den Nahkampf ausrüstbare Waffen. Was ihm allerdings fehlt, ist ein eigenständiges Nahkampfsystem mit verschiedenen Angriffsweisen und Defensivaktionen. Wer hier also erwartet sich packende Gefechte Mann gegen Mann zu liefern, wie man es aus Rollenspielen wie The Witcher oder aktuell Elden Ring gewohnt ist, wird enttäuscht werden. Mehr als den aus den Borderlands-Spielen bereits bekannten simplen Nahkampfangriff per Knopfdruck gibt es auch hier nicht. Er wird diesmal halt mit einer Waffe, statt mit den bloßen Fäusten ausgeführt.

Das fühlt sich leider nur wie das fünfte Rad am Wagen des tollen Shooter-Gameplays an und nicht wie eine eigenständige Kampfalternative, sodass wir als Brr-Serker dann doch die meiste Zeit schießen statt kloppen. Hier wäre mehr drin gewesen. Das bleibt aber Meckern auf hohem Niveau, da das Gameplay in seiner gewohnten Form genau die Sogwirkung erzeugt, die man sich von einem Loot-Shooter erhofft. Man muss sich eben an den Gedanken gewöhnen, dass in diesem Fantasy-Abenteuer keine Ritter mit Schwert und Schild die großen Helden sind, sondern Leute mit abgefahrenen Knarren. In der Chaoskammer warten zufallsgeneriete Abfolgen von Kampfplätzen und Gegnern auf den mutigen Helden. Quelle: PC Games In der Chaoskammer warten zufallsgeneriete Abfolgen von Kampfplätzen und Gegnern auf den mutigen Helden.

Es regiert das Chaos

Anders als in den meisten Fantasy-Geschichten endet das Abenteuer unseres Helden nicht mit dem Sieg über das Böse. Die Story selbst nimmt rund 20 bis 25 Stunden in Anspruch, wenn man sich nur gelegentlich von Nebenaktivitäten ablenken lässt. Wer unterwegs alles erkunden sowie alle Sidequests und Herausforderungen abschließen möchte, kann locker noch einmal so viel Spielzeit dazu packen. Damit ist das Spiel vom Umfang her zwar kleiner als Borderlands 3, aber mit dem Ende der Story ist, wie gesagt, noch nicht Schluss. Es kann danach natürlich weiter geshootet, gelootet und am eigenen Charakter gefeilt werden.

Am Ende eines erfolgreichen Chaoskammer-Laufs wartet fette Beute. Quelle: PC Games Am Ende eines erfolgreichen Chaoskammer-Laufs wartet fette Beute. Im Endgame wartet dann die sogenannte Chaoskammer. Darin lässt sich eine Abfolge von Kämpfen gegen Gegnerhorden absolvieren. Zwischen jedem Gefecht besteht die Möglichkeit, die Regeln zu modifizieren, um zum Beispiel den Gegnern besondere Verstärkungen zu gewähren. Je schwerer man es sich selbst dabei macht, umso höher und besser die potenzielle Ausbeute. Neben direktem Loot von den Gegnern werden während der Kämpfe auch Kristalle eingesammelt, die sich nach einem erfolgreichen Lauf gezielt für Gegenstände eines bestimmten Typs eintauschen lassen. Mit von der Party ist auch wieder der Chaos-Modus, der die allgemeine Schwierigkeit im gesamten Spiel und damit wiederum die Qualität des Loots steigert - vergleichbar mit den Hölle-Schwierigkeitsstufen in Diablo 3. Um neue Stufen des Chaosmodus freizuschalten, müssen in der Chaoskammer spezielle Chaos-Läufe absolviert werden.

Im Endgame lassen sich zudem die neue Währung Mondkugeln verdienen. Diese wird am Verzauberungs-Würfler eingesetzt, um die Verzauberung auf einem Gegenstand neu auszuwürfeln. Wer mit seinem Charakter Stufe 40 erreicht hat, schaltet zudem das Mythos-Rang-System frei. Das entspricht ungefähr dem Wächterrang in Borderlands 3 und lässt weitere Charakterentwicklung auch nach Erreichen der Maximalstufe zu. Etwas schade ist allerdings, dass es diesmal keine Form des "Wahre Kammerjäger"-Modus gibt. Im NewGame+ mit dem gleichen Charakter noch einmal durchzustarten, ist derzeit also leider nicht drin.

Technisch poliert

Optisch haben die Entwickler die bekannte Cell-Shading-Optik verfeinert. Das Spiel wirkt an vielen Stellen noch ein wenig schärfer und detaillierter als Borderlands 3. 4K-Auflösung und HDR sind natürlich auch wieder dabei. Mit all dem lief das Spiel zu jeder Zeit hervorragend flüssig. Selbst bei 4k-Auflösung und allen Einstellungen auf Ultra hielten sich die Frames stets über der 60er-Marke auf. Eine entsprechend potente Grafikkarte natürlich vorausgesetzt. Abstürze oder andere technische Macken gab es keine zu beobachten. Das Spiel macht einen technisch sehr sauberen und runden Eindruck. Beinahe hätten wir sogar gesagt, dass das Spiel weitestgehend bugfrei ist. Aber nach dem Beenden der Story ist uns dann doch ein unschöner Fehler aufgefallen. Seitdem wir im Endgame sind, funktioniert das Quest-Tagebuch nicht mehr richtig. Unsere Liste an noch offenen Quests wird schlicht nicht mehr angezeigt. Das lässt sich aber sicher schnell durch einen Patch beheben.

Wir empfehlen übrigens, die englische Sprachausgabe einzustellen. Die deutsche Sprachausgabe ist zwar auch ganz ordentlich gelungen, aber Ashly Burch macht als Tiny Tina einen absolut brillanten Job. Gute Arbeit kann man insgesamt auch den Entwicklern attestieren. Sie haben es geschafft, die Idee eines DLCs auszubauen, die Borderlands-Formel in seinen Stärken zu bewahren und daraus ein packendes und wie immer furchtbar spaßiges Spiel zu stricken. Fans von Borderlands erhalten genau das, was sie gewohnt sind, in einem etwas anderen Gewand und Neueinsteiger dürfen sich auf ein abgefahrenes Abenteuer freuen. An Tiny Tina scheiden sich zwar die Geister, aber auch wer sie nicht mag, sollte diesem Spiel eine Chance geben. Das hat es allemal verdient.

Meinung

Wertung zu Tiny Tinas Wonderlands (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Abgedrehtes Fantasy-SettingSchlichte Story, aber mit vielen tollen Anspielungen und Scherzen auf die Rollenspiel-KulturWitzige NebenquestsCameo-Auftritte einiger Borderlands-CharaktereAbwechslungsreiche LevelLiebevoll gestaltete OberweltMotivierende Loot-SpiraleGroße WaffenvielfaltSpaßiges, actionreiches GameplaySechs unterschiedliche KlassenChaos-Modus und Chaoskammer im EndgameKoop über Internet oder LANgute deutsche und fantastische englische Vertonung
Nur ein Skillbaum pro KlasseKein richtiges NahkampfsystemInventar nach wie vor etwas umständlichKein NewGame+
Tiny Tina's Wonderlands ist exklusiv bei Amazon mit Steelbook erhältlich.  Quelle: Amazon Tiny Tina's Wonderlands ist exklusiv bei Amazon mit Steelbook erhältlich. 

Tiny Tina's Wonderlands ist seit 25. März 2022 für PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One und Xbox Series X/S erhältlich. Das Spiel bietet Crossplay über alle Plattformen hinweg. Es ist also egal auf welchem System euere Freunde das Spiel haben, ihr könnt alle zusammen in das Fantasy-Abenteuer starten. Tiny Tina's Wonderlands bei Amazon exklusiv mit Steelbook bestellen.

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