Review: Thunderstruck

Test Patrick Köllner

Vier AC/DC-Fans begeben sich auf einen Roadtrip, um ihren verstorbenen Freund neben Bon Scott zu beerdigen

1991 in Sydney: Bei einem AC/DC-Konzert leisten fünf Freunde einen Treueschwur 1991 in Sydney: Bei einem AC/DC-Konzert leisten fünf Freunde einen Treueschwur Es gibt nur ganz wenige Bands, die Generationen verbinden und bei denen man sich in keiner Phase seines Lebens dafür schämen muss, ihrer Musik verfallen zu sein. Eine dieser erlesenen Gruppen sind AC/DC. Mit geradlinigem und ehrlichem Rock´n´Roll setzte das Quintett aus Down Under Mitte der siebziger Jahre zum musikalischen Siegeszug rund um die Welt an.

Den besonderen Reiz machten zwei Dinge aus. Da war zum einen der in einer Schuluniform über die Bühne fegende Saitenakrobat Angus Young, der nebenbei übrigens das Headbangen erfand. Zum anderen hatten AC/DC einen Sänger, der durch freche Texte, schelmisches Auftreten und schneidende Stimme zum unverwechselbaren Erkennungszeichen wurde: Bon Scott. Leider verabschiedete sich Scott nach dem letzten Album „Highway to Hell“ für immer von uns. Er wurde nur 33 Jahre alt. Als ebenbürtiger Ersatz erwies sich der 1947 geborene Brian Johnson.

High Voltage

Gedenkauftritt für den verstorbenen Ronnie Gedenkauftritt für den verstorbenen Ronnie 1991 ist Brian Johnson bereits elf Jahre als Sänger von AC/DC im Amt. Mit dem neuen Album „The Razor´s Edge“ und dem dazugehörigen Welthit „Thunderstruck“ ist die Band so erfolgreich wie nie zuvor. Beim Konzert in Sydney stehen Sonny (Damon Gameau) und seine vier Freunde Ben, Lloyd, Sam und Ronnie in der ersten Reihe. Nach dem berauschenden Gig entdecken die Jungs beim Pinkeln in einer Seitenstraße ein altes Plakat von Bon Scott an der Wand. Dem Betrachten des Posters haben sie es schließlich zu verdanken, dass sie ein Taxi verpassen, welches an der nächsten Kreuzung unter einen Laster kommt.

Daraufhin leisten die Freunde einen Schwur: Sollte jemand von ihnen sterben, bringen ihn die anderen direkt neben dem Grab von Bon Scott unter die Erde. Zwölf Jahre später ist es soweit. Ronnie (Sam Worthington) hat der Blitz getroffen. Im „geliehenen“ Van seines Vaters macht sich Sonny mit den drei alten Kumpels und der Asche ihres toten Freundes auf den Tausende Kilometer weiten Weg nach Perth.

It´s a long Way to the Top

Für Sonny (Damon Gameau, li.) endet die Reise Für Sonny (Damon Gameau, li.) endet die Reise Für die DVD hat sich der deutsche Indie-Anbieter Starlight wirklich viel Mühe gegeben. Die Scheibe bietet ein allgemeines Making of, einen hörenswerten Kommentar von Regisseur Darren Ashton und Produzentin Jodi Matterson, in den sich zum Finale auch noch Hauptdarsteller Gameau telefonisch kurz einschaltet. Dazu kommen Fotos, Artworks und exklusive Bilder von der Deutschlandpremiere in Münchens ältestem Kino Neues Gabriel.

Fazit

Film-Check: Als Einstand in einen feuchtfröhlichen Samstagabend sind Filme, die irgendwie mit Rock´n´Roll zu tun haben, fast immer eine hervorragende Wahl. Auch wenn „Thunderstruck“ nicht mit „Wayne´s World“ oder „Detroit Rock
City“ mithalten kann und die echten AC/DC-Mitglieder leider keine Zeit für Cameos hatten, unterhält die Odyssee quer durch den fünften Kontinent bestens. Beim Spagat zwischen Drama und Komödie verliert die Story allerdings immer wieder an Fahrt. Unterm Strich bleiben jedoch 96 keinesfalls verschwendete, gute Laune hinterlassende Minuten, die Sie sich auch unbedingt bis zur letzten Sekunden anschauen sollten. DVD-Fazit: Technisch erfüllt die DVD bis auf das mitunter zu weich wirkende Bild die Ansprüche. Die Special Features gefallen qualitativ wie quantitativ. Das Ganze wurde in ein schönes Falt-Digipak gepackt. Was will man mehr?

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