The Wonderful 101 Remastered im Test: Zweite Chance für das Wii-U-Exklusivspiel

Test Katharina Pache
The Wonderful 101 Remastered im Test: Zweite Chance für das Wii-U-Exklusivspiel
Quelle: Platinum Games

Eines der weniger bekannten Spiele der Action-Profis Platinum Games bekommt eine zweite Chance: The Wonderful 101 Remastered. Unser Test zum Action-Spiel, welches für den PC, die Playstation 4 und die Nintendo Switch erhältlich ist, geht der Frage auf den Grund, wie gut sich der Superhelden-Klamauk gehalten hat und was ihn auszeichnet.

AIiens haben es auf die Erde abgesehen! Der Plot kommt euch bestimmt bekannt vor, nicht zuletzt aus dem Test von XCOM 2 Collection ein paar Seiten weiter vorne. Die Action-Spezialisten Platinum Games aus Osaka machen aber etwas Eigenes aus der ollen Prämisse - beziehungsweise machten, denn The Wonderful 101 ist schon sieben Jahre alt.

Im Sommer 2013 erschien der Titel exklusiv auf der Wii U und flog wohl nicht nur deshalb unter dem Radar der meisten Spieler. Auf der wesentlich beliebteren Switch, aber auch auf PC und PS4 stellt ihr euch in der Remastered-­Fassung abermals den Invasoren (Geathjerk genannt) entgegen und versammelt dafür ein buntes Superhelden-Ensemble, die titelgebenden Wonderful 101.

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In Friedenszeiten sind die Mitglieder Menschen wie du und ich, etwa Held Will alias Wonder Red oder der deutsche Braumeister Dominik aka Wonder Beer. Erst gemeinsam entwickeln sie ihre volle Kraft! In etwa wie bei Pikmin steuert ihr stets nur den Anführer der Meute (den ihr wechseln könnt), der Rest folgt euch und kämpft und springt automatisch mit.

Heldenhaftes Chaos

Um diverse Angriffe und Befehle auszuführen, fahrt ihr mit dem Stick Muster nach oder zeichnet diese auf dem Touchscreen. Wie auf der Wii U wirkt die Steuerung zunächst kompliziert und es dauert eine Weile, bis man ohne nachzudenken richtig reagiert. In manchen Momenten ist es praktischer, die Zeichnungen mit dem Stick auszuführen (etwa beim Kettenbilden), in anderen funktioniert der Touchscreen deutlich besser. Wenn die Switch auf dem Fernseher läuft, habt ihr natürlich keine Wahl. Dass der Extra-Bildschirm der Wii U beim Spielen wegfällt, macht das Bildschirmgeschehen noch etwas unübersichtlicher als es im Original der Fall war. Allgemein ist es um den Überblick nicht immer rosig bestellt. Im Gewusel verliert man schnell die Anführerfigur aus den Augen, oder die ungünstige Kamera macht dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung - allerdings könnt ihr in der Remastered-Fassung nun manuell zoomen.

Heldlein, wechsel dich

Bloßes Herumgeknüppel bringt euch in diesem Spiel nicht weiter. Manche Fähigkeiten sind gegen manche Feinde besonders effektiv – oder besonders schwach. Quelle: PC Games Bloßes Herumgeknüppel bringt euch in diesem Spiel nicht weiter. Manche Fähigkeiten sind gegen manche Feinde besonders effektiv – oder besonders schwach. Das Kombinieren von unterschiedlichen Fertigkeiten und Manövern durch das Zeichnen ist für den Erfolg bei den Kämpfen wichtig. Platinum-typisch werdet ihr nach jeder Mission, egal wie kurz sie war, mit einer Medaille bewertet. Das Ziel ist natürlich, möglichst viele Kombos zu zaubern und schnell Schaden anzurichten, anstatt selbst zu oft getroffen zu werden. Auch der bombastische Stil des Studios kommt in The Wonderful 101 (jetzt kaufen ) voll zur Geltung: Die coolen Posen, Explosionen, Bosskämpfe und die epischen Choräle werden aufgelockert von schrägem Humor, sodass der Titel von der ersten Minute an viel Charme versprüht. Solltet ihr das Action-Feuerwerk bereits auf der Wii U in- und auswendig kennen, dann bietet euch die Remastered-Fassung abgesehen von den Anpassungen durch den fehlenden zweiten Bildschirm und einer marginal schärferen Optik nichts Neues. Der Stil des Spiels ist zwar niedlich und schön sauber, aber dass es sich dabei nicht um einen aktuellen Titel handelt, erkennt man sehr viel deutlicher als etwa bei einem Bioshock oder XCOM 2.

Hartes Heldenleben

Zu bedenken ist trotz der bunten Optik, dass The Wonderful 101 schnell zur Sache kommt und vom Spieler an einigen Stellen Initiative zum Experimentieren erwartet, wenn man auf dem normalen Schwierigkeitsgrad Erfolgserlebnisse haben möchte. Ausführliche Tutorials sucht man nämlich vergebens, weshalb für Anfänger die Stufe "einfach" empfehlenswerter ist. Die Story dient im Übrigen nur als Gerüst, auf dem der Bildschirmkrawall fußt, erwartet also keine tiefgreifenden philosophischen Gedanken oder Überraschungsmomente. Zugutehalten muss man dem Spektakel trotz der unzweifelhaft vorhandenen Macken, dass es einzigartig ist und, wie so viele Platinum-Spiele, ein komplexes Kampfsystem bietet, das doppelt so viel Freude bereitet, wenn man erst mal alle Feinheiten verstanden und es Klick gemacht hat. Als kleinen Bonus gibt es obendrein Koop-Missionen.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu The Wonderful 101 Remastered (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu The Wonderful 101 Remastered (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu The Wonderful 101 Remastered (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Temporeiche Action-Sause mit HumorKomplexes KampfsystemAußergewöhnliches SpielprinzipMit Koop-Missionen und viel Kram zum FreischaltenHohes Spieltempo
Oft mangelt es an ÜbersichtSteuerung nicht immer idealStory arg banal
Fazit

Komplexe Action mit Steuerungs- und Übersichtsproblemen, aber auch viel Esprit!

Bildergalerie

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