CD Projekt Reds Pawel Sasko erklärt, warum The Witcher 3 mehr ist als ein Blutbad mit Sex-Einlagen - und wie das Spiel half, die Bedeutung von "Mature Games" neu zu definieren.
Wer dachte, "Mature Games" bestünden nur aus nackter Haut und pixeligem Blut, der irrt. Laut Pawel Sasko, Associate Director von Cyberpunk 2 und einst leitender Quest-Designer bei The Witcher 3, war das dritte Hexer-Abenteuer nämlich ein wichtiger Schritt hin zu reiferen Themen in Videospielen - jenseits von "nur Klopperei und Koitus".
Was lief bei The Witcher 3 anders?
In einem Interview mit GamesRadar+ erzählt Sasko, dass Spiele zur Zeit von The Witcher 2 vor allem mit zwei Dingen assoziiert wurden: "Aggression, einfach nur Töten. Und das zweite war Sex und Nacktheit." Aber mit The Witcher 3 habe sich das Bild langsam gewandelt. Nicht, weil Geralt plötzlich keusch geworden wäre - sondern, weil die Entwickler einfach älter wurden.
Was sich geändert hat? Laut Sasko liegt es daran, dass viele Entwickler mittlerweile in ihren 30ern oder 40ern stecken - mit Partnern, Kindern und mehr Sinn für komplexe Geschichten. "Wenn du in deinen 30ern oder 40ern bist, sind die Themen, die vielleicht in deinen 20ern oder als Teenager cool und spaßig waren, einfach nicht mehr so spannend."
Trotzdem sieht Sasko The Witcher 3 nicht als alleinigen Retter der Spielekultur. "Ich glaube nicht, dass Witcher 3 diese Welle ausgelöst hat," Die Spieler wollten plötzlich mehr als nur Monster schlachten - sie wollten Entscheidungen treffen, Tragödien erleben und ab und an mal melancholisch aufs virtuelle Meer hinausblicken.
Natürlich: Blut spritzt in The Witcher 3 immer noch reichlich, und auch die Bettszenen gehören zum Hexer-Alltag. Doch inzwischen geht's auch um Familienbande, Politik, Schuldgefühle - und manchmal sogar ums ganz große philosophische Fragenstellen.
Wie wird The Witcher 4?
Was bleibt, ist die Frage, was The Witcher 4 aus diesem Trend macht. CD Projekt Red hält sich dazu noch bedeckt und sagt, es sei "noch zu früh, um darüber zu sprechen". Aber wenn das Studio seinen Kurs hält, dürfen wir uns wohl erneut auf mehr als nur Monster, Schwerter und nackte Haut freuen - auch wenn Letzteres sicher nicht komplett fehlen wird.
